PokerNews Strategie: Squeeze Play

Poker Strategie

Poker ist ein großartiges Spiel, weil Sie gegen andere Leute spielen und nicht gegen die Bank. Deswegen kann man sich nicht auf eine allgemeine Strategie verlassen, wie im Black Jack oder Roulette, sondern muss sich den Gegnern am Tisch anpassen. Sie spielen gegen andere Spieler, die ab und zu gerne lügen. Mit einem Bluff können Sie Pötte stehlen, die nicht für Sie bestimmt sind. Dies ist auch der Grund warum Spieler, die gegeneinander spielen, auf lange Sicht gesehen, nie den Break Even erreichen.

Einer meiner Lieblings-Bluffs ist das Squeeze Play (die Quetsche). Bei diesem Bluff reraist man, wenn schon zwei Leute im Pot sind, von denen einer geraist und der zweite gecallt hat. Der eigentliche Raiser ist zwischen Ihnen und dem Caller gefangen - das ist die „Quetsche". Vielleicht hat er ja die Pot Odds um zu callen, aber die Tatsache, dass jemand nach ihm kommt der seinen Raise gecallt hat, und er keine Ahnung hat was dieser tun wird, sollte ihm dazu bringen seine Hand zu folden. Der zweite Spieler nahm an, dass seine Hand gut genug ist um das erste Raise zu callen, aber jetzt hat er es mit einem Re-Raise out-of-position zu tun. Er wird die Hand höchstwahrscheinlich folden und Sie holen sich den Pot.

Es ist ein wunderbares Gefühl wenn der Squeeze erfolgreich ist und Sie können viele Chips wenn die Blinds hoch sind. Jedoch gibt es ein paar Sachen, die man beachten muss um diesen Bluff erfolgreich auszuführen.

1. Sie müssen überzeugt sein, dass der Raiser keine so starke Hand hat um damit auch ein Re-Raise zu callen. Tells sind immer wichtig, aber im diesem Fall reicht auch schon die Spielgewohntheiten des Gegners, z.B. wer ist aggressiv oder wer raist häufiger pre-flop mit marginalen Händen.

2. Der zweite Spieler muss das Raise callen, und nicht selber re-raisen. Wenn er selber raist, hat er vermutlich eine sehr gute Hand die er nicht folden wird. Wenn er jedoch nur callt, kann er eine verschiedene Draws haben, mit denen er zwar ein Raise callt, aber kein Re-Raise.

3. Sie sollten ein sehr solides Tischimage haben, am besten als tighter Spieler. Versuchen Sie den Squeeze nie, wenn Sie gerade beim Bluffen erwischt wurden. Wenn es in den letzten Stunden ein paar Showdowns gegeben hat, dann stellen Sie sicher, dass Ihre Gegner die guten Karten auch gesehen haben.

4. Machen Sie den Squeeze nie zweimal während einer Session (auch wenn Sie beim ersten Mal wirklich gute Karten hatten). Es ist ein großer Move, der nicht unbeachtet bleiben wird.

Erfolgreich angewandt, kann Ihnen das Squeeze-Play in den kritischen Phasen des Turniers viele Chips bringen, die Sie am Finaltisch benötigen werden.

Hier ist ein Beispiel eines „Squeeze Play" von der WSOP 2004. Am Finaltisch sind noch sieben Spieler übrig:

Small Blind - Glen Hughes $2,375,000

Big Blind - David Williams $3,250,000 Ah-Qc

1 - Josh Arieh $3,890,000 Kh9s

2 - Al Krux $2,175,000

3 - Greg Raymer $7,920,000 Ac2c

4 - Matt Dean $3,435,000

5 - Dan Harrington $2,320,000 6h2d

Die Blinds waren 40.000/80.000 mit einem Ante von 10.000. Im Pot lagen 190,000. Josh Arieh eröffnete mit einem Raise auf 225,000, etwas weniger als den dreifachen Big Blind. Er war einer der aktiveren Spieler am Tisch.

Al Krux foldete.

Greg Raymer, der schon einige Zeit keine guten Karten mehr bekommen hat, callte mit Ac-2c.

Matt Dean foldete.

Dan Harrington hätte seine Karten wegwerfen können, aber der Call von Greg Raymer hat das perfekte Szenario für den Squeeze Play geschaffen. Der Tisch war sehr loose und die Spieler callten oft wenn Sie gute Pot Odds bekamen, also wäre in dieser Situation ein Standard Raise von 500K nicht genug gewesen. Also raiste Harrington auf 1,200,000.

Glen Hughes foldete.

David Williams hatte die beste Hand (AQ), aber unglücklicherweise konnte er diese Hand nach dem Raise, dem Call und dem Re-Raise nicht mehr spielen, also foldete er.
Josh Arieh wollte mit K-9 nicht spielen, wenn noch zwei Spieler nach ihm sitzen, also foldete er ebenfalls.
Greg Raymer musste nun davon ausgehen, das er gegen ein Ass mit besserem Kicker spielte, oder gegen ein mittleres oder hohes Paar. In beiden Fällen war es zuviel für ihn, also foldete er seine Hand.

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