Das Spiel out of Position

Das Spiel out of Position 0001

Out of position (OOP) bedeutet, daß Sie vor den Gegnern Entscheidungen treffen müssen. Schauen Sie sich die Pokerstatistiken an, erkennen Sie, daß Sie mehr Hände spielen und auch gewinnen, wenn Sie in später Position sind. Auf den Gegner Position zu haben, ist sehr wichtig und bringt Ihnen viele Vorteile. Dennoch werden Sie viele Hände spielen, in denen sie out of position sind. Hier ein Beispiel.

Sie sind UTG mit {a-Clubs}{k-Clubs} und raisen den vierfachen BB und die Spieler am cut off und am Button callen. Nach dem Flop, müssen Sie als erster agieren (checken oder setzen).

Tischwahl

Beim Cashgame können Sie den Tisch auswählen. Nutzen Sie das zu Ihrem Vorteil. Es ist eine schlechte Idee in schlechter Position zu einem guten, aggressiven Speiler zu sitzen, oder zu Spielern mit einem großen Stack. Sie sitzen dann out of position wenn der Spieler rechts von Ihnen sitzt. Also achten Sie auf Ihre Nachbarn!

Ihre Gegner lesen

Ein grundlegendes Geschick beim Poker ist es seine Gegner zu lesen. Das wird noch wichtiger wenn Sie out of position sitzen. Spielen Sie gegen einen unbekannten Spieler, ist es keine gute Idee, gegen ihn mit Top Paar Top Kicker einen Riesenpott zu spielen, wenn Sie keinen Read auf ihn haben. Sind Sie out of position ist es schwierig den Pot zu kontrollieren und Sie müssen enorm auf Ihre Gegner und deren Statistiken achten und sich Notizen machen.

Den Flop verpassen

Normalerweise sollten die Hände, die Sie in früher Position raisen, stärker sein, als diese in später Position. Suited Connectors wie 6h-7h werden sehr schwierig wenn man sie out of position spielt. Achten Sie auf Ihren Gegner, denn auch weiß, dass Sie out of position weniger Hände spielen als in später Position.

Sie raisen out of position mit {9-Hearts}{9-Diamonds} und kriegen einen Caller. Am Flop kommt {6-Diamonds}{a-Clubs}{j-Hearts}. Meistens werden Sie hier einen C-bet machen, da Sie annehmen, daß auch Ihr Gegner den flop verpasst hat. Sollte Ihr Gegner aber raisen, sollten Sie wegwerfen. Anders sieht es aus, wenn Sie diese Hand out of position gegen 2 oder mehr Gegner spielen. Die Chance ist groß, dass zumindest einer etwas getroffen hat, also sollten Sie ihren C-bet sparen.

Bei einem Flop mit {9-Clubs}{q-Diamonds}{2-Spades} ist es eher unwahrscheinlich, dass ihr Gegner getroffen hat, also machen Sie hier einen C-bet und setzen nochmal nach dem Turn, wenn Sie nicht geraist werden.

Ohne hohes Paar den Flop treffen

Wenn Sie preflop out of position raisen und am Flop treffen, werden Sie meistens setzen und ihre Gegner werden folden. Manchmal aber werden Sie gecallt oder geraist. Abhängig vom Spieler und vom Flop, können Sie re-raisen oder callen, oder am Turn check-raisen. Auch wenn Ihr Gegner nur callt udn Sie am Turn checken, wird er wahrscheinlich setzen, da Sie Schwäche zeigen.

Selbiges gilt auch für mehr als einem Caller. Sind Sie out of position werden Sie oft den Flop checken, damit es so aussieht als hätten Sie ihn verpasst. Wenn Sie dann check-raisen ist das ein Zeichen von Stärke. Ab und zu können Sie so auch einen check-raise Bluff starten.

Wenn Ihr C-bet von 2 Spielern gecallt wird, bedeutet dies meist zwei Dinge: 1. der Spieler hat ein Monster gefloppt und spielt seine Hand slow. 2. der Spieler ist auf einem Draw und ha gute Odds zu callen.

Eine Monsterhand preflop, aber nach dem Flop ...

Monsterhände wie Pocket Rockets oder Cowboys out of position zu spielen, kann nach dem Flop schwierig werden. Man foldet sie schwer auch wenn bei einem niedrigen Board ein Re-Raise kommt. Bekommen Sie am Flop und am Turn ein Re-Raise, kann es besser sein zu folden.

Minraises

Oft kann es vorkommen, daß Spieler in position auf ihren C-bet am Flop mit einem Minimum-Raise reagieren. Um mit dieser Situation richtig umzugehen, müssen sie den Gegner gut lesen. Sie haben {a-Hearts}{q-Hearts} und am Flop liegt {q-Clubs}{9-Clubs}{2-Hearts} und ihr Gegner macht einen Minimum-Raise – nun müssen Sie auf Ihren Gegner einen guten Read haben um zu entscheiden, was zu tun. Ein Minimum-Raise kann einiges bedeuten. Zum Beispiel:

1. Ein Bluff. Sie werden diesen Flop öfter verpassen als einen Flop mit {a-Clubs}{k-Clubs}{9-Hearts}

2. Ein Draw. Es liegen 2 Kreuz für einen Flushdraw und ein Straight-Draw am Tisch. Ihr Gegner macht einen Minimum-Raise um den Turn billig zu sehen. Wenn Sie am Turn checken und er checkt ebenfalls, bedeutet dies meist, dass er auf einem Draw war mit Händen wie {a-Clubs}{j-Clubs} oder {10-Hearts}{j-Clubs}.

3. Eine sehr starke Hand, wie ein Set Neuner zum Beispiel.

Können Sie Ihren Gegner nicht lesen, kann es sehr teuer werden, herauszufinden welche der 2 möglichen Hände er hat. Andererseits können Sie nicht bei jedem Minimum-Raise folden um diese Situationen zu vermeiden. ACHTEN Sie auf die Hände, die Ihr Gegner spielt, nicht nur auf diejenigen gegen Sie.

Wie kann man herausfinden, was der Gegner hält? Nehmen wir an Sie spielen einen $200NL Tisch und raisen preflop auf $8. Dann machen Sie am Flop einen C-bet mit $15 und Ihr Gegner macht einen Minimum-Raise auf $30. Blasen Sie hier den Pot auf $80 auf, wird Ihr Gegner seinen Bluff aufgeben, mit einem Draw callen und mit einem Set pushen. Es wird Sie anfangs zwar Geld kosten, aber auf lange Sicht gesehen kann so ein Read sehr profitabel sein.

Das Beste ist wenn Sie am Flop voll treffen und Ihr Gegner hat einen nette Hand, eine Draw oder blufft. Hier können Sie den Minimum-Raise nur callen und am Turn check-raisen. Dadurch wird der Pot sehr groß am Turn und Ihr Gegner ist dann oft committed, sofern er nicht blufft.

Schlussfolgerung

Es gibt mehr als eine Strategie um out of position zu spielen. Eine sache die dafür unbedingt notwendig ist, ist seinen Gegner gut zu lesen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit mit Check-Raises den Pot zu erhöhen, aber Ihr Gegner ist derjenige der an der Reihe ist. Im Allgemeinen sollten Sie in früher Position tight und in später Position loose spielen.

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