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Stud Poker Strategie: Pot-Limit Stud

Stud Poker Strategie: Pot-Limit Stud 0001

Gerade bin ich von einer Reise aus Paris zurückgekehrt – ich habe meine Tochter in dieser großartigen Stadt besucht. Natürlich habe ich auch in zwei Clubs Poker gespielt – jeder im hübschesten Viertel von Paris, gleich in der Nähe vom Arc D'Triomphe. Was für eine wunderschöne Aussicht.

Während meines Aufenthalts spielte ich bei einem Pot-Limit Dealer's Choice Spiel mit einem Buy-In €250. Sie spielten es mit zwei Blinds zu je €5. Der Button durfte aus über 12 Spielvarianten – inklusive Stud – wählen.

Ich habe Pot-Limit Stud in einem öffentlichen Casino seit sieben Jahren im Victoria Casino in London nicht mehr gespielt. Ich genoss diese Chance zu spielen, da ich diese Variante ja in vielen Partien mit Freunden spielte. Da ich Stud für meine beste Variante halte, nutzte ich diese Gelegenheit um Highstakes zu spielen.

Ich wurde nicht enttäuscht.

Ich bekam einige interessante Hände, die sofort die Unterschiede zwischen Pot-Limit und Limit Strategien beim Stud bewiesen. Und ich werde sie mit Ihnen teilen.

Ich hatte €250 vor mir liegen.

Sie spielten es wie ein Flop-Spiel, mit zwei Blinds und ohne Ante. Es gab keine forced bet für die niedrigste Karte. Ansonsten wurde es gespielt wie ein Limit Stud Spiel, mit der Ausnahme des Setzlimits.

Ich war am Button. Ich gab mir selbst ein Paar Neunen und Vieren. Eine weitere Neun und eine Vier lagen offen. Die Blinds waren je €5. Der nächste Spieler callte, der andere folded, dann noch ein Call von einem Spieler mit einem Buben. Ein Spieler mit einem Ass raiste in Pothöhe, also auf €30. Ein Spieler callte mit einer Dame, die anderen zwei foldeten. Nun war ich an der Reihe.

In einem normalen Limitspiel würde ich sofort folden. Ich nahm an, dass ich gegen diese zwei Spieler gegen Overcards mit meinen Paar Neunern vorne lag. Ich sah, dass eine der Neunen, die ich für meinen Drilling benötigte tot war. Ich sah, dass eine der Vieren, die mir ein Fullhouse oder Zwei Paar machen würden, ebenfalls tot war. Also kam ich zu dem Schluss, dass die Odds bei den noch kommenden Karten eine gute Hand zu treffen nicht so gut stehen würden, um mitzugehen. Auch wenn ich noch eine Neun treffen würde, habe ich noch 2 oder 3 Spieler gegen mich, wenn ich den Einsatz des Asses raisen würde – inzwischen wäre aber der Pot groß genug, und mein Einsatz nur gering und ich bekäme gute Odds zu callen. Ich habe die Chance auf einen höheren Drilling, eine Strasse oder einem Flushdaw. Würde ich auffüllen, auch wenn die Chancen mit 2 toten Karten sehr schlecht stehen, könnte ich nicht sicher sein mit dem Drilling Neun zu gewinnen. Ein weit hergeholter Draw und geringe Pot Odds – besser folden.

Aber das war eine andere Geschichte. Das war Pot Limit. Für €25 könnte ich mit meiner Hand gewinnen und meinen Stack verdoppeln oder verdreifachen. 40-zu-1 oder so gegen mich die dritte Neun zu treffen, und die Chance Runner-Runner ein Fullhouse zu bekommen, und mögliche €750 oder mehr, wenn ich treffe. Nun war die Gleichung ausgeglichen und ein Call gerechtfertigt.

Wie es sich herausstellte, musste ich mich auf der 4. Strasse geschlagen geben und foldete nach einem Einsatz. Der Gewinner traf eine weitere Dame und das Paar Asse konnte sich nicht weiter verbessern.

Ein weiteres Beispiel das die Unterschiede zwischen Pot-Limit und Limit Stud zeigt, finden Sie hier.

Ein Spieler vor mir raiste auf €35 mit einem König. Ein Spieler nach ihm, callte mit einer Dame und nun war ich am Zug – im Pot waren die zwei Blinds und ein Spieler der zuvor mit einem Ass die €5 bezahlt hatte und nun auf das Raise reagieren musste. Ich hatte 3 suited Karten, die höchste eine Neun. Eine meiner Farben war bei einem Gegner. Ich hatte einen Stack von rund €200 und jeder hatte mehr als ich.

