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Welche Hand ist der beste Bluff Catcher

Deciding What Hand Is the Best Bluff Catcher

Wenn Sie das All-In eines Gegners für einen Bluff halten, können Sie es kaum erwarten, endlich die Nuts zu halten und den Call zu machen. Das Problem ist, dass Sie die Nuts nicht oft genug haben werden.

Spieler, die All-In gehen, haben in der Regel die stärksten und schwächsten Hände in ihrer Range. Das bedeutet, dass es keine so große Rolle spielt, was Sie haben – sei es ein Paar, zwei Paare, Trips etc. –, wenn Sie weniger als die Nuts haben, aber Bluffs schlagen können.

In dieser Bluffcatching-Range sind die Card-Removal-Effekte der zwei Karten, die Sie ausgeteilt bekommen haben, entscheidend. Aus diesem Grund ist eine Ein-Paar-Hand manchmal besser als Bluffcatcher geeignet als Trips.

Die folgende Hand dient als Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung.

Flop und Turn: Check-Call, dann Check-Raise

Bei dem Cashgame handelt es sich um 6-handed 100NL ($0,50/$1), gespielt wird online. Ein Regular aus Russland macht den Anfang und und openraist im Cutoff auf $2,50.

Im Big Blind sitzt ein kreativer Spieler aus Griechenland, der normalerweise auf niedrigeren Stakes unterwegs ist, aber gerade einen Upswing ausreizt. Er macht den Call, beide Spieler erreichen den Flop: {J-Clubs}{8-Hearts}{5-Diamonds}. Der Big Blind checkt, der Cutoff spielt $3 an und der Big Blind callt erneut. Damit befinden sich $11,50 im Pot.

Am {10-Spades} Turn spitzt sich die Hand zu. Der Big Blind checkt die Turn-Karte, der Cutoff bettet $9 und der Big Blind check-raist auf $28. Nach reifer Überlegung entscheidet sich der Cutoff für den Call, der Pot ist auf mehr als $67 angewachsen.

Moment mal … Wie sind die Ranges aufgebaut?

Lassen Sie uns hier pausieren und einen Blick auf das werfen, was am Turn passiert ist.

Nach dieser Ereigniskette ist die Annahme berechtigt, dass der Spieler in Position die Nuts – {Q-}{9-} – haben kann. Jedoch sind nur die vier suited Kombinationen wahrscheinlich, da es ziemlich loose wäre, im Cutoff mit Dame-Neun offsuit zu raisen.

Umgekehrt kann der Big Blind alle 16 Kombinationen {Q-}{9-} glaubhaft repräsentieren, da es nicht unwahrscheinlich ist, dass der Grieche seinen Big Blind mit Dame-Neun offsuit defendet. Ab diesem Punkt hätte er lediglich die Continuation-Bet am Flop check-callen (und nicht check-raisen) müssen. Am Flop ist ein Check-Fold möglich, weil er nur eine Overcard und einen Gutshot zu den Nuts hat. Trotzdem – und das gilt auch für {9-}{7-} suited – ist es alles andere als unvorstellbar, dass der Big Blind am Turn eine starke Made Hand getroffen hat.

Wenn wir uns die anderen starken Hände anschauen, die für den Big Blind möglich sind, sollten wir davon ausgehen, dass gefloppte Sets den Flop regelmäßig raisen werden. Bei den starken Nicht-Straight-Händen handelt es sich also in erster Linie um {10-}{10-} – eine Hand, die preflop 3-betten könnte – und {J-}{10-} für ein geturntes Two Pair. Andere starke Hände, die der Cutoff haben kann, sind {J-}{J-}, {9-}{7-} suited, {10-}{8-} suited und {A-}{A-}.

