Mehr gewinnen bei Bounty Turnieren

PKO bounty turnier strategie

Bounty-Turniere erfreuen sich überaus großer Beliebtheit. Täglich finden dutzende Bounty-Events statt. Die Regeln für Bounty-Turniere sind die gleichen wie bei herkömmlichen Poker-Turnieren. Jedoch wirken sich die Bounty-Kopfgelder auf die Strategie aus. Im folgenden Artikel erläutern wir eine Handvoll Konzepte, die Sie kennen sollten, wenn Sie das ein oder andere Bounty-Turnier spielen wollen.

Was ist ein Bounty-Turnier? Was ist ein Progressive Bounty-Turnier?

Die naheliegendste Frage zuerst: Was ist ein Bounty-Turnier überhaupt? Zunächst einmal ist zwischen drei Arten von Bounty-Turnieren zu unterscheiden. Da wäre einmal das „normale“ Bounty-Turnier, das auch Einzug in die Live-Poker-Szene gefunden hat.

Auf jeden Spieler ist von Anfang an ein Kopfgeld ausgesetzt; in der Regel beträgt die Bounty etwa 20 % des Buy-ins. In einem $100 Buy-in-Turnier wandern demnach $80 in den Preispool, und $20 sind für die Bounty des Spielers bestimmt. Werfen Sie einen Gegner aus dem Turnier, sind Sie um $20 reicher.

Manche Bounty-Turniere haben gar keinen Preispool und verwenden das gesamte Buy-in für die Bounty-Kopfgelder. Das ist aber nur selten der Fall. In diesen Turnieren gewinnen Sie nur Geld, wenn Sie einen Gegner von seinem Stack befreien.

Am weitesten verbreitet sind online allerdings Progressive Knockout (PKO) Bounty-Turniere. An den Live-Tischen sind PKO-Events schwierig zu realisieren – die Online-Poker-Software hat es da erheblich leichter.

In PKO-Turnieren ist eine Hälfte des Buy-ins für den Preispool bestimmt, die andere ist als Bounty gedacht. Befördern Sie einen Gegner aus dem Turnier, gewinnen Sie die Hälfte der Bounty sofort, die anderen 50 % werden Ihrer Bounty hinzugefügt. Je erfolgreicher Sie andere jagen, desto mehr werden Sie selbst zum Ziel.

In einem $100 PKO würden $50 in den Preispool wandern, die anderen $50 werden als Bounty festgesetzt. Sichern Sie sich früh im Turnierverlauf eine Bounty, werden Ihnen $25 ausgezahlt und Ihre eigene Bounty steigt auf $75.

Rechnen Sie jede Bounty in Chips um

PKO-Spieler neigen manchmal dazu, die Bounty als Geld anzusehen, statt in Spielchips zu denken. Den Wert einer Bounty in Chips auszudrücken, wird es Ihnen leichter machen, in All-In-Situationen Entscheidungen zu treffen. Zumal wir ein Turnier und kein Cashgame spielen und daher immer in Chips denken sollten, statt das Geld zu sehen.

In einem PKO ist die Bounty zu Beginn immer 50 % des Start-Stacks wert. Liegt der Start-Stack in einem PKO bei 10.000 Chips, ist jede Bounty demnach 5.000 Chips wert. Behalten Sie diese Zahl im Hinterkopf, während Sie ein PKO-Turnier spielen.

Melden Sie sich nie zu spät an

Es ist fast schon modern geworden, sich spät für MTTs zu registrieren. Wir raten Ihnen entschieden dazu, bei PKO-Turnieren von Anfang an dabei zu sein.

Zu diesem Zeitpunkt befinden sich noch weit mehr schwache Spieler im Teilnehmerfeld. Dazu kommt, dass Sie noch um den gesamten Preispool spielen. In einem $50.000 guaranteed PKO sind $25.000 im Preispool, die restlichen $25.000 sind Bounty-Kopfgelder. Melden Sie sich eine Stunde nach Turnierbeginn an, sind bereits hunderte Spieler ausgeschieden – und mit ihnen ist ein großer Teil des Bounty-Preispools verlorengegangen.

Seien Sie also rechtzeitig da und kaufen Sie sich ins PKO-Turnier ein, am besten, noch bevor die ersten Karten ausgeteilt worden sind.

Jagen Sie im frühen Turnierverlauf nicht jeder Bounty hinterher

Ja: Sollten Sie mehrere Bounties gewinnen, ist das Turnier im Grunde ein Freeroll für Sie. Gehen Sie dennoch überlegt vor und kämpfen Sie nicht um jede Bounty. Es gibt haufenweise Spieler, die zu leichtfertig Calls machen, wenn sich die Chance auf eine Bounty ergibt.

Die Bounties zu Beginn eines Turniers sind unbedeutend, wenn wir sie mit den Preisgeldern und Bounties gegen Endes des Turniers vergleichen. Klar können Sie mit mehr Händen callen (dazu gleich mehr), aber Sie sollten trotzdem auf solide Grundlagen vertrauen und es weit schaffen.

Bounties beeinflussen die Calling-Range stark

Wir haben darauf hingewiesen, dass Sie nicht jede Bounty erringen müssen, aber Sie sollten sich bewusst machen, wie sich das Vorhandensein einer Bounty auf Ihre Calling-Range auswirkt.

Ein Beispiel: Lassen Sie uns von einem Start-Stack von 5.000 Chips ausgehen. Die Blinds liegen bei 250/500/50 und der Spieler im Small Blind geht für 5.000 Chips All-In. Sie sitzen im Big Blind und haben mehr Chips als Ihr Gegner.

Tatsächlich befinden sich 10.950 Chips im Pot – 5.000 Chips stammen vom Small Blind, und die Bounty hat ebenfalls einen Gegenwert in gleicher Höhe. Dazu kommen Ihr Big Blind (500 Chips) und neun 50-Chips-Ante-Einsätze. Zusammengerechnet sind das 10.950 Chips. Sie müssen 4.700 callen, um 15.150 zu gewinnen (der Pot plus Ihr Call); Sie brauchen also etwa 31 % Equity.

Ohne Bounty befänden sich 5.000 Chips weniger im Pot. In dem Fall sind 44,1 % Equity vonnöten. Das ist ein großer Unterschied.

Im Turnierverlauf verlieren die kleineren Bounty-Kopfgelder an Bedeutung. Stellen Sie sich vor, dass ein Gegner immer noch die Bounty zu Beginn hat, aber die Blinds jetzt bei 25.000/50.000/5.000 liegen. Die Bounty ist jetzt nur noch einen Ante-Einsatz wert (weniger als 0,5 % der Pot-Größe) und wirkt sich somit praktisch gar nicht auf die Calling-Range aus.

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