Normalerweise, in einem Limit Spiel, würde ich das Raise callen. Ich habe die Größe des Pots gesehen und schätzte die eventuelle Größe des Pots mit den Spielern die nach der 3. Strasse dabei bleiben. Ich erkannte, dass ich einen exzellenten Preis für meinen Call bekommen werde.

Aber das war ein Pot Limit Spiel. Es wäre nicht sehr wahrscheinlich, dass ich auf der 4. Strasse einen kleinen Einsatz werde bringen müssen, auch wenn ich nur vier Karten einer Farbe habe – auch wenn ich Glück habe und noch eine suited Karte bekommen würde. Will ich wirklich bei dieser Drawing Hand dabei sein und alle meine Chips riskieren?

Trotzdem bekam ich gute Pot Odds wenn ich calle, angenommen auch die anderen Spieler callen die € 30. €35 um zu callen für einen Pot der €115 oder größer ist. Und meine implied Odds waren kolossal. Ich könnte verdreifachen.

Entgegen besseren Wissens, callte ich. Irgendein Gefühl sagte mir, das war ein schlechter Move. Ich vergaß die Möglichkeit, dass jemand raisen könnte. Und genau das passierte. Der Small Blind callte mit einer Sieben. Der Big Blind foldete. Und das Ass, das vorher nur den BB gecallt hatte, raiste auf €150. Der König callte. Die Dame foldete. Und ich war in der unbequemen Situation €150 zu callen – fast ein All-In – gegen zwei Spieler wahrscheinlich beide mit einem Premium Paar, während ich nur 3 Karten einer Farbe hatte.

In einem Limit Spiel kann dieser Fall nicht eintreten. Sicher könnte das Ass raisen, aber nur mit einem begrenzten Raise und einem kleinen Einsatz auf der 3. Strasse. Kommt es beim Pot Limit zu einem Raise, ist das Raise meist sehr hoch, wie in diesem Fall.

Natürlich foldete ich und sah einen Showdown mit Asse gegen einen Drilling – und einem Riesenpot. Vielleicht hätte ich den Flush getroffen. Wer weiß. Aber es war nicht wert diesen Preis zu zahlen, um es herauszufinden.

Pot Limit Stud kann ein sehr schauriges Spiel sein. In jeder Setzrunde könnten Sie alle Ihre Chips verlieren. Und beim Stud, nicht so wie bei Holdem, gibt es 5 Setzrunden, jede erhöht die Chance dass Sie oder Ihr Gegner bereit sind bis zum bitten Ende in diesen Pot zu investieren.

Natürlich erhöhen sich auch die Möglichkeiten zu bluffen, Beachten Sie die folgende Hand.

Sie und Ihre Mitspieler haben einen Stack von €1,000 oder mehr. Sie haben preflop gesplittete Asse. Sie raisen in Pothöhe und bekommen zwei Caller mit je €20. Der Pot ist nun auf der 4. Strasse €70.

Sie haben auf der 4. Strasse die höchste Karte mit Ihrem Ass – aber mit sonst nichts. Sie setzen in Pothöhe – also €70. Ein Spieler folded und der andere Spieler mit einer Dame und einer Zehn raised auf €280. Was machen Sie?

Hat er was oder blufft er? Nimmt er an, dass Sie mit einem Paar pushen oder dass Sie selber bluffen? Ist er ein aggressiver oder konservativer Spieler? Hat er sein zweites Paar getroffen? Wenn er einen Drilling hat, würde er dann so aggressiv versuchen Sie zum folden zu bringen? Wenn er zwei Paar hat, würde es für ihn Sinn machen zu callen? Im Limitspiel ist callen in so einer Situation logisch, da die Bethöhe verglichen mit der erwarteten Pothöhe so gering ist. Aber bei Potlimit müssen Sie Ihren Gegner genau kennen um diese Fragen richtig zu beantworten, da die Bet sehr hoch ist.

(Das passierte mir tatsächlich in einem Spiel. Ich entschied zu reraisen und alle Chips zu riskieren. Er foldete nachdem er lange nachgedacht hatte.)

Ich möchte sagen, dass ich viel Geld bei dieser Dealer's Choice Partie in Paris gewonnen hatte. Unglücklicherweise verlor ich über €300 – in nur einer einzigen Omaha Hand, in der ich nicht hätte dabei sein sollen (aber wenn Sie es genau wissen wollen, können Sie mir an [email protected] mailen).

Pot-Limit Stud ist ein großartiges Spiel, aber es erfordert exzellente Hände und Sie müssen Ihren Gegner gut lesen können. Ich würde es regelmäßig spielen, wenn es die Casinos hier anbieten würden. Wer weiß? Vielleicht besinnen sich noch andere Spieler darauf und beginnen mit diesem großartigen Spiel.

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