Sollte man ein Set bei einem Low Stakes Poker Game folden?

Sollte man ein Set bei einem Low Stakes Poker Game folden? 0001

Fühlen Sie sich auch wie Ihr 10-jähriges Ich an Weihnachten, wenn Sie an den Poker-Tischen ein Set treffen? Vielleicht übertreibe ich hier ein kleines bisschen, aber sicher kennen Sie das Gefühl auch!

Sie bekommen Pocket-Vierer ausgeteilt und erreichen den Flop. Die Poker-Götter scheinen Ihnen heute wohlgesonnen zu sein – auf dem Flop ist nämlich eine Vier zu sehen, mit der Sie einen gut versteckten und fast unschlagbaren Drilling halten.

Es ist an der Zeit, einen großen Pot zu gewinnen, richtig? Die Chips müssen in die Mitte – und zwar so schnell wie möglich!

Nun, meistens ist das die richtige Herangehensweise. Tatsächlich würde ich sogar so weit gehen, zu sagen, dass Sie keinen großen Fehler machen, wenn Sie Ihr Set in 100 Prozent der Fälle so spielen. Das gilt zumindest für die Low-Stakes-Tische, an denen Ihre Gegner oft Schwierigkeiten damit haben, beliebige Treffer oder Draws zu folden.

Wenn Sie Poker auf einem sehr hohen Niveau spielen wollen, müssen Sie allerdings begreifen, dass es hin und wieder Situationen gibt, in denen Sie sich von Ihrem Set trennen müssen.

Damit das klar ist: Damit beziehe ich mich auf weniger als 5 Prozent aller Situationen, in denen Sie ein Set getroffen haben. Trotzdem ist es wichtig, diese Spots zu betrachten.

Die folgende Hand ist ein perfektes Beispiel. Mit Pocket-Vierern haben wir ein Set getroffen und die Action nimmt sehr, sehr verrückte Ausmaße an. Plötzlich haben wir das Gefühl, folden zu müssen:

Preflop habe ich bereits ein Problem damit, diese Hand zu limpen. Ich denke, wir sollten in dieser Situation immer raisen, vor allem wegen des Preflop-Posters – ein Spieler hat sich ins Spiel eingekauft, ohne auf den Big Blind zu warten – in mittlerer Position. Was ich im Video vergessen habe, zu erwähnen: Es ist auch völlig in Ordnung, kleine Pocket-Paare an einem Full-Ring-Tisch UTG zu folden.

Der Limp ist meiner Meinung nach die mit Abstand schlechteste Option, weil wir keine Initiative haben. Initiative ist von elementarer Bedeutung, um erfolgreich Poker zu spielen. Und wie wir im Laufe der Hand feststellen, können Limps zu furchtbaren Situationen führen, in denen wir keine Ahnung haben, was zu tun ist.

Wir schaffen es, den Flop zu erreichen und Middle Set zu floppen – außerdem liegen auf dem Board unzählige Draws. {6-}{5-} hat bereits eine Straight getroffen, zusätzlich gibt es eine Reihe Straightdraws, Flushdraws und Kombo-Draws. Diverse Two Pairs sind ebenfalls möglich.

Bei dieser Hand handelt es sich um einen gelimpten Pot, die Ranges der beiden Gegner sind also extrem weit gesteckt.

Trotzdem sind wir gegen die allermeisten Hände auf dem Flop noch weit, weit vorne. Tatsächlich gibt es nur zwei Hände, die uns überhaupt schlagen können: {6-}{5-} und {7-}{7-}.

Den gegnerischen Spielstil bestimmen

Wenn ein tight-passiver Spieler auf dem Flop aus dem Small Blind heraus eine Lead-Bet spielt, deutet das im Normalfall auf eine starke Range hin. Dieser Spielertyp hat kein Interesse an komplexen Bluffs, vor allem nicht, wenn es gegen mehrere Spieler in den Ring geht.

Da wir allerdings gegen fast alle Hände weit vorne sind und es mehrere Draws gibt, will ich mit unserer Hand ein Raise anbringen und das Set fastplayen. Gerade auf den niedrigen Stakes ist das erfolgversprechend – viele Spieler haben ein Problem damit, ein getroffenes Two Pair oder einen Draw in den Muck zu werfen.

Am Turn wird die Hand richtig interessant. Der tight-passive Spieler platziert eine weitere Bet – nachdem ihn am Flop zwei Spieler gecallt haben –, diesmal setzt er Full Pot.

Ich denke, der Call ist das richtige Play, weil es sich so langsam anfühlt, als ob wir tatsächlich gegen eine Monster-Hand laufen. Zudem sind tight-passive Spieler auf diesen Limits (wie bereits erwähnt) nicht dazu bereit, gegen mehrere Gegner absurde Bluffs zu spielen.

Der Hobby-Spieler, der hinter uns sitzt, entscheidet sich am Turn für ein Raise und der tight-passive Regular geht All-In – hier stimme ich überein, dass wir folden müssen. Die Entscheidung ist sehr knapp und ich hasse es, ein Set zu folden, aber ich denke, wir haben hier einen 5-Prozent-Spot erwischt, in dem wir oft das Nachsehen haben werden.

Die beste Vorgehensweise ist es allerdings, dieser Situation gänzlich aus dem Weg zu gehen, indem wir preflop entweder raisen oder folden. Das Raise würde die gegnerischen Ranges deutlich eingrenzen. Wenn Hero preflop geraist hätte, würde ich einen Fold nie in Betracht ziehen.

Aber ich will auch wissen, was Sie von der Hand halten. Wie hätten Sie die Hand gespielt? Gefällt Ihnen der Limp preflop oder würden Sie raisen oder folden? Was ist mit der Action nach dem Flop – wie sieht Ihre Line aus?

Lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen.

Links, die im Video erwähnt werden:

Nathan “BlackRain79” Williams ist der Autor der beliebten Micro Stakes Strategiebücher Crushing the Microstakes und Modern Small Stakes. Er bloggt außerdem regelmäßig über das Thema Micros auf www.blackrain79.com.

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