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Poker Strategie gegen unkomplizierte Spieler

Unbalance Yourself: Poker Strategy vs. Uncomplicated Players

Wenn ich davon lese, „die eigene Spielweise zu balancen“ … dann muss ich lachen. An einem typischen $1/$2-Tisch – zumindest da, wo ich spiele – besteht das Geheimnis darin, „unbalanced“ zu bleiben.

Was bedeutet das überhaupt? „Balanced spielen“? Zum Beispiel, dass Sie Hände mit geringem oder ohne Value genauso betten wie Ihre Value-Hände. Auf diese Weise wollen Sie verhindern, dass aufmerksame Gegner Ihre Betting-Range eingrenzen können – so haben diese Spieler keine Möglichkeit, geeignete Gegenmaßnahmen gegen Sie zu ergreifen.

Zum Beispiel könnten Sie {Q-Hearts}{2-Hearts} preflop genauso spielen wie {Q-Clubs}{Q-Spades}. Wenn Sie Ihre Range breiter aufstellen, wird es für andere schwieriger, Sie auf eine Hand zu setzen. Infolgedessen verhindern Sie auch, dass Sie von aufmerksamen Gegnern „exploited“ werden können.

Wenn Sie diese schwache Hand zu Ihrer Handrange hinzufügen, mit der Sie aus früher Position raisen oder reraisen wollen, verschleiern Sie Ihre tatsächliche Handstärke, wenn Sie das nächste Mal mit Damen raisen oder reraisen – und so haben Sie bereits verhindert, dass geschickte Gegner Ihnen daraus einen Strick drehen und korrekt gegen Sie spielen können.

In Ordnung: Wie Sie sehen, macht es gegen geschickte, aufmerksame Spieler tatsächlich Sinn, so zu spielen. Falls Sie nur starke Hände stark und nur schwache Hände schwach spielen, würde dies dazu führen, dass scharfsinnige Gegner Ihre Bets nicht mehr callen, wenn Sie stark sind – und sobald Sie schwach erscheinen, werden Ihnen die Pots reihenweise unter der Nase weggeschnappt. Gegen solche Gegner ist es natürlich sinnvoll, dem „Balanced-Ansatz“ zu folgen.

Aber gegen schwache Spieler, die nicht gut genug sind, um Kapital aus Ihren Fehlern zu schlagen, werden Sie jede Menge Geld verlieren, wenn Sie Ihre Range balanced spielen.

Schauen wir uns Premium-Paare an: Müssen Sie Ihre Range wirklich balancen, wenn Sie gegen unerfahrene und schwache Spieler antreten, die keine Ahnung haben, was Sie eigentlich vorhaben, und sich bei ihrer Entscheidungsfindung nur von der Stärke ihrer eigenen Hand leiten lassen? Gegen solche Spieler hat es so gut wie keine Vorteile, „balanced zu spielen“, da sie gar nicht wissen, was das bedeutet.

Mit anderen Worten: Diese Spieler sind nicht aufmerksam genug, um zu erkennen, dass Sie nur Ihre starken Hände betten werden. Und wenn doch, werden sie nicht clever genug sein, um Ihnen aus dem Weg zu gehen oder Strategien zu entwickeln, um Ihrer Aggression zu begegnen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie in früher Position nur Premium-Paare raisen oder mit einem anderen extrem tighten Ansatz spielen sollten. Tatsächlich ist gegen ahnungslose Spieler, die nur auf ihre eigene Handstärke vertrauen, richtig, möglichst viele Hände zu spielen. Schließlich wollen Sie mehr Möglichkeiten haben, um die Fehler dieser Spieler auszunutzen.

Wenn Sie aber all diese Hände spielen, sollte Ihr Bestreben nicht darin liegen, Ihre Range zu balancen, sondern sie schlichtweg zu erweitern. Ihr Ziel ist ein anderes:

Sie wollen Ihren Gegner nicht täuschen und dazu bringen, Ihre Handstärke falsch einzuschätzen. Es ist Ihnen auch egal, welches Image Sie haben, weil Ihr Gegner schlichtweg außerstande ist, Ihr Betting-Verhalten mit Ihrer Handstärke in einen Zusammenhang zu bringen. Stattdessen wollen Sie die Schwachstelle „exploiten“, dass sich Ihr Gegner keine Gedanken über Ihre Hand macht.

