George Danzer über Setzen und Bluffen bei Badugi

George Danzer

Badugi ist ein Spiel, das nicht die Liebe bekommt, die es verdient. Während der große Bruder, Deuce-To-Seven Triple Draw, Teil der populären 8-Game Rotation ist, wird Badugi hingegen scheinbar nicht so oft auf Poker Parties eingeladen.
Dies sollte aber so sein. Badugi ist fordernd und macht gleichzeitig Spaß und für all diejenigen, die es ausprobieren, wird es oft eine der beliebtesten Pokervarianten.

Tatsächlich ist Badugi sehr einfach, sogar noch einfacher als 2-7 Triple Draw. Das Setzen vollzieht sich Fixed-Limit, auch wenn es bei machen verrückten Live Mixes manchmal Pot-Limit Badugi gibt. Wie beim 2-7 gibt es drei Draws mit insgesamt vier Setzrunden.

Wie Ken Lo in seinem aktuellen Artikel“Thinking Outside the Hold’em Box: Badugi erklärt,”geht es bei dem Spiel darum, die niedrigste Vier-Karten-Hand zu bilden ohne irgendwelche Karten doppelt zu haben, was die Farben oder den Rang betrifft. Anders ausgedrückt, die Nuts beim Badugi wäre eine Hand wie {a-Clubs}{2-Diamonds}{3-Spades}{4-Hearts} – also die niedrigsten vier Karten mit unterschiedlichen Farben. (Schauen sie sich Kens Artikel für weitere Erklärungen an, wie man spielt und auf was es bei einer Beginner Strategie ankommt.)

Badugi war bereits Teil einiger Events bei der diesjährigen World Series of Poker und wird diesen Freitag wieder auf dem Plan stehen als eine der Varianten, die die Spieler bei Event #67: $10,000 Dealer’s Choice Championship auswählen können.

In Erwartung dieses Events haben wir uns mit Team PokerStars Pro George Danzer zusammengesetzt, um näher auf das Spiel einzugehen und Badugi Strategien vom 2014 World Series of Poker Player of the Year zu lernen.

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PokerNews: Als erstens möchten wir wissen, spielst du Badugi oft online?
George Danzer: Ich spiele es nicht oft. Ich habe ein wenig $400/$800 gespielt aber es ist nicht Teil einer Mixed Game Rotation und so bekommt man nicht viele Möglichkeiten [online] zu spielen. Auf PokerStars gibt es aber dennoch oftmals Action auf den niedrigeren Limits, wo man hervorragend lernen und das Spiel üben kann.

PokerNews: Beginnen wir mit den Starthänden – welche Hände sollten wir beim Badugi spielen?
Wenn man in früher Position ist, sollten sie drei niedrige Karten als Starthand haben, fünf oder niedriger. Man möchte niemals zu einer Neun drawen, also sind Hände wie {9-}{6-}{5-} nicht gut um damit aus früher Position zu starten. Mit einer solchen Hand wird ihr Badugi nicht stark genug sein, also würde ich diese Hände aus früher Position nicht erhöhen.

Eine „Pat Hand“ ist gut um damit zu erhöhen, also [jede Hand mit] vier verschiedenen Farