Stud Poker Strategie: Multiway Pots, Teil 3

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Die anzuwendende Strategie in einem Stud-Multiway-Pot unterscheidet sich erheblich von einem Heads-up Pot. Sollten mehrere Spieler in den Pot involviert sein, gilt es zunächst diese zum Folden zu bewegen, damit die Hand nur noch heads-up zuende gespielt wird. Hier die Erklärung dazu.

In einer Hand mit nur einem Gegenspieler gibt es nur zwei Möglichkeiten. Wir sind vorne und wollen des Gegners Draw so teuer wie möglich machen, oder wir sehen uns hinten und wollen so billig wie möglich die nächsten Karten sehen. Manchmal, aber eher selten, will man den Gegner auch täuschen. Entweder versucht man herauszufinden wie stark der Gegner wirklich ist, oder man versucht den Eindruck zu vermitteln, dass die eigene Hand stärker oder schwächer ist als sie repräsentiert wird.

So oder so sind die Entscheidungen exakt bilateral, d.h. unsere Gewinne entsprechen den Verlusten des Gegners. Unsere korrekten Entscheidungen schaden dem Gegner und unsere falschen Entscheidungen helfen dem Gegner.

Wenn man sich nun aber in einem Multiway-Pot befindet, geht diese Rechnung nicht mehr auf. Hält man eine bessere Hand als der Aggressor heißt das nicht, dass wir in der Hand vorne sind. Eine Bet die einen Gegner zum Folden bewegt, wird oft nicht ausreichen, um den Pot zu gewinnen.

Es gibt aber auch andere Unterschiede. Wenn man heads-up callt, ist die Setzrunde zu Ende – in einem Multiway-Pot kann der dritte Spieler aber immer noch mitgehen oder sogar erhöhen.

Somit werden strategische Entscheidungen, zu mindest in einigen Punkten, komplexer

Ein Beispiel auf Sixth Street: Wir haben Aces-up, zeigen ein Paar Jungen und haben zusätzlich einen AJ-Flushdraw, die Asse und Jungen sind live. Zu unserer Rechten sitz ein Spieler mit einem Paar Königen, wobei ein König die Doorcard ist. Ein König wurde bereits abgelegt, der Gegner ist jedoch ziemlich tight, so dass er gut Trips Könige halten könnte. Sollten wir heads-up sein würden wir ihn bis zum River runtercallen.

In unserem Beispiel sitzt aber noch ein dritter Spieler zu unserer Linken, der gerade sein drittes offenes Herz bekommen hat. Wir sind uns nicht sicher, ob er auf einem Flushdraw ist, oder sogar den Flush bereits fertig hat. Falls es ein Flush ist, wird er höchstwahrscheinlich Q-high sein, da er eine Queen dieser Farbe zeigt. Angenommen sowohl unser Flush als auch der Flush des dritten Spielers kommen an, so würden wir uns vorne sehen. Hat der Spieler den Flush bereits getroffen, sind wir offensichtlich mit unseren zwei Paaren hinten.

Obwohl es Sinn machen würde auf den Flush oder das Full House auf Sixth Street heads-up gegen einen Gegner zu drawen, der anscheinend Trips hält, so ist in dieser Situation fast immer ein Fehler.

Der bessere Spielzug ist hier zu raisen, da auch der dritte Spieler bereits einige Bets in den Pot investiert hat. Man sollte es dem Spieler zu unserer Linken so teuer wie möglich machen – hat er bereits einen Flush haben wir immer noch Outs.

Aufgrund der Erhöhung und somit der Möglichkeit den dritten Spieler zum Folden zu bringen, vergrößern wir unsere Gewinnwahrscheinlichkeit in diesem Pot beträchtlich.

Angenommen der Gegner rechts bettet und wir callen, dann wird es dem Spieler mit dem Flushdraw durchaus schmackhaft gemacht mitzugehen. Sollten wir aber raisen, sieht er sich evtl. gegen ein Full House oder einen höheren Flush und foldet. Alternativ könnte er sich auch denken, dass es sich nicht lohnen könnte für zwei Bets einem Flushdraw nachzulaufen.

Aber auch wenn er callt, sollten wir ihn mit einem getroffenem Full House oder höherem Flush schlagen.

Grundsätzlich müssen in Multiway-Pots andere Strategien als in Heads-up Situationen angewendet werden. So muss man die wahrscheinlichen Konsequenzen der eigenen Einsätze noch genauer durchdenken.

Falls Sie bereits interessante Konstellationen in einem Multiway-Pot erlebt haben, so geben Sie mir Bescheid. Eventuell verwende ich Ihre Situation in einem zukünftigem Artikel.

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