Poker Strategie: Ein Preflop Fehler der belohnt wird

Extra! Extra! Read All About It: Preflop Mistake Rewarded

Wenn Sie schon länger Poker spielen, wird die folgende Hand keine Überraschungen bereithalten. Die Details der Hand sind interessant, aber genauso wichtig ist es, sich in die Lage des benachteiligten Spielers hineinzuversetzen.

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie in seiner Lage gewesen wären? Würden Sie anfangen, vor Wut zu schäumen? Und würden Sie Gefahr laufen, Ihren Gegnern in der nächsten Hand noch mehr Geld hinterherzuwerfen?

Lesen Sie weiter und denken Sie darüber nach.

Der Anfang vom Ende?

Wir spielen Online-Poker, (6-handed, NL100, Blinds von $0,50/$1 also), der UTG-Spieler – wahrscheinlich ein schwacher Regular – openraist auf $2,50. Es wird bis zum Big Blind gefoldet, der zu einer 3-Bet auf $10 ansetzt.

Heutzutage deutet diese 3-Bet auf eine starke Range hin, da es zum absoluten Muss geworden ist, den Big Blind loose zu verteidigen. Die 4-Bet-Range des UTG-Spielers ist daher extrem tight, Hände wie {A-}{K-} und {Q-}{Q-} wandern immer häufiger in die Calling-Range.

Der UTG-Spieler hier macht den Call aber mit einer Hand, die in der Calling-Range nichts zu suchen hat.

Weiter auf dem Flop und Turn

Der {Q-Spades}{2-Spades}{Q-Hearts} Flop fällt relativ trocken aus. Viele UTG-Kombos {A-}{K-} werden Schwierigkeiten haben, auf diesem Flop weiterzuspielen. Der Big Blind spielt $10 an, was etwa der Hälfte des Betrags im Pot entspricht. UTG macht wieder den Call. Ass-König ist sicher möglich, aber der UTG-Spieler kann auch eine starke Hand gefloppt haben. {A-}{Q-} suited hat Trips getroffen, hohe Pocket-Paare sind ebenfalls denkbar.

Der Turn bringt auf jeden Fall die {5-Diamonds}, eine Karte, die aller Wahrscheinlichkeit nach nichts verändert hat. Selbst wenn der Big Blind mit {A-}{5-} suited geblufft hat, ist er gegen die meisten Hände der UTG-Range nach wie vor hinten.

Nichtsdestotrotz feuert der Big Blind eine weitere Barrel für $27 – im Pot befinden sich zu diesem Zeitpunkt $40. Der Big Blind hat immer noch Spielraum, trotzdem werden die Stacks stärker unter Druck gesetzt als bei einer Bet von $18 beispielsweise. Die große Bet führt auch dazu, dass UTG alle Kombos {A-}{K-} aufgeben muss, abgesehen von {A-Spades}{K-Spades} natürlich.

Mit anderen Worten: Der Big Blind dünnt die UTG-Range aus und behält nur starke Hände im Pot, wenn sein Gegner nochmal callt.

Das Elend am River

Am River wird die unwichtige {3-Hearts} aufgedeckt. Der Big Blind geht für $56 All-in, der UTG-Spieler hat mit {K-Clubs}{Q-Diamonds} Trips getroffen und einen einfachen Snap-Call. Der Big Blind muss hinnehmen, dass seine {A-Diamonds}{A-Clubs} bereits am Flop geknackt worden waren. Ärgerlich!

Lassen Sie uns zurückschauen und darüber nachdenken, ob der Big Blind richtig gespielt hat (auch wenn er diesmal Pech gehabt hat). War es wahrscheinlich, in diesem Spot drei Streets Value zu bekommen? Die Antwort lautet Ja: Hände, die ihn dreimal auszahlen können, sind {K-}{K-}, {J-}{J-} und vielleicht sogar {10-}{10-}.

War es wahrscheinlich, in diesem Spot hinten zu liegen?

Die wahrscheinlichste stärkere Hand, die sein Gegner am Flop haben kann, ist natürlich {A-}{Q-} suited. Aber schauen Sie sich die Karten genau an: Die {Q-Spades} und {Q-Hearts} liegen auf dem Board, das {A-Diamonds} und {A-Clubs} hat der Big Blind vor sich liegen. Folgerichtig gibt es keine einzige Kombo {A-}{Q-} suited, die UTG haben kann.

Da die Ranges so tight sind und die 3-Bet auf 10 BB relativ groß war, sollte eine Hand wie {A-}{Q-} offsuit oder {K-}{Q-} offsuit preflop in den Muck wandern. {K-}{Q-} suited ist natürlich möglich (ich würde die Hand folden), aber selbst davon gibt es nur zwei mögliche Kombos.

Aus Sicht des Big Blinds spielen zwei Kombos gegen deutlich mehr Kombos Könige und Buben. Selbst wenn der UTG-Spieler den Flop mit {A-}{Q-} offsuit erreicht, ist ein Value-Shove mit Assen denkbar.

Lernen Sie, Misserfolge zu akzeptieren

Im Nachhinein wissen wir, dass UTG einen gewagten, sturen Preflop-Call mit einer Offsuit-Hand ausgepackt hat, mit der ein Fold angebracht gewesen wäre … und für den Fehler wurde er auch noch belohnt!

Für ihn war es (was wahrscheinlich noch ärgerlicher ist) lächerlich einfach, nach dem Flop Geld zu gewinnen – er musste einfach nur ein ums andere Mal auf den Call-Button klicken. Im Laufe von Millionen Händen wird der Big Blind aber zweifelsohne mehr Geld gewinnen als UTG. Da kann er ihm den Call nicht wirklich vorwerfen, oder?

Wir müssen akzeptieren, dass wir geschlagen sein können – und dabei spielt es auch keine Rolle, ob unser Gegner vor dem Flop einen Fehler macht oder nicht. Wir werden geschlagen sein, wenn wir gut spielen und wenn wir selber Fehler machen, wenn wir im Upswing stecken oder eine Talfahrt erleben, am Anfang der Woche wie am Wochenende.

Der Big Blind hat auf jeder Street richtig gespielt, aber nachdem die Hand vorbei ist, gilt es noch eine weitere Street zu spielen. Nachdem wir gesehen haben, dass {K-Clubs}{Q-Diamonds} den Pot gewinnt, ist es am profitabelsten, den Umstand einfach zu akzeptieren und weiterzuspielen wie gehabt.

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