Tommy Angelo: Was raufgeht muss auch wieder runterkommen

Tommy Angelo Presents: What Goes Up Might Come Down

Anmerkung der Redaktion: Der Poker-Coach, Autor und Spieler Tommy Angelo hat uns einen früheren Artikel zukommen lassen, der sich mit dem Aufstieg in den Stakes beschäftigt. Das Beispiel betrifft einen Limit Hold’em-Spieler. Allerdings sind die Überlegungen auch für No-Limit Hold’em und alle anderen Varianten interessant, wenn es um die Frage geht, wann es sinnvoll ist, in den Limits auf- und abzusteigen.

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Kennen Sie Joe? Joe spielt seit zwei Jahren Poker. Bislang hat er online nur $1/$2 Limit Hold’em gespielt. Joe hat Erfahrungen gesammelt und hart an seinem Spiel gearbeitet. Er liest Bücher und Artikel und ist in Online-Foren aktiv. Im ersten Jahr hat Joe ununterbrochen verloren, in den sechs Monaten darauf hat er breakeven gespielt, und in den letzten sechs Monaten hat er konstant Gewinne einfahren können. Zum ersten Mal hat Joe das Gefühl, dass er $2/$4 Limit Hold’em spielen könnte. Seine Poker-Bankroll beläuft sich auf $1.000.

Joe hat andere um Rat gefragt. „Angenommen, dass ich auf $1/$2 gewinne, und angenommen, dass ich kein zusätzliches Geld auf meinen Account einzahle: Wann sollte ich $2/$4 spielen? Wie viel Geld brauche ich für meine Bankroll?“

Joe holt bei seinen Poker-Freunden Rat ein, fragt Leute in den Online-Foren und und meldet sich sogar bei seinen Lieblings-Poker-Autoren. Und alle sind sich einig. Sie sagen, dass Joe das Limit nicht wechseln sollte, bis seine Bankroll einen bestimmten Punkt überschreitet. Das war’s. Keine weiteren Tipps.

Alle Ratgeber sind sich sicher, dass Joe 300 BB (Big Bets) braucht. Sie stellen fest: Wenn Joes Winrate bei 1BB / Stunde liegt und er genug Geld haben will, um die unabwendbaren Schwankungen abzufedern und ein überschaubares Risiko einzugehen, braucht er mindestens 300 BB. Mindestens. Mit anderen Worten: Nicht im Limit aufsteigen, bis er diese Grenze überschreitet. So lautet der Rat. Es gibt keine Unklarheit. Bei 300 aufsteigen. Vorher auf keinen Fall.

Joe befolgt den Rat. Auf $1/$2 gewinnt er weiter, bis seine Bankroll auf $1.200 angewachsen ist, was auf $2/$4 300 BB entspricht. Also nimmt er an einem $2/$4-Tisch Platz. In der ersten Hand bekommt er im Big Blind {A-}{K-} ausgeteilt. Insgesamt investiert er 3 BB in den Pot – und verliert. Seine Bankroll liegt jetzt bei 297 BB auf $2/$4 – oder 596 BB auf $1/$2.

Zu diesem Zeitpunkt bricht Joes Internetverbindung zusammen. Eine Stunde später ist er wieder online, und er muss sich für ein Limit entscheiden. Ohne darüber nachzudenken, setzt er sich an den $1/$2-Tisch, weil er nicht genug Geld hat, um $2/$4 zu spielen. Weil er nicht mehr über die nötigen 300 BB verfügt.

Warten Sie: Bevor die Verbindung zum Poker-Server abgebrochen ist, stand Joe kurz davor, den Small Blind an einem $2/$4-Tisch zu spielen – und auch hier hat er den Rat seiner Ratgeber befolgt. Was hat das zu bedeuten?

Wenn wir in den Online-Limits systematisch aufsteigen wollen und den Aufstieg an eine Mindest-Bankroll knüpfen, muss es eine festgelegte Bankroll-Schwelle geben, wann wir wieder absteigen wollen. Ansonsten ist das System blanker Wahnsinn.

Nehmen wir an, dass Sie recht vernünftig sind. Sie sind Realist genug, um zu erkennen, dass es beim Erklimmen des „Mount Online-Poker“ nicht immer vorangeht. Manchmal müssen Sie absteigen, bevor die Kletterpartie weitergeht. Sie müssen auf ein niedrigeres Limit wechseln.

Wenn Sie entschieden haben, dass es logisch ist, ab einer bestimmten Zahl vernünftigerweise auf ein höheres Limit zu wechseln, ist es nur logisch, beim Erreichen einer anderen Zahl auf ein niedrigeres Level umzusteigen. Die Zahl kann aber nicht die gleiche sein. Es muss zwei Zahlen geben. „Ich werde auf das nächsthöhere Limit aufsteigen, wenn ich 300 BB für das höhere Limit habe“, ist nicht vernünftig, wenn gleichzeitig gilt: „Und ich werde auf ein niedrigeres Limit wechseln, wenn ich 299 BB habe.“

Um den Berggipfel zu erreichen, brauchen Sie eine Range. Sie brauchen zwei Zahlen in Form von Big Bets (oder Big Blinds, wenn Sie No-Limit spielen). Die größere Zahl ist die, die Sie erreichen müssen, um aufzusteigen. Die niedrigere Zahl ist das erforderliche Minimum, um das Limit zu spielen, das Sie gerade erreicht haben.

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Tommy Angelo: Was raufgeht muss auch wieder runterkommen 101

Weltklasse Coach und Autor, Tommy Angelo gilt als moderner Meister des mentalen Pokerspiels und hat Profis und Freizeitspielern geholfen, weniger zu tilten und mehr auf den Fokus zu achten. Angelo's Elements of Poker, von der London Times als "der bahnbrechende Pokertext des 21. Jahrhunderts" bezeichnet, hat die Art und Weise, wie ernsthafte Spieler das Spiel angehen, revolutioniert. Sein neuestes Buch, Painless Poker, bereits ein Bestseller, ist bei Amazon.com zu finden. Mehr über Tommy finden Sie auf Twitter @TheTommyAngelo, und auf seiner Website: tommyangelo.com.

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