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So spielt man -- oder auch nicht -- im Small Blind

How to Play -- or Not to Play -- from the Small Blind

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Ein Freund ist gerade aus einem Turnier geflogen oder hat einen großen Pot im Cashgame verloren – kurze Zeit später treffen Sie auf Ihren Freund, der Ihnen haarklein die Geschichte seines Unglücks auftischen muss. Da Sie ein guter Freund sind, hören Sie aufmerksam zu und sind sogar bereit, sich durch eine dieser leidigen „Bad Beat“-Storys zu quälen.

Die Geschichte Ihres Freundes beginnt damit, dass einer seiner Gegner geraist hat und er an der Reihe war. Er fährt fort: „Ich bin im Small Blind und habe …“

Viele Poker-Hände, die zuungunsten eines Spielers ausgehen, fangen im Small Blind an. Vor allem Anfänger haben Probleme damit, diese Position richtig zu spielen. Manche geraten in Schwierigkeiten, weil sie im Small Blind unaufhörlich Raises callen und Hand für Hand verlieren, weil sie sich ohne Position kaum gegen ihre Gegner wehren können.

Online-Spieler haben die Angewohnheit, ihre Spielweise mit Hilfe von Tracking-Programmen zu protokollieren. Aus den Daten ergibt sich in der Regel, dass die späten Positionen – insbesondere der Button – am meisten Geld abwerfen. Anders sieht es im Big Blind aus: Auf Grund des Zwangseinsatzes verlieren Sie in dieser Position das meiste Geld. Ähnlich kann es auch im Small Blind aussehen – vor allem bei Spielern, die ihre Fähigkeiten überschätzen und eigentlich keine Ahnung haben, wie sie den Positions-Nachteil ausgleichen wollen.

Zuallererst sollten Sie es sich zur Gewohnheit machen, im Small Blind nur selten in den Pot einzusteigen. Hören Sie auf, zu denken: Wenn jemand vor mir geraist hat und ich bereits den Small Blind bezahlt habe, sollte ich das Raise callen, schließlich muss ich weniger nachlegen. Es ist ein „Rabatt“, oder? – Denken Sie stattdessen darüber nach, was es bedeutet, im Small Blind zu sitzen und ein Preflop-Raise zu bezahlen.

Gehen wir davon aus, dass Sie ein Turnier spielen, die Blinds bei 100/200 liegen und jemand vom Cutoff aus auf 500 erhöht. Sie befinden sich im Small Blind und haben {A-Clubs}{9-Hearts} oder irgendeine andere Nicht-Premium-Hand, die über dem Durchschnitt liegt, vor sich liegen.

Richtigerweise könnten Sie annehmen, dass Ihr Gegner nur stealen will – das würde bedeuten, dass Ihre Hand gegen die Range des Gegners gut dasteht. Allerdings müssen Sie nach dem Call und nach dem Flop ohne Position agieren. So kann sich auch ein eigentlich schöner Flop wie {A-Spades}{J-Diamonds}{4-Clubs} als schwierig zu spielen erweisen.

Natürlich haben Sie das gleiche Problem, wenn Sie im Big Blind ein Raise mit {A-Clubs}{9-Hearts} (oder einer anderen ähnlich schönen Hand) callen. Allerdings sitzen Sie nicht im Big Blind – Sie befinden sich im Small Blind, was bedeutet, dass sich der Spieler hinter Ihnen immer noch in die Hand einmischen kann!

Nachdem Sie die 500 bezahlt haben, hat der Big Blind ebenfalls eine Entscheidung zu treffen. Für den Big Blind musste er bereits 200 Chips bemühen und er muss nur 300 nachlegen, um den Flop sehen zu können. Da der Cutoff und Sie bereits 500 investiert haben, bekommt der Big Blind Pot Odds von 4:1 – oder anders ausgedrückt: Um die 1.200 in der Mitte gewinnen zu können, muss er lediglich weitere 300 auf den Tisch legen.

Das wird fast immer dazu führen, dass der Big Blind callen muss – Sie geben Ihrem Gegner einfach viel zu gute Pot Odds, die er nicht ablehnen kann. Nach dem Flop werden Sie also wahrscheinlich nicht nur einen, sondern zwei Gegner haben – und diese Situation müssen Sie ohne Position überstehen.

Wenn Sie sich im Small Blind in einen Pot einmischen wollen, ist es in der Regel besser, eine Hand wie {A-Clubs}{9-Hearts} zu raisen. Auf diese Weise werden Sie den Big Blind los und Sie können den Pot sofort einsacken, falls Ihre Vermutung richtig war und der Cutoff nur einen Steal-Versuch unternommen hat. Halten Sie sich im Small Blind aber mit 3-Bets zurück, solange Sie keinen Read auf Ihren Gegner haben, der das Raise rechtfertigt.

Eine Ausnahme dieser Regel ergibt sich, wenn der ganze Tisch foldet und Sie im Small Blind nur Ihren Tischnachbarn im Big Blind überwältigen müssen. Auch wenn das Raisen mit mittelprächtigen Händen immer noch gut sein kann, bevorzugen es manche Spieler, spielbare Hände in dieser Situation nur zu limpen.

Der Grund dafür liegt im Kontrollieren der Pot-Größe: Wenn Sie nur limpen, halten Sie den Pot kleiner und können den Positions-Nachteil teilweise ausgleichen.

Tatsache ist nämlich, dass sich viele Spieler dazu ermuntert fühlen, ein Raise des Small Blinds im Big Blind mit einer weiten Range zu callen – das macht es schwierig, die Hand des Big Blinds zu bestimmen. Dass der Big Blind so viele Hände verteidigt, ist auch nicht falsch: Schließlich ist eine Konfrontation Blind vs. Blind die einzige Situation, in der der Big Blind Position auf seinen Gegner hat. Zudem ist es wahrscheinlich, dass Sie den Pot häufig stehlen wollen.

Bleiben Sie also sogar in Spots Blind vs. Blind wachsam und warten Sie lieber geduldig auf bessere Hände, statt etwas erzwingen zu wollen. Hoffentlich haben Sie das Tischgeschehen auch aufmerksam verfolgt – falls der Spieler im Big Blind gegen Raises häufig weggelegt hat, können Sie Ihre Small Blind-Range natürlich beliebig erweitern.

Im Großen und Ganzen gilt: Seien Sie vorsichtig und wählen Sie Ihre Hände im Small Blind mit Bedacht aus. Es gibt bessere Möglichkeiten, um an Chips zu gelangen – der Button ist nur einen Fold entfernt!

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