Texas Holdem Poker Strategie: Große Probleme mit Broadway Händen

Big Problems in Hold'em with "Big Card" Hands

Beim No-Limit Hold’em kann die Versuchung groß sein, große Karten zu spielen – vor allem, wenn Sie in den letzten 10 Minuten keine einzige spielbare Hand bekommen haben und die höchste Karte eine Acht oder Neun war.

Mit „großen Karten“ meinen wir natürlich so genannte „Broadway-Hände“ – zum Beispiel eine Hand wie Ass-Zehn. Nur eine dieser Karten auf die Hand zu bekommen, ist bereits schön, aber zwei ihrer Sorte sind noch besser – für Hold’em-Anfänger ist es nahezu unmöglich, eine solche Hand einfach zu entsorgen, ohne sich wenigstens den Flop anzuschauen.

Wenn wir die Pocket-Paare und Ass-König außen vor lassen, bergen die meisten anderen Zwei-Karten-Broadways eine Reihe möglicher Probleme. Das sind unsere Problem-Hände:

  • {a-}{q-}, {a-}{j-}, {a-}{10-}
  • {k-}{q-}, {k-}{j-}, {k-}{10-}
  • {q-}{j-}, {q-}{10-}
  • {j-}{10-}

Schauen wir uns einige Problem-Spots an, die uns beim Spielen dieser Hände erwarten. Diese Probleme können sich als großer Stolperstein erweisen, wenn ein Spieler nicht in der Lage ist, diese Hold’em-Hände vorsichtig zu spielen.

Problem 1: Sie verwechseln sie mit Premium-Händen

Ihre Anziehungskraft entfalten Broadway-Hände durch ihre „großen Karten“ – wenn sie auf dem Flop etwas treffen, handelt es sich häufig um ein Top Pair, zum Beispiel mit {k-Spades}{10-Hearts} auf einem {k-Diamonds}{7-Clubs}{2-Hearts} Flop.

Allerdings haben Sie kaum Gründe zu jubeln, wenn Sie mit {k-}{10-}, {q-}{j-} oder auch {a-}{10-} ein Top Pair floppen. Gehen wir davon aus, dass ein anderer Spieler aus mittlerer Position eröffnet hat und Sie das Raise im Big Blind mit {k-Spades}{10-Hearts} gecallt haben – der Flop bringt {k-Diamonds}{7-Clubs}{2-Hearts} und Sie halten auf einem trockenen Flop Top Pair. Fühlen Sie sich wirklich wohl?

Wenn Sie Broadway-Hände spielen, laufen Sie häufig Gefahr, vom möglichen Top Pair Ihres Gegners „dominiert“ zu werden, weil er einen besseren Kicker hält – in diesem Fall also ein Ass, eine Dame oder einen Buben. Falls Sie am Flop also betten und einen Call kassieren, könnten Sie einen beträchtlichen Pot verlieren, und das mit einer Hand, die kaum Möglichkeiten hat, sich bis zum River zu verbessern.

Problem 2: Sie spielen sie wie Drawing-Hände

{k-}{q-}, {q-}{j-}, {j-}{10-} und andere Hände haben den zusätzlichen Vorteil, dass Sie Straßen oder Flushes treffen und damit einen großen Pot gewinnen können. Wenn die Stacks groß genug sind, ist die Versuchung groß, sich günstig einen Flop anzuschauen und zu versuchen, einen Draw zu erwischen – insbesondere, wenn Ihr Gegner sich ungern von großen Paaren trennt und bereitwillig All-ins callt.

Was das Drawing-Potenzial betrifft, haben „Connectors“ – also {k-}{q-}, {q-}{j-} und {j-}{10-} – mehr Möglichkeiten als One-Gappers ({a-}{q-}, {k-}{j-}, {q-}{10-}), Two-Gappers ({a-}{j-}, {k-}{10-}) oder {a-}{10-}. Allerdings wollen Sie mit diesen Händen nicht allzu viel investieren, weil Sie den Flop häufiger verpassen als treffen werden – in vielen Fällen werden Sie weder Ihre erhoffte Straight, geschweige denn einen Draw zu Gesicht bekommen. Um die Hände trotzdem profitabel spielen zu können, müssen Sie vor dem Flop die Initiative übernehmen, indem Sie zum Beispiel openraisen und einige Gegner bereits jetzt zum Folden bewegen.

