Sie wollen in den Limits aufsteigen? Hier finden Sie Poker Tipps!

Playing Bigger? Some Guidelines When Moving Up in Limits

Es gibt viele Gründe dafür, warum Pokerspieler in den Limits nach oben klettern wollen. Der offensichtlichste liegt auf der Hand: Je höher die Stakes, desto höher auch der erwartete Stundenlohn – auch Hourly genannt. Falls Sie an den $1/$2 No-Limit-Tischen zu den Gewinnern gehören, könnten Sie theoretisch noch mehr bei gleichem Zeitaufwand gewinnen, wenn Sie erfolgreich $2/$5 spielen. Auf einem höheren Limit zu spielen könnte sich also als sinnvoll erweisen.

Viele Spieler stellen bei ihren ersten Gehversuchen auf einem höherem Limit schnell fest, dass die Rechnung nicht so einfach aufgeht wie gedacht. Dem können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Vielleicht reicht das erlangte Poker-Wissen zwar aus, um $1/$2-Spieler zu schlagen, aber nicht, um $2/$5-Spielern ernsthaft gefährlich zu werden. Vielleicht stellt sich auch heraus, dass die Bankroll, die für das höhere Limit gedacht war, nicht ausreichend gedeckt ist. Oder es zeigt sich, dass auf $1/$2 noch selbstbewusste Spieler auf dem nächsthöheren Level plötzlich ängstlich agieren und an das Geld denken – die Angst erstickt dann alle Versuche, das bestmögliche Spiel abzurufen, im Keim.

Manche Spieler müssen es erst auf die harte Tour lernen: Sie riskieren alles, was sie auf den niedrigeren Stakes gewonnen haben, auf einem höheren Limit, nur um ihre ganze Bankroll zu verlieren. Wie können Sie Ihrem natürlichen Bedürfnis, besser zu werden und mehr Geld zu gewinnen, gerecht werden, ohne zu schnell oder falsch aufzusteigen?

Fangen Sie mit einer ehrlichen Selbsteinschätzung an

Als erstes müssen Sie herausfinden, wie gut Sie sich überhaupt auf dem Level anstellen, das Sie gerade spielen. Selbstbetrug ist weit verbreitet unter Pokerspielern. Ob Sie das Gefühl haben, das Limit schlagen zu können, reicht dabei nicht aus. Ob Sie ein paar große Winning-Sessions vorweisen können, spielt genauso wenig eine Rolle. Sie müssen sich so sicher wie möglich sein. Sie müssen Ihre Gewinne und Verluste genauestens protokollieren, so dass Sie berechnen können, wie hoch Ihre Hourly tatsächlich ist – sowohl auf dem kleineren als auch auf dem höheren Limit, auf das Sie gerne wechseln wollen.

Bevor Sie nicht wenigstens 500 Stunden an den Tischen verbracht haben – das entspricht ungefähr 20.000 Händen –, können Sie unmöglich feststellen, ob Sie ein Limit erfolgreich schlagen. Bis Sie diese magische Grenze erreicht haben, ist schließlich alles möglich: Dass Sie Ihren Gegnern ein ums andere Mal ein Schnippchen schlagen oder dass Sie gerade einfach nur von der Varianz geküsst werden und ein Setup nach dem anderen ausgeteilt bekommen.

Pokerspieler machen häufig auch den Fehler, dass sie annehmen, ein höheres Limit spielen zu können, sobald sie die gleiche Anzahl Buy-ins erspielt haben, mit der sie das niedrigere Limit begonnen haben. Sprich: Wer sich in einem $1/$2-Spiel mit einer Poker-Bankroll von $3.000 wohlfühlt, hält sich für bereit, mit $6.000 auf $2/$5 aufsteigen zu können. Und sobald man hier ein paar Buy-ins eingesammelt hat, kann man mit $12.000 in der Tasche zu den $5/$10-Spielern aufsteigen – so die Theorie.

Dass diese Rechnung selbst für ernsthafte Spieler nicht immer aufgeht, zeigt die Wirklichkeit. Lassen Sie mich erklären, woran das liegt – so können Sie beim Limit-Aufstieg zumindest einigen Stolperfallen mehr aus dem Weg gehen.

Zu hohe Erwartungen und Bankroll-Management

Je höher das Limit, desto besser, aggressiver und erfindungsreicher werden auch Ihre Gegner spielen. Das bedeutet zwangsläufig, dass Sie auch relativ gesehen eine größere Bankroll als auf niedrigeren Limits benötigen, um die Varianz auszugleichen und sich erfolgreich auf höheren Stakes behaupten zu können.

Auch ein erfolgreicher Spieler braucht diese größere Bankroll, um die Swings abzufangen, die durch das Spielen gegen geschickte Gegner zustande kommen. Natürlich können Sie auch Glück mit der Varianz haben und Ihre Bankroll klettert nach dem Limit-Aufstieg steil nach oben.

Genauso wahrscheinlich – wahrscheinlicher sogar, weil Sie sich auf höheren Stakes erst eingewöhnen müssen – ist aber, dass Sie Ihren Gegnern unterlegen sind und Pech haben werden. Sich dann auch noch in einem Spiel mit höheren Swings zu bewegen, wird dazu führen, dass Ihre Bankroll rasch aufgebraucht ist.

Auch aus einem anderen Grund ist es sinnvoll, beim Limit-Aufstieg eine größere Bankroll zu haben als eine Milchmädchenrechnung nahelegen würde: Es ist wesentlich einfacher, eine kleine Bankroll zu ersetzen – für eine größere ist mehr Zeit erforderlich.

