So schützt man sich gegen Triple Barrel Bluffs

Phil Ivey

Stellen Sie sich folgenden Schlagabtausch vor: Profi-Spieler vs. Amateur. Der Profi hat die Initiative übernommen und Position auf den Hobby-Spieler. Nachdem er am Flop und Turn eine Bet platziert hat, weiß der Profi, dass der Amateur meistens keine Hand hat, die stark genug ist, um eine große River-Bet zu bezahlen. Schließlich hat der unerfahrene Hobby-Spieler drei Gelegenheiten ausgelassen, um vor dem River zu raisen.

Aus diesem Grund entscheidet sich der Profi für eine große River-Bet, um die meisten Hände seines Gegners zum Folden zu bringen.

Der Hobby-Spieler ist jetzt in einem unglaublich schwierigen Spot – wie soll er seine Hand auch anders spielen? Mit einer Made Hand kann er nicht am Flop oder Turn folden, das wäre zu schwach. Auf der anderen Seite ist die Hand gegen eine große River-Bet einfach nicht stark genug – hier zu callen würde an Spew grenzen.

Das Problem besteht darin, dass wir auf dem Turn nur marginale Hände in unserer Check-Calling-Range haben, wenn wir alle starken Hände vor dem River raisen. Wer so spielt, wird gegen einen guten, aggressiven Spieler – der obendrein Position hat – nicht gewinnen können.

Um dieses Leak zu stopfen, müssen Sie Ihre Check-Calling-Range am Turn stärken, indem Sie 1. ein paar schwächere Made Hands nicht callen und 2. einige starke Hände nicht raisen.

Wenn Sie zu dem Spielertyp gehören, der schwache Hände wie Bottom Pair oder marginale Drawing-Hände am Flop und Turn check-callt, sollten Sie in Betracht ziehen, diese Hände zu folden oder als Bluff zu raisen. Falls Sie Hände wie Two Pair oder besser auf dem Turn immer raisen, sollten Sie darüber nachdenken, gegen intelligente, aggressive Profis nur zu callen.

Klar wollen wir eine Hand wie Two Pair davor bewahren, überholt zu werden, aber gegen einen aggressiven Profi ist die Hand als Bluffcatcher einfach besser.

Wie sieht die Alternative aus? Wenn Sie raisen und Ihr Gegner callt, wird er in den meisten Fällen eine bessere Hand oder einen starken Draw haben. Profis sind nicht deshalb so erfolgreich, weil sie Turn-Raises von Amateur-Spielern mit schwächeren Händen als Two Pair callen. Zudem lassen Sie Ihre Gegner mit einem Raise vom Haken, wenn diese eigentlich eine Hand haben, mit der sie drei Streets bluffen wollten.

Wenn Ihr Gegner bluffen will, lassen Sie ihn bluffen! Die Hände, die sich am besten als Bluffcatcher eigenen, a) blocken die Value-Range des Profis, b) bekommen mit einem Raise nur selten Value von schlechteren Händen und c) haben so viel Equity, dass sie auch am River häufig vorne sind. Eine Hand wie Top Two Pair erfüllt alle Kriterien.

Um das an einem Beispiel festzumachen, schauen wir uns eine Hand, die sich vor ein paar Jahren beim World Series of Poker Main Event abgespielt hat.

In der fraglichen Hand hat Phil Ivey einen großen Stack. Under the Gun openraist er mit {7-Diamonds}{6-Diamonds}. Zwei Spieler callen, einer am Button und der andere – ein Amateur – mit {K-Clubs}{10-Hearts} im Big Blind.

Der {J-Diamonds}{Q-Diamonds}{K-Hearts} Flop wird aufgedeckt. Ivey platziert eine C-Bet, der Button wirft seine Karten in den Muck, der Big Blind callt. Da der Big Blind weder preflop noch am Flop geraist hat, weiß Ivey bereits, dass er selten gegen Two Pair oder besser spielt.

Der Turn bringt die {5-Clubs} und der Big Blind check-callt eine weitere Bet von Ivey. Spätestens hier würden die meisten Hobby-Spieler starke Hände raisen, um sich vor Flush- und Straightdraws zu schützen. Ivey kann seinen Gegner also ziemlich sicher auf eine schwache Ein-Paar-Hand oder einen Draw setzen.

Am River wird die {7-Spades} aufgedeckt – eine Karte, die dem Gegner extrem selten weiterhilft. Der Big Blind checkt erneut, Ivey geht All-in und der Hobby-Spieler ist gezwungen, seine Hand zu folden.

Ich denke nicht, dass Iveys Gegner {K-Clubs}{10-Hearts} anders spielen kann, aber was würde dieser Spieler mit {J-Clubs}{9-Hearts} machen? Ich glaube, er würde die Hand genauso spielen. Diese Hand wollen wir vor dem River aber lieber folden oder bluff-raisen.

Und wie sieht es mit {K-Clubs}{Q-Hearts} aus? Die meisten Spieler würden auf einem so gefährlichen Board vor dem River raisen, aber ich denke, dass sich die Hand in dieser Situation besser als Bluffcatcher eignet.

Völlig egal, mit welchen Händen Sie den River erreichen – wenn Sie Bets von einem aggressiven Profi kassieren, sollten Sie wissen, wo Sie sich in Ihrer Range befinden. Falls Sie sich am River mit dem stärksten Teil Ihrer Check-Calling-Range unwohl fühlen, haben Sie ein Leak gefunden. Stärken Sie Ihre Range, damit Sie River-Barrels in Zukunft häufiger check-callen können.

Wenn Sie sich für 888 Poker interessieren, dann lesen Sie doch die PokerNews 888 Poker Bewertung und holen Sie sich den 888 poker Download.

Sie finden de.PokerNews auch auf Twitter und Facebook.

Was denken Sie?

MEHR ARTIKEL

Weitere Artikel