Für gewöhnlich wollen Sie mit diesen Händen entweder kleine Pots spielen oder sie wegwerfen – außer natürlich, Sie gabeln einen Ihrer Draws auf. Die Probleme entstehen dadurch, dass manche Spieler stur an Ihrer Hand festhalten und entgegen aller vernünftigen Odds Bets callen, weil sie ihren Draws hinterherjagen. Vielleicht haben Sie auch ein Paar getroffen, werden vom Gegner aber dominiert (siehe oben).

Problem 3: Sie laufen in eine Falle

Beim dritten Problem müssen wir einen weiteren Blick auf die {k-Spades}{10-Hearts}-Hand werfen. Diesmal haben Sie mit der Hand vor dem Flop eröffnet – ein gescheiter Spieler callt in den Blinds und der Flop kommt wieder {k-Diamonds}{7-Clubs}{2-Hearts}. Das Board liest sich super-trocken, Sie haben Top Pair getroffen und Ihr Gegner checkt. Sie spielen eine Continuation-Bet. Falls Ihr Gegner den Flop verpasst hat, wird er wahrscheinlich folden und Sie gewinnen einen kleinen Pot.

Gehen wir aber davon aus, dass er callt und der Turn den {j-Clubs} bringt und Ihr Gegner erneut checkt. Sie feuern eine weitere Barrel – wieder kommt der Call. Der Pot wird immer größer und Sie haben immer noch nur Top Pair ohne echten Kicker. Darüber hinaus entwickeln sich ein paar Backdoor-Draws und Sie haben einen Gegner, den Sie als vernünftigen Spieler einstufen.

Welche Hände könnte er halten? Aus dem Flop-Call können Sie auf keine Drawing-Hand schließen. Auch befinden sich kaum {7-}{x-}- oder {2-}{x-}-Hände in seiner Range (mal abgesehen von 77 und 22). Oder mit anderen Worten: {k-}{x-}-Hände sind auf jeden Fall möglich und Sie können nicht ernsthaft erwarten, dass ein gescheiter Spieler ein Preflop-Raise ohne Position mit {k-}{9-} oder schlechter callt.

Was passiert hier? Eine wahrscheinliche Erklärung ist, dass Sie gerade in eine Falle gelaufen sind.

Wir können die Positionen beliebig vertauschen und ein ähnliches Szenario beschreiben, in dem Sie nach dem Flop Bets mit {k-Spades}{10-Hearts} callen – wieder gilt: Vielleicht liegen Sie vorne, aber wahrscheinlich werden Sie einen großen Pot verlieren, wenn Sie weitercallen.

Abschließende Gedanken

Viele erfahrene Spieler werden diese Broadway-Hände (ausgenommen Paare und Ass-König) aus früher oder sogar mittlerer Position häufig in den Muck werfen. Selbst Ass-Dame fällt in die Schublade von Händen, denen einige Spieler äußerst skeptisch gegenüberstehen. Tatsächlich hat Doyle Brunson {a-}{q-} so wenig leiden können, dass die Hand eine Zeit lang nach ihm benannt wurde – ähnlich wie Zehn-Zwei wurde sie als „Doyle Brunson“ betitelt.

Natürlich sind alle Hold’em-Situationen einzigartig und ob Sie eine Hand spielen oder nicht, hängt von Ihrer Position, den Stacksizes und der Spielweise Ihrer Gegner ab. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, Broadway-Hände mit Vorsicht zu behandeln.

Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht mit Broadway-Händen verrennen – in der Hoffnung, den Flop gut zu treffen und vielleicht einen großen Pot zu gewinnen. Dabei ist es auch egal, ob Sie preflop die Initiative übernommen oder nur das Raise eines anderen Spielers gecallt haben. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie keine starke Hand getroffen haben – als stark gelten Hände, die zumindest ein Paar schlagen können – und/oder Ihr Gegner mit Calls, Bets oder sogar Raises sein Interesse bekundet.

Des Weiteren gilt: Fühlen Sie sich nicht dazu verpflichtet, diese Hände spielen zu müssen, selbst wenn Sie längere Zeit keine ansprechende Hand gesehen haben. Üben Sie sich in Geduld!

Welche dieser „großen Karten“-Hände bereitet Ihnen die meisten Kopfschmerzen? Ass-Dame? König-Bube? Verraten Sie uns Ihre Problem-Hände in den Kommentaren!

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