5 wichtige Unterschiede zwischen Pot-Limit Omaha und No-Limit Hold'em

Five Key Differences Between Pot-Limit Omaha and No-Limit Hold'em

Für viele No-Limit Hold’em-Spieler ist Pot-Limit Omaha das zweite Spiel, an dem sie sich versuchen wollen.

Oberflächlich betrachtet sind sich PLO und NLHE sehr ähnlich: PLO ist auch ein „Flop“-Spiel mit fünf Community-Karten, es gibt genauso viele Setzrunden und einen Small und Big Blind.

Im Gegensatz zu Fixed-Limit-Varianten wird PLO wie No-Limit Hold’em als „Big Bet“-Spiel angesehen, bei dem der Pot schnell auf eine beträchtliche Größe anwachsen kann. Allerdings hängt die maximale Einsatzhöhe von der Größe des Pots ab – deshalb auch „Pot-Limit“ Omaha.

Ein großer und offensichtlicher Unterschied besteht aber natürlich darin, dass Sie beim PLO vier Hole Cards ausgeteilt bekommen. Anschließend müssen Sie genau zwei Ihrer Hole Cards und drei Community-Karten verwenden, um die bestmögliche Fünf-Karten-Pokerhand zu bilden – beim NLHE können Sie auch nur das Board spielen, das ist beim Omaha nicht möglich. Das wirkt sich bedeutsam auf die Handstärke und die Wichtigkeit von Draws beim PLO aus.Tatsächlich sind die gefloppten Nuts beim PLO selten eine sichere Sache: Sie wollen auch Redraws haben, um bessere Hände machen oder anderen Draws die Outs stehlen zu können, falls die Hand nach dem Flop weitergespielt wird.

Damit kratzen wir aber nur an der Oberfläche, wenn es um die Unterschiede zwischen Pot-Limit Omaha und No-Limit Hold’em geht. Wir haben fünf wichtige herausgesucht:

1. Beim PLO gibt es preflop keine klaren Favoriten

Wenn Sie beim No-Limit Hold’em vor dem Flop mit {a-}{a-} all-in gehen und von einen Spieler mit {k-}{k-} gecallt werden, gewinnen Sie die Hand fast immer (die Odds fallen 4:1 zu Ihren Gunsten aus). Tatsächlich sind Sie mit Pocket-Assen preflop gegen alle Hände so weit vorne. Beim NLHE gibt es viele weitere Situationen, in denen Sie die gegnerische Hand ähnlich deutlich schlagen.

Beim Pot-Limit Omaha sieht die Welt normalerweise anders aus: Hier hat selbst die beste Starthand nur eine Gewinnchance von 60 - 65% – und dabei spielt es keine Rolle, wie mittelprächtig die Hand Ihres Gegners ist.

2. Beim PLO müssen Sie bessere Hände machen

Um die bestmögliche Fünf-Karten-Pokerhand zu bilden, muss jeder Spieler zwei seiner Handkarten verwenden – bei vier Karten sind sechs verschiedene Kombinationen möglich. Das wirkt sich dramatisch auf die Handstärke aus. Schließlich müssen Sie jetzt viel mehr Hände schlagen können als es beim No-Limit Hold’em der Fall war.

Beim NLHE halten Sie mit einer Straight oder Two Pair häufig die beste Hand, aber beim PLO sind diese Hände sehr verwundbar. Sobald die Community-Karten das Board pairen oder einen Flush möglich machen, können Sie oftmals davon ausgehen, dass jemand eine bessere Hand als Two Pair oder eine Straße hält.

3. Beim PLO können Draws gegen Made Hands vorne sein

Einer der Unterschiede zwischen NLHE und PLO, der Anfängern leicht entgehen kann, ist die Tatsache, dass Draws auf dem Flop manchmal weit vorne sein können – gegen Made Hands. Selbst wenn Sie die momentanen Nuts floppen, können Sie ein großer Underdog sein, weil noch zwei Karten kommen und das halbe Deck gegen Sie spielt.

Gehen wir davon aus, dass Sie {10-Clubs}{10-Spades}{9-Clubs}{2-Spades} haben und der Flop {q-Hearts}{j-Hearts}{8-Clubs} ist – damit halten Sie die Nutstraight. Allerdings sollten Sie sich nicht zu früh freuen, da Ihnen ein Flushdraw und ein Draw zu einer besseren Straße noch gefährlich werden kann. Sagen wir, dass ein Gegner {a-Spades}{k-Hearts}{10-Hearts}{7-Spades} hält: Obwohl dieser Spieler auf dem Flop nur Ass hoch hält, wird er die Hand in fast 63% der Fälle gewinnen, wenn Sie mit Ihrer Hand auf dem Flop all-in gehen!

4. „Pot-Limit“ bedeutet auch mehr Postflop-Poker

Ein weiterer auffälliger Unterschied zwischen PLO und NLHE hat mit dem „Pot-Limit“ im Namen zu tun. Außer wenn ein Spieler short-stacked ist, kann bei PLO niemand einfach vor dem Flop all-in pushen. Bevor es zum All-in kommt, muss ein Spieler erst raisen und ein anderer reraisen, bevor irgendjemand all-in gehen kann. Manchmal bedarf es sogar noch mehr Action.

Infolgedessen sind viele Spieler vor dem Flop bereit, ein Raise zu callen und zu sehen, wie sich die Hand entwickelt. NLHE-Spieler sind es gewohnt, gegen Short-Stacks zu spielen und nach dem Flop kaum Entscheidungen zu treffen – da wird PLO schnell herausfordernd, weil es den Spielern auch bessere Postflop-Skills abverlangt. Die höhere Komplexität und das Spielen mit vier Karten machen es einigen NLHE-Spielern schwer, die Ranges beim PLO einzugrenzen.

5. Beim PLO ist Position noch wichtiger

Auf Grund der Unterschiede ist die Position beim Pot-Limit Omaha noch wichtiger als beim No-Limit Hold’em. Wer Position auf einen Spieler hat, bekommt mehr Informationen – und zwar sieht man zuerst, was der Gegner macht. Es ist in den meisten Poker-Varianten vorteilhaft, Position zu haben, aber beim PLO wird das besonders deutlich.

Das Pot-Limit-Setzverhalten macht es für den Spieler, der zuerst an der Reihe ist, noch schwieriger, Gegner aus dem Pot zu vertreiben – dafür kann der Spieler in Position den Pot wesentlich einfacher kontrollieren. In Position können Sie mit mittelstarken Händen hinterherchecken oder Bets callen, um Ihren Draw zu treffen. Somit verlieren Sie in Position weniger und gewinnen mehr. Verglichen mit NLHE wollen erfahrene PLO-Spieler in den Blinds oder in früher Position auch deutlich seltener Raises callen, obwohl sie eine spielbare Hand halten.

Vor einigen Jahren haben wir Daniel Negreanu bei der World Series of Poker gefragt, welchen Rat er No-Limit Hold’em-Spielern geben würde, die ein PLO-Event spielen wollen. Hören Sie sich an, was er zu sagen hatte:

Es gibt noch mehr wichtige Unterschiede zwischen PLO und NLHE. Dabei geht es etwa darum, wie die Spiele gespielt werden (an PLO-Tischen geht es tendenziell viel looser zu) oder wie es mit der Varianz aussieht (beim PLO ist sie größer).

Spielen Sie No-Limit Hold’em und Pot-Limit Omaha? Was unterscheidet die beiden Spiele Ihrer Meinung nach voneinander? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.




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