Was mögliche Bluffs für den Big Blind betrifft, sticht einem {7-}{6-} ins Auge. Es ist vorstellbar, dass der Big Blind alle 16 Kombinationen (oder zumindest alle vier suited Kombinationen) preflop defenden will. Am {10-Spades} Turn sind die vier Neunen als Outs weniger wert (da 8-9-T-J auf dem Board liegen würde). Dazu kommt, dass es mit Sieben hoch keinen Spaß macht, am Turn mit {7-}{6-} zu check-callen. Gegen Sets hat die Hand immer noch acht Outs und es ist möglich, Pocket-Asse am River zum Folden zu zwingen.

Der alles entscheidende River

Der River bringt das {A-Hearts} aufs Board, das damit komplett ist: {J-Clubs}{8-Hearts}{5-Diamonds}{10-Spades}{A-Hearts}. Der Big Blind geht für $84 All-In (was mehr als dem Betrag im Pot entspricht). Damit sind die Fronten klar abgesteckt. Der Cutoff hat den Big Blind covered.

Der Cutoff kann auf dem River problemlos die Nuts haben. Dazu hätte er nur den Flop mit {K-}{Q-} anspielen müssen. Dass er die Zehn auf dem Turn bettet und das Raise mit zwei Overcards und einem open-ended Straightdraw callt, ist ebenfalls glaubwürdig.

Wie eingangs erwähnt, können Sie mögliche Bluffs aber nicht nur mit den Nuts (oder Quasi-Nuts) callen. Wenn der Cutoff-Spieler das All-In nur mit Händen wie {Q-}{9-} suited, {9-}{7-} suited und {K-}{Q-} callt, wird er vermutlich zu oft geblufft. Natürlich kann der Cutoff manchmal die Nuts haben, aber nicht jedes Mal. Fangen Sie nicht an, immer und überall die Nuts zu sehen – Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Wenn der Cutoff also glaubt, dass der Big Blind bluffen könnte, mit welchen Händen sollte er den Shove callen?

Pocket-Asse sind, obwohl sie auf dem River Top-Set getroffen haben, keine gute Wahl. Der Cutoff fürchtet sich am meisten vor Händen wie {Q-}{9-} und {9-}{7-} suited, die eine Straight getroffen haben. Pocket-Asse sind nicht in der Lage, diese Hände zu blocken.

Manch einer könnte auf die Idee kommen, dass Pocket-Neuner die besten Bluffcatcher sind. Schließlich blockt die Hand sowohl {Q-}{9-} als auch {9-}{7-}.

Das Hauptproblem dieser Betrachtungsweise ist die Tatsache, dass der Cutoff diese Hand wahrscheinlich gar nicht in der River-Range hat. Mit Pocket-Neunern würde der Cutoff am Flop oder Turn wahrscheinlich checken.

Damit bleibt uns {Q-}{Q-}. Es ist zwar nur ein Paar, aber stark genug, um die stärksten Bluffs – etwa {6-}{5-} oder {9-}{8-} – zu schlagen. Außerdem blockt es 50 Prozent aller {Q-}{9-}-Kombinationen, die der Big Blind halten kann.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Big Blind gefloppte Sets am Flop raist, ist ein River-Call mit {Q-}{Q-} deutlich besser als mit {A-}{A-}. Tatsächlich sind Pocket-Damen hier doppelt so gut wie Pocket-Asse und vielleicht so gut wie {Q-}{J-} oder {A-}{9-}.

Der Cutoff-Spieler in dieser Hand hatte wirklich {Q-Hearts}{Q-Clubs}. Und tatsächlich hat er den Call gemacht. Der Big Blind war gezwungen, {K-Diamonds}{9-Diamonds} aufzudecken – ein Float ohne Position, ein Semi-Bluff am Turn, aber der Pot ging an den Cutoff.

Wenn Sie mich fragen, hat sich der Big Blind auf dem Turn und River fast nichts vorzuwerfen. Schließlich blockt er selbst {K-}{Q-} und {Q-}{9-}, das Ass auf dem River war eine Scare-Karte, und er hatte bloß König hoch.

Trotzdem wollen wir den Cutoff für den Call mit einem sehr guten Bluffcatcher loben – gut gespielt!

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