FL - Slowplay am Turn

FL - Slowplay am Turn 0001

Slowplay: Man spielt check bzw. check behind um eine sehr gute Hand zu tarnen.

Es soll erreicht werden, dass der Gegner (zukünftig Villain genannt) auf den folgenden Straßen bettet, weil er seine Hand verbessert, oder er der Ansicht ist, seine mittelmäßige Hand reicht aus den Pot zu gewinnen.

Slowplay sollte man nur dann, wenn man eine Monsterhand hält. Hat man z.B. „nur" TopPair/Top Kicker oder TwoPair, so muss diese Hand durch Bets und Raises beschützen werden.

Grundsätzliches Slowplay (SP) am Turn

Der beste Zeitpunkt für Slowplay ist der Flop. Am Turn geht es bereits um BigBets, wodurch Value verschenkt wird. Aus offensichtlichen und logischen Gründen gibt es am River kein Slowplay.

Es benötigt einen sehr guten Grund, um am Turn SP zu spielen, weil man dadurch förmlich das Geld des Gegners verweigert. Wenn man ein Monster hat und davon überzeugt ist, dass der Gegner eine schwache Hand hält und auf eine Turnbet foldet, kann man den Turn checken, um von Villain am River eine Bet zu bekomme. Eine Bet ist besser als keine.

Viele Spieler slowplayen lieber den Turn und raisen den River. Somit verschenken sie am Turn Geld, besonders wenn sie noch mehr als einen Gegner haben. Meist ist dies auch die falsche Spielweise, weil sie nicht immer die absoluten Nuts haben und so am River evtl. noch überholt werden können, falls sich z.B. beim Nutflush das Board paired.

Viele Spieler konzentrieren sich auf den „großen" Raise am River, statt kontinuierlich Geld in den Pot zu bekommen, wenn sie vorne sind.

In folgenden Situationen sollte kein SP betrieben werden, außer es gibt einen sehr guten Grund:

1.Wenn der Gegner Heads-up eine Bet callen wird:

Wie oben beschrieben, kann man SP spielen, wenn der Gegner gegen eine Bet wahrscheinlich folden wird. Ist man aber der Ansicht, dass Villain die Turnbet callt, ist SP hier sinnlos, weil man dadurch Geld verschenkt. Oft genug bekommt man am River zusätzlich eine Bet.

Beispiel: Angenommen wir raisen preflop mit As Ts. Auf dem Flop kommt Ks 9s 3h. Villain bettet an und wir raisen um evtl. am Turn eine Freecard zu nehmen. Auf einen Reraise hin, callen wir.

Der Turn bringt 6s, somit haben wir momentan die Nuts mit unserem Flush. Villain checkt. Hier sollte man nicht slowplayen und check behind spielen, sondern betten. Wenn Villain am Flop reraist, wird er am Turn nicht gegen eine einzige Bet seine Hand folden. Auf unteren Limits spielt Villain auch gerne einen falschgespielten Checkraise, falls er ein Set oder TwoPair hält.

Falls Villain ebenfalls ein hohes Pik hat {Q-Spades}{J-Spades} wird er auf jedenfall den Turn callen.

Falls am River ein viertes Pik kommt, wird er die Riverbet ohne Flush nicht callen und wir haben auf Turn und River mit den Nuts keine einzige Bet bekommen.

2.Multiway Pots:

Spiele kein Slowplay in Mutiway Pots. (Punkt aus).

Wahrscheinlich ist der Turn die wichtigste Straße im Fixed Limit, besonders in einem Multiway Pot. Die Bets verdoppeln sich gegenüber dem Flop, die Gegner sind aber meistens dennoch geneigt, den Turn zu callen, wenn sie ihre Hand verbessern können.

Alle Gegner wissen, dass sich die Bets verdoppeln. Die meisten wissen aber nicht, dass sich die Potodds „halbieren".

Beispiel: Wir halten TT und auf dem Board liegt Qd Tc 3d 3s. Die Gegner werden wahrscheinlich mit den folgenden Händen unsere Bet am Flop callen: AK, AJ, J9, KJ, QX, TX, XdXd, JJ, KK, AA.

In einem Multiway Pot ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einige der Gegner diese Hände halten. Kommt am River 5h, wird man nur von folgenden Händen gecallt: QX, 3X, AA, KK und evtl. JJ. Somit verringern sich die Chancen, dass die Gegner eine Hand halten mit der sie auch callen, drastisch

Also, hat man in einem Multiway Pot eine sehr gute Hand, sollte man immer aggressiv am Turn spielen. Die Chancen stehen gut, dass zwei oder mehr Spieler eine Hand haben, mit der sie callen, aber niemals betten werden. Sollte der Draw der Gegner am River nicht ankommen, werden sie nicht callen. Warum sollen sie am Turn nicht bezahlen, wenn sie drawing dead sind?

Spielt kein Slowplay am Turn um den River zu raisen. Ihr werdet nur 2 Bets von einem Gegner am River bekommen. Gleichzeitig verpasst ihr aber 4 Bets am Turn zu kassieren von Spielern die auf einem Draw sind. Der River sollte Euch dann nochmals ein bis zwei Bets bringen.

3.Improved Semi-Bluff

Gelegentlich slowplayen Gegner einen angekommenen Semi-Bluff.

Beispiel: Villain ist in später Position und hält ATs. Am Flop bettet er einen Flushdraw als Semi-Bluff, der sich am Turn materialisiert. Villain hat 3 Gegner am Turn und checkt, um den River zu raisen. Meiner Meinung nach gibt es hier keinen größeren Fehler als den Turn zu checken, weil die Gegner nicht wissen können, dass Villain den Flushdraw als Semi-Bluff gespielt hat. Evtl hat Villain auch das Top- oder Middlepair gebettet. Die Gegner sehen zwar, dass ein Flush möglich ist, das heißt aber nicht, dass sie nicht den Turn callen werden. Villain hält die Nuts. Er muss hier betten.

4.Kein Slowplay wenn es immer besser wird

Dieses Beispiel kommt nicht so oft vor, lässt sich aber auf andere Situationen übertragen. Wir halten 66 und der Flop kommt mit AT6. Wir betten um unsere gute Hand zu schützen und bekommen 2 Caller. Turn:6. Jetzt sollten wir auf keinen Fall slowplayen, nur weil wir Quads haben. Angenommen ein Gegner vor uns hält A8. Er ist out of position und in den unteren Limit wird er wahrscheinlich weder den Turn noch den River betten. Er wird einfach nur checken und dann mitgehen. Wenn wir den Turn slowplayen, wird Villain nicht am River unsere Bet raisen oder selber betten. Wir sollten also den Turn betten. Uns wird hier keiner auf Quads setzen wird, also können wir noch ein paar Bets am Turn mitnehmen.

Wir geben unsere Hand durch Bets nicht immer preis. Hier kann es sich um eine Continuation Bet, oder auch um einen Semi-Bluff handeln. Wie ihr in den oben aufgeführten Beispielen seht, bringt es oft nichts am Turn zu slowplayen. Meistens verschenkt man nur Value.

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