Wie Hellmuth im High-Stakes-Duell gegen Negreanu aus der Reihe tanzte

Daniel Negreanu

Phil Hellmuths 7-0-Siegesserie beim High Stakes Duel ist gegen Tom Dwan zu einem Ende gekommen. Dennoch war sein Run mehr als beachtlich. So besiegte er etwa Daniel Negreanu, gegen den er eine Vielzahl interessanter Hände spielte, dreimal in Folge.

In einer Hand befand Hellmuth am Flop ein Check-Raise für den korrekten Spielzug, nachdem er ein Full House gefloppt hatte. Negreanu übt gewaltigen Druck aus. Erreicht Hellmuth den Showdown? Oder gibt er sein Full House vorzeitig auf?

Zum Zeitpunkt der Hand liegen die Blinds bei 800/1.600. Negreanu (117.000 / 73 BBs) erhöht am Button auf 3.500. Hellmuth (83.000 / 51 BBs) verteidigt seinen Big Blind mit {2-Diamonds}{2-Clubs}. Der Flop enthält bloß Vieren: {4-Diamonds}{4-Clubs}{4-Spades}.

Hellmuth checkt und Negreanu platziert eine Continuation-Bet von 1.600. Warum so klein? Ist das nicht verdächtig? Keineswegs. Das Board ist vorteilhaft für den Preflop-Raiser, da dessen Range Overpairs enthält, die vor dem Flop standardmäßig erhöhen. Hätte der Big Blind – Hellmuth – ein solches Overpair vor sich liegen, wäre eine 3-Bet zu erwarten gewesen. Aus diesem Grund sollte Negreanu am Flop häufig mit einem kleinen Sizing c-betten.

Hellmuth setzt zu einem Check-Raise auf 7.000 an, Negreanu macht den Call. Wenn Negreanu dieses Check-Raise callt, kann man davon ausgehen, oft hinten zu sein. Schlechte Karten werden am Flop aussortiert; der Call erfolgt mit Händen, die gegen Pocket-Zweier vorne sind. Er könnte sogar die letzte Vier haben, da Negreanu Heads-Up loose und aggressiv vorgeht. Deshalb ist die Annahme berechtigt, dass er vor dem Flop viele Hände erhöht, die eine Vier enthalten.

Phil Hellmuth
Phil Hellmuth

Hellmuth muss kein großes Sizing verwenden, um schlechtere Hände am Flop zur Aufgabe zu bewegen. Mit einem kleineren Raise verliert er weniger Chips, wenn Negreanu eine stärkere Hand hat. Mit anderen Worten: Hellmuth könnte sein Ziel – dass sein Gegner aufgibt – mit einem kleinen Sizing genauso gut erreichen.

Negreanu macht also den Call. Hellmuth reagiert darauf mit einem Check in the Dark – sprich, der Check erfolgt, noch bevor die nächste Karte aufgedeckt wird. Am Turn wartet die {q-Spades} auf beide Spieler. Negreanu quittiert den Check mit einer Bet von 10.000. Und hier zeigt sich, warum das Check-Raise am Flop mit einer Hand wie Pocket-Zweier nicht zu empfehlen ist. Hellmuth ist am Flop besser beraten, Hände zu check-raisen, die sich gegen mehr als Negreanus Bluffs behaupten können.

Da kaum Draws vorhanden sind, ist Negreanu entweder meilenweit vorne, oder abgeschlagen weit hinten. Hellmuth macht den Call. Der River hält die {5-Clubs} bereit. Hellmuth checkt, Negreanu spielt diesmal 40.000 an (41.000 befinden sich im Pot). Was machen Sie in dieser Situation mit Pocket-Zweiern?

  • Folden
  • Callen
  • Für 62.500 All-In gehen

Dies ist eine furchtbare Situation, aber die einzig richtige Antwort ist die erste: Folden. Warum? Denken Sie darüber nach, wie Hellmuths Hand aussieht. Er hat am Flop ein Check-Raise gespielt, also hat er vermutlich eine gescheite Hand. Dann hat er sich am Turn für einen Check-Call entschieden, wieder liegt es nahe, ihm eine vernünftige Hand zu unterstellen. So wie Hellmuth die Hand gespielt hat, sollte Negreanu seine Range auf ein Full House oder besser eingrenzen können. Wenn er all diese Informationen hat und trotzdem bettet, wage ich die Annahme, dass Negreanu in diesem Spot die meisten Full Houses schlagen kann.

Hellmuth gibt schließlich auf. Und auch wenn er regelmäßig zaubert, ist dieser Fold alles andere als beeindruckend. Negreanu hatte übrigens wirklich {4-Hearts}{5-Hearts} für einen Vierling!

Wenn Hellmuth am Flop stattdessen check-callt, gibt er allen Bluffs von Negreanu Gelegenheit, am Turn und River erneut zu bluffen. Mit dem Check-Raise am Flop entledigt sich Hellmuth aber der allermeisten Bluffs seines Gegners. Daher ist es kaum überraschend, dass Negreanu am Ende ein Monster vorweisen kann.

Um noch mehr über diese Hand zu erfahren, hören Sie sich meine Analyse in folgendem Video an:

Jonathan Little ist ein professioneller Pokerspieler und Autor mit über $6,200,000 in Live Turnier Gewinnen. Er schreibt einen wöchentlichen Blog und moderiert einen Podcast auf JonathanLittlePoker.com. Sie können ihm auf Twitter unter @JonathanLittle folgen.

*Foto von PokerGO.

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