Stellen Sie sich selbst bei Poker eine Falle? Vermeiden Sie diese Fehler

Are You Trapping Yourself in Poker? Avoid This Common Mistake

Wenn wir uns vorstellen, jemandem beim Pokern eine Falle zu stellen, gehen wir in der Regel von einer Situation aus, in der wir eine starke Hand treffen und zum Slowplay ansetzen, um den Gegner zu täuschen. Abhängig von der Board-Textur und den involvierten Spielern kann das eine durchaus valide Strategie sein.

Aber was, wenn Sie sich selbst eine Falle stellen? Ja, auch das kommt vor! Und es ist ein Fehler, den vor allem Anfänger häufiger machen als man glauben würde.

Die folgende Hand zeigt beispielhaft, wie ein Spieler über seine eigene Falle stolpert:

In dieser Hand, zu der es an einem Online-6-max-Tisch auf den Micro-Stakes kam, erhöhen wir in früher Position mit {a-Spades}{10-Diamonds}. Normalerweise ist das bereits ein Fold für mich. Ich glaube nicht, dass wir diese Hand in dieser Position spielen müssen.

Das Problem mit unserer Hand besteht darin, dass hinter uns jemand mit einer besseren Hand aufwachen und callen oder raisen könnte. Das schließt Hände ein, die unsere dominieren, zum Beispiel A-K, A-Q, A-J. Noch entscheidender: Wenn wir nach dem Flop weiterspielen, haben wir so gut wie nie Position auf unsere Gegner.

Die Macht der Position

Wie ich in meinem Buch Crushing the Microstakes erläutere, sind Initiative und Position maßgeblich entscheidend für den Erfolg beim Pokern.

Initiative beschreibt eine Situation, in der wir vor dem Flop erhöht und somit den „Betting-Lead“ innehaben. Das ist uns in der Beispiel-Hand geglückt. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass wir den Positionsvorteil auf unserer Seite haben. Nach dem Flop sind wir als Erster an der Reihe.

Statistisch zeigt sich, dass das Spielen ohne Position ein erheblicher Nachteil ist. Sie werden weit mehr Geld gewinnen, wenn Sie Position haben und nach dem Flop als Letzter an der Reihe sind. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, in früher und mittlerer Position sowie in den Blinds auf eine tighte Auswahl der Starthände zu setzen.

Im Cutoff oder am Button ist das Gegenteil der Fall. Bekommen Sie hier Ass-Zehn ausgeteilt, sollten Sie mit der Hand auf jeden Fall erhöhen.

Warum? Es liegt an der Position. Am Cutoff und Button sind wir nach dem Flop häufig als Letzter an der Reihe. Wie bereits erwähnt, ist das vorteilhaft. Daher können wir insbesondere in diesen Positionen deutlich mehr Hände profitabel spielen.

Die Handstärke nach dem Flop richtig einschätzen

In dieser Hand callt der Button nur. Der Flop gefällt uns richtig gut: {10-Spades}{j-Clubs}{a-Clubs}.

Wir haben Top und Bottom Pair. Beim No-Limit Hold’em ist das eine sehr starke Hand, mit der wir in den meisten Fällen um einen großen Pot spielen wollen. Allerdings liegt der Fall in dieser Hand ein bisschen anders. Die Board-Textur erlaubt viele Draws. Es gibt bereits eine Reihe Made Hands, die gegen uns vorne sind: Die Straight oder ein besseres Two Pair. Dazu kommen starke Draws, die gegen uns eine hohe Gewinnchance haben: Etwa Hände wie {9-Clubs}{8-Clubs}.

Aus diesen Gründen würde ich auf dem Flop standardmäßig eine Continuation-Bet platzieren. Unser Gegner kann entweder callen, folden oder raisen.

Mit einem Call wären wir glücklich. Das würde bedeuten, dass er wahrscheinlich einen Draw hält. Abhängig von der Turn-Karte können wir weiter Druck auf ihn ausüben. Gegen einen Fold hätten wir auch nichts einzuwenden. Schließlich gewinnen wir so direkt den Pot.

Falls unser Gegner erhöht, können wir callen und die Situation am Turn neu bewerten. Auf diese Weise kontrollieren wir die Größe des Pots und manövrieren uns in keine Sackgasse, in der wir gezwungenermaßen um alle Chips spielen müssen.

Vorsicht vor der Check-Raise-Falle

Eine weitere Möglichkeit ist das Check-Raise, für das wir uns sogar entscheiden. Das Problem mit dieser Entscheidung ist, dass wir uns im Grunde selbst eine Falle stellen.

Das liegt daran, dass das Board – wie bereits erwähnt – sehr viele Draws erlaubt und bessere Made Hands möglich macht. Auch wenn wir eine sehr starke Hand haben, halten wir nicht die Nuts oder die bestmögliche Hand, die wahrscheinlich wäre.

Wenn Sie in einer Poker-Hand zum Check-Raise greifen, ist das fast immer nur mit den Nuts oder einem Bluff wie einem schwachen Draw sinnvoll. Selten wollen Sie zum Check-Raise ansetzen, wenn Sie eine mittelprächtige Hand haben. Selbst mit einer guten Made Hand wie in unserem Beispiel sehen wir davon ab. Mit diesen Händen wollen wir in dieser Situation einfach keinen großen Pot spielen.

Die Falle schnappt deshalb zu, weil der Gegner oft nur mit Händen weiterspielt, gegen die wir hinten liegen, und alle Hände aufgibt, von denen wir uns ein Weiterspielen erhoffen. Ich bezeichne solche Spots gerne als „Lose-Lose-Situation“. In diesen Spots gewinnen wir kein Geld. Wir spielen nur erfolgreich Poker, wenn wir uns auf Win-Win-Situationen einlassen.

Sie manövrieren sich selbst ins Aus, wenn Ihre Entscheidung dazu führt, dass alle schwächeren Hände folden und alle stärkeren Hände am Ball bleiben. Daher besteht die beste Vorgehensweise in der Beispiel-Hand darin, am Flop einfach selbst zu setzen.

Letzten Endes geht es nur darum, dass Sie lernen, Ihre Handstärke am Flop richtig zu erfassen. Wir haben hier nicht die Nuts. Wir haben eine gute Hand – aber es ist nicht die beste. Also steht ein Check-Raise außer Frage, weil wir nicht über selbst gesponnene Fallstricke stolpern wollen.

Trotzdem will ich wissen, was Sie denken. Was halten Sie von der Hand? Hinterlassen Sie einen Kommentar. Haben Sie sich an den Poker-Tischen schon einmal selbst in einer Falle verheddert?

Nathan “BlackRain79” Williams ist der Autor der beliebten Micro Stakes Strategiebücher Crushing the Microstakes und Modern Small Stakes. Er bloggt außerdem regelmäßig über das Thema Micros auf www.blackrain79.com.

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