Ein regulärer Spieler, der seine Bankroll verloren hat, wird weniger Schwierigkeiten haben, das nötige Geld für ein $1/$2-Spiel aufzutreiben – bei jemandem, der sich letzte Woche noch mit einer $75.000-Bankroll an die $5/$10-Tische gesetzt hat, sieht das ganz anders aus. Er muss mit seiner größeren Bankroll vorsichtiger umgehen, weil es deutlich schwieriger ist, das Geld wiederzubeschaffen, sollte es verloren gehen.

Daher ist es vernünftig, sich erst eine angemessen große Bankroll aufzubauen, bevor Sie überhaupt über einen Limit-Aufstieg nachdenken. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie erst mit einer Bankroll von $12.000 oder $24.000 auf $2/$5 umsatteln. Für den Aufstieg auf $5/$10 sollten Sie entsprechend eine Bankroll zwischen $50.000 und $100.000 aufgebaut haben.

Natürlich schreibt Ihnen niemand vor, dass Sie „vernünftig“ sein müssen. Es steht Ihnen völlig frei, einen Shot zu wagen, sobald Sie das Mindest-Buy-in für das nächste Limit aufbringen können. Für einen Shot-Versuch brauchen Sie keine riesige Bankroll – falls Sie hauptberuflich Poker spielen wollen, sollten Sie allerdings sicherstellen, dass Sie über finanzielle Rücklagen verfügen, um die immer wiederkehrenden Swings durchzustehen.

In jedem Fall müssen Sie aufpassen, dass Sie Ihre Verluste nicht auf höheren Limits wieder wettmachen wollen. Natürlich ist es verführerisch, wenn Sie einen Blick auf die riesigen Pots an den anderen Tischen werfen und sich denken: „Stell dir vor, nur ein einziger großer Pot und ich wäre wieder im Plus!“ Das stimmt zwar, aber diese Denkweise führt fast immer dazu, dass Sie irgendwann gar keine Bankroll mehr haben. Zuerst müssen Sie sich auf den kleineren Stakes durchkämpfen.

Sie sollten auch im Hinterkopf behalten, dass die Spieler auf den höheren Stakes intelligenter und besser werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Gewinne und Verluste genau und ehrlich auflisten. Sie müssen ehrlich mit sich sein, wenn Sie Ihre Resultate nach einem Limit-Aufstieg überprüfen. Es ist immer möglich, dass Sie das nächsthöhere Limit nicht schlagen. In dem Fall ist es egal, wie groß Ihre Bankroll ist: Sie werden verlieren.

Pokerschule und „Shot-Versuche“

An dieser Stelle kommt eine weitere Überlegung, die wie ein Widerspruch klingt: Selbst wenn Ihre Aufzeichnungen darauf hindeuten, dass Sie das nächste Limit schlagen, könnte es besser sein, auf dem niedrigen Limit weiterzuspielen, wenn Ihr Hauptziel darin besteht, Geld zu gewinnen.

Stellen Sie sich vor, dass Sie an einem soften $1/$2-Tisch etwa $20 in der Stunde verdienen können – im schwierigen $2/$5-Spiel können Sie dagegen nur eine Hourly von $15 erreichen. Lassen wir mal außen vor, dass Sie am $2/$5-Tisch höhere Blinds zahlen und gegen bessere Gegner spielen müssen; wir schauen uns nur die Hourly an: An welchen Tisch sollten Sie sich setzen?

Gleichwohl ist ein anderer Blickwinkel möglich: Sie könnten argumentieren, dass Sie auf dem höheren Limit erst Erfahrungen sammeln müssen, bevor Sie zu den Gewinnern gehören – das war schließlich auch bei Ihren ersten Sessions an den $1/$2-Tischen der Fall. Wie sollen Sie eines Tages zu den Haien gehören, wenn Sie auf ewig mit den Fischen schwimmen?

Sie könnten Ihre Ausflüge auf die höheren Limits als Teil einer Schulausbildung ansehen. Falls das der Fall ist und falls Sie Ihre Poker-Ausbildung weiter finanzieren wollen, bis Sie erfolgreich sind, sollten Sie keine Angst davor haben, zu einem niedrigeren Level zurückzukehren, um sich das nötige „Lehrgeld“ zu verdienen.

Eine Strategie, die viele erfolgreiche Spieler anwenden, besteht darin, bei Shot-Versuchen immer flexibel genug zu sein, auf die soften Spiele auf einem niedrigeren Level ausweichen zu können. Falls ihnen der kurze Ausflug auf das höhere Limit gelingt, spricht nichts dagegen, dort weiterzuspielen. Wenn sie aber eine bestimmte Anzahl Buy-ins oder eine vorher festgelegte Summe verlieren sollten, ist der Ausflug zu Ende und sie versuchen, die Verluste auf dem Wohlfühl-Limit wieder hereinzuholen, um den Shot irgendwann zu wiederholen.

Lassen Sie sich von Ihrem Ego nicht dazwischenfunken, wenn ein Limit-Abstieg erforderlich ist. Manche Spieler nehmen die Gewinner-Mentalität „Sieger geben nie auf und wer aufgibt, wird nie gewinnen“ ein bisschen zu ernst. Um in den Stakes erfolgreich aufsteigen zu können, müssen Sie erkennen, wann Sie übervorteilt werden und sich zurückziehen, bis Sie gut genug sind – oder bei einem Shot das Glück auf Ihrer Seite haben – und auf dem höheren Limit zu den Gewinnern zählen.

Ashley Adams spielt seit über 50 Jahren Poker und schreibt seit 2002 darüber. Er ist Autor von hunderten Artikeln und zweier Bücher Winning 7-Card Stud (Kensington 2003) und Winning No-Limit Hold'em (Lighthouse 2012). Er ist auch Gastgeber der Poker Radio Show House of Cards. Hier finden Sie die www.houseofcardsradio.com Sendezeiten und Podcasts.

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