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Poker Wahrscheinlichkeiten: Ein Quiz - die Auswertung

Poker Probability in Poker: A Quiz - A Follow-Up

Ich habe den kurzen Wahrscheinlichkeits-Test in meinem letzten Artikel ausgewertet. Der Großteil wusste Bescheid, wie wahrscheinlich es ist, bestimmte Pokerhände ausgeteilt zu bekommen oder bestimmte Draws zu treffen. Viele irrten sich allerdings bei der Frage, wie wahrscheinlich ein Gegner nach Betting-Action eine bestimmte Hand hält.

Falsch beantwortet haben die meisten Frage #3. Nachstehend können Sie noch einmal einen Blick auf die Frage werfen:

3. Under the Gun bekommen Sie K-K ausgeteilt. Sie raisen auf $15. Alle Spieler bis auf einen geben auf. Besagter Spieler reraist auf $45.

Zu wie viel Prozent hat Ihr Gegner in diesem Fall A-A?

  • in etwa 0,5 Prozent der Fälle
  • in etwa 25 Prozent der Fälle
  • in etwa 50 Prozent der Fälle
  • in fast 100 Prozent der Fälle
  • hängt von der Action in vorangegangenen Händen ab

Die große Mehrheit hat sich für Antwort eins entschieden: in etwa 0,5 Prozent der Fälle. Das ist falsch – sehr falsch sogar! Tatsächlich ist die letzte Antwortmöglichkeit richtig: hängt von der Action in vorangegangenen Händen ab.

Ob Ihr Gegner in diesem Beispiel A-A hält, hängt entscheidend von der Betting-Action und von dem ab, was in vorangegangenen Händen passiert ist. Die Tatsache, dass Ihr Gegner Pocket-Asse in 0,5 Prozent der Fälle ausgeteilt bekommt, spielt praktisch keine Rolle mehr, sobald Sie eine 3-Bet zu sehen bekommen.

Es gibt einen alten Witz über einen Typen, der nachts seine Schlüssel verloren hat. Anstatt dort zu suchen, wo er sie vermutlich verloren hat, sucht er unter einer Straßenlaterne, weil das Licht dort besser ist. Pokerspieler sollten nicht in die gleiche Falle tappen. Nur weil es viel einfacher ist, die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, wie oft eine Hand ausgeteilt wird, statt darüber nachzudenken, wie die Betting-Action die Häufigkeit einer bestimmten Hand beeinflusst, ist es trotzdem besser, alle Variablen einzubeziehen.

Die Betting-Action ist von elementarer Bedeutung. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gegner eine bestimmte Hand oder Range hat, verändert sich, sobald ein Spieler eine Bet platziert oder auf Ihre Bet reagiert. In unserem Beispiel wirkt sich die 3-Bet des Gegners enorm auf seine Range aus. Daher müssen Sie von einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit als 0,5 Prozent ausgehen, dass Ihr Gegner eine stärkere Hand als ein Paar Könige hält. Mit Sicherheit ist der Wert höher als 0,5 Prozent. Die Frage ist bloß, wie viel höher.

Das Problem besteht darin, dass Sie zwar wissen, wie wahrscheinlich Hände ausgeteilt werden, aber nicht, wie Ihr Gegner die ausgeteilten Karten spielt. Die Betting-Action zu beurteilen, ist ungenau, und Sie werden nur eine Schätzung abgeben können. Trotzdem ist es wichtig, die Action so gut wie möglich zu bewerten und davon ausgehend Entscheidungen zu treffen.

Im obigen Beispiel haben Sie Pocket-Könige. Wenn Sie aus vorangegangenen Händen schließen, dass Ihr Gegner der tighteste Spieler der Welt ist, müssen Sie annehmen, dass er auf jeden Fall Asse hat. Wenn Sie Ihren Gegner so beurteilen und sicher glauben, dass er keine schlechtere Hand 3-betten würde, müssen Sie die Könige richtigerweise folden.

Andererseits gibt es die Möglichkeit, dass Ihr Gegner einigermaßen aggressiv zu Werke geht und eine 3-Bet-Range, die Pocket-Paare wie 9-9 oder höher einschließt. Ausgehend von dieser immer noch recht ungenauen Schätzung befinden sich mindestens vier schlechtere Hände in der gegnerischen Range: 9-9, 10-10, J-J und Q-Q. Allesamt sind gegen K-K hinten und es gibt nur ein Paar, A-A, das Sie schlagen kann. Folglich gehen Sie davon aus, in 80 Prozent der Fälle vorne zu sein und dass ein Reraise die richtige Antwort ist.

Ein anderes Beispiel: In einem $1/$2 No-Limit Hold’em-Cashgame haben Sie den River erreicht. Der effektive Stack beträgt $1.000. Im Pot befinden sich $100. Sie spielen Heads-Up gegen einen Kontrahenten, der für $1.000 All-In geht. Das Board ist {A-Spades}{J-Diamonds}{9-Spades}{6-Clubs}{2-Spades}. Sie haben {A-Diamonds}{A-Hearts}. Nur ein Flush ist gegen das Top-Set vorne. Sie müssen entscheiden, ob Sie den Shove callen oder die Hand aufgeben wollen. Wie fällen Sie eine Entscheidung?

Ein Weg – der falsche Weg – besteht darin, die Betting-Action während der Hand zu ignorieren und lediglich die Odds zu nehmen, dass der Gegner zwei Pik-Karten ausgeteilt bekommen hat, und diesen Wert mit den Pot-Odds zu vergleichen. Das wäre ein krasser Fehler!

Die Wahrscheinlichkeit, zwei Pik-Karten ausgeteilt zu bekommen, liegt ungefähr bei 17:1 – bei 6 Prozent Wahrscheinlichkeit. Ausgehend von diesem Wert ist der Call das richtige Play. Die Preflop-Wahrscheinlichkeiten spielen hier aber keine Rolle mehr. Was Sie berechnen müssen, sind die Odds, dass Ihr Gegner den Flush hat, den er zu repräsentieren versucht – nicht die Odds, dass er Pik-Karten ausgeteilt bekommen hat.

Klar können Sie nur schätzen, was Ihr Gegner halten könnte. Dafür müssen Sie aber auch mit allen Informationen arbeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen: Die Betting-Action während der Hand; der Spielertyp, auf den Sie durch vorangegangene Hände schließen können; das Image, das andere von Ihnen haben und so weiter.

Um ein fundiertes Urteil zu treffen, müssen Sie sich einer Reihe Fragen stellen. Hat Ihr Gegner die steigenden Bets auf allen Streets gecallt? Ist er die Art Spieler, der einem Flushdraw nachjagen würde? Wirken Sie auf die anderen wie ein außerordentlich tighter Spieler, der gegen eine solche Bet oft folden würde? Besteht Ihrer Meinung nach die Möglichkeit, dass er am River mit einem Bluff All-In gehen könnte?

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Flushes nur abgeschätzt werden kann, sollten Sie so viele Faktoren einbeziehen wie möglich, um einen möglichst genauen Wert zu ermitteln. Ja, die Odds, dass er Pik-Karten ausgeteilt bekommen hat, liegen bei 17:1 und legen einen Call nahe, aber die Odds, dass er nach dem River-Shove einen Flush hat, sind mit Sicherheit deutlich höher und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit einem Fold vielleicht besser beraten sind.

Noch einmal: Die korrekte Antwort auf Frage #3 war die letzte Option: hängt von der Action in vorangegangenen Händen ab. Wie stehen Sie nach diesem Artikel zu der Frage? Haben Sie immer noch Zweifel?

Ashley Adams spielt seit 50 Jahren Poker und schreibt seit 2000 darüber. Er ist der Autor hunderter Artikel und zweier Bücher: Winning 7-Card Stud (Kensington-Verlag, 2003) und Winning No-Limit Hold’em (Lighthouse-Verlag, 2012). Darüber hinaus moderiert er die Poker-Radiosendung House of Cards. Erfahren Sie auf www.houseofcardsradio.com mehr über die Ausstrahlungstermine, die Sender und Podcasts.

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Bewertung:
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Dieser Strategie Artikel von Ashley Adams wurde gesponsert von partypoker.

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