Beispiel gefällig? Sie sitzen mit $300 an einem $1/$2-Tisch. Sie befinden sich mit {Q-Hearts}{2-Hearts} in mittlerer Position und mehrere Spieler haben bereits den $2 großen Big Blind gecallt. Callen Sie auch – raisen Sie nicht! Wenn Sie darauf aus wären, Ihre Spielweise zu „balancen“, könnten Sie raisen, um starke Gegner davon abzuhalten, Sie bei Raises auf starke Hände zu setzen. An einem Tisch mit Anfängern ist das aber nicht notwendig. Also callen Sie nur.

Stellen wir uns vor, dass Sie stattdessen {7-Hearts}{6-Hearts} halten: Das ist eine Hand, mit der Sie auf $12 raisen könnten. Am Button callt ein Einfaltspinsel mit einem $200 großen Stack. Wenn er geraist hätte, wäre Ihre Hand in den Muck gewandert, da Sie sehr wahrscheinlich gegen eine deutlich stärkere Hand spielen würden und folden könnten, ohne den Flop gesehen zu haben. Diesmal callt er allerdings und die anderen Spieler folden. Heads-Up geht es an den Flop.

Der {6-Diamonds}{9-Spades}{10-Hearts} Flop wird aufgedeckt. Setzen Sie für $15 oder $20 an. Gegen einen guten Spieler würden Sie diese Bet ungern platzieren, da er seine Position, die Board-Textur und Ihre Spielweise vor dem Flop gegen Sie verwenden könnte, selbst wenn er gar nichts getroffen hat. Gegen einen weniger klugen Gegner können Sie aber betten und davon ausgehen, dass er foldet – nicht, weil er Sie auf ein Premium-Paar setzt oder davon ausgeht, dass Sie irgendetwas getroffen haben, sondern einfach nur, weil er selbst verpasst hat (was auf Grund einfacher Mathematik meistens der Fall sein wird).

Wenn er aufmerksamer spielen würde, könnte er über Ihre Hand nachdenken und darüber, ob Ihnen dieser Flop häufig gefallen sollte. Er könnte trotz Ihrer Continuation-Bet davon ausgehen, dass ein Raise Sie dazu bringen könnte, Ihre Hand zu folden.

Gegen die Spieler an unserem Beispiel-Tisch müssen Sie sich aber keine Sorgen machen. Wenn Ihr Gegner raisen sollte, hat er getroffen und Sie können beruhigt folden. Wenn er callt, können Sie die Hand am Flop neu beurteilen und betten, wenn Sie einen Fold erwarten können – wie die Bet für Ihren Gegner aussieht, spielt für Ihre Entscheidungsfindung keine Rolle.

Die eigene Spielweise zu „balancen“, ist sinnvoll, wenn Sie Gegner haben, die aufmerksam sind und ihre Erkenntnisse dazu nutzen, eine geeignete Strategie zu entwickeln und gegen sie zu verwenden. In den meisten Fällen trauen gute Spieler Ihren Gegnern sogar mehr zu als sie verdient haben.

Gegen unkomplizierte Spieler, die Sie in vielen Homegames und auf den Lower Stakes im Casino zu sehen bekommen, ist es normalerweise besser, eine simple ABC-Strategie zu spielen, mit der Sie die wahrscheinlichsten Fehler Ihrer Gegner ausnutzen können – selbst wenn das dazu führt, dass gescheite Spieler Ihre Hand wie ein offenes Buch lesen könnten.

Ashley Adams spielt seit 50 Jahren Poker und schreibt seit 2000 darüber. Er ist der Autor hunderter Artikel und zweier Bücher: Winning 7-Card Stud (Kensington-Verlag, 2003) und Winning No-Limit Hold’em (Lighthouse-Verlag, 2012). Darüber hinaus moderiert er die Poker-Radiosendung House of Cards. Erfahren Sie auf www.houseofcardsradio.com mehr über die Ausstrahlungstermine, die Sender und Podcasts.

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