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Poker Tells Video: Die Hole Cards lange ansehen

  • Zachary ElwoodZachary Elwood
Reading Poker Tells Video: Long Looks At Hole Cards

(Dieser Artikel ist Teil einer Artikelserie. Jedes Mal werfen wir mit Hilfe eines kurzen Video-Clips der Reading Poker Tells-Videoreihe von Zachary Elwood einen Blick auf typische Verhaltensweisen am Pokertisch.)

Langes Anschauen der Hole Cards schwächt die Range eines Spielers. Das gilt vor allem für das erstmalige Anschauen der Karten vor dem Flop.

Das Video zeigt Ihnen zwei Beispiele: Beim ersten handelt es sich um eine Turnier-Hand, bei der ein Spieler einige Sekunden lang auf seine Karten starrt, bevor er sich dazu entschließt, die Hand zu limpen.

Gründe

Wie erklärt sich dieses Verhalten?

Versetzen wir uns zunächst in die Rolle eines Spielers mit starken Hole Cards. Spieler, die preflop eine Hand wie {A-}{A-} oder {K-}{K-} halten, neigen dazu, die Aufmerksamkeit auf andere lenken zu wollen. Das wird häufig dadurch deutlich, dass sie nur einen kurzen Blick auf ihre Karten werfen. Es könnte auch ein innerer Trieb wirken, der den vermeintlichen „Schatz“ verstecken und sichergehen will, dass ihn niemand sonst sehen kann.

Spieler, die einige Sekunden auf ihre Hand schauen, nehmen starke Hände somit aus ihrer Range und haben eher schwache und mittelprächtige Hände.

Grundsätzlich gucken sich die meisten Spieler ihre Hole Cards nur kurz an. Das gilt sowohl für starke wie schwache Hände und daraus können Sie kaum Informationen gewinnen. Es kommt seltener vor, dass sich jemand für das Anschauen seiner Karten mehrere Sekunden Zeit nimmt – und deshalb können Sie daraus auch Ihre Schlüsse ziehen.

Praktische Anwendung

Wie können Sie dieses Verhalten am Pokertisch ausnutzen, wenn Sie es bemerken?

Zuallererst müssen Sie feststellen, dass es sich tatsächlich um ein wiederkehrendes Muster handelt, bevor Sie Ihren Read nutzen. Manche Spieler schauen sich ihre Karten immer gleich lange an. Andere Spieler haben mir erzählt, dass sie sich in Wahrheit ihre starken Karten länger anschauen als ihre schwachen Hände – das ist allerdings selten. In jedem Fall sollten Sie einen Spieler längere Zeit beobachten, bevor Sie von seinem Verhalten auf eine bestimmte Range schließen wollen.

Falls Sie glauben, einen Read gewonnen zu haben, können Sie gegen solche Spieler deutlich looser spielen. Wir haben ein paar Beispiele aufgelistet:

  • Ein UTG-Spieler guckt sich seine Karten ein paar Sekunden an und limpt. In der Vergangenheit haben Sie vielleicht Angst davor gehabt, dass der Spieler mit {A-}{A-} oder {K-}{K-} limpen könnte, aber das Verhalten des Spielers macht diese Hände sehr unwahrscheinlich. Daher können Sie jetzt beruhigt aufatmen und zum lighten Raise ansetzen.
  • Sie befinden sich im Small Blind und ein Spieler in später Position schaut sich seine Karten früh an und überlegt ein paar Sekunden. Zwar raist er, aber sein Verhalten ermuntert Sie dazu, mit vielen Händen zu 3-betten.
  • Sie spielen Heads-Up und haben mit Air eine Continuation-Bet am Flop gespielt. Ihr Gegner callt. Auf dem Turn überprüft Ihr Gegner mehrmals seine Karten und starrt sekundenlang auf seine Hand – dann checkt er. Sein Verhalten sollte Sie darin bestärken, auch am Turn zu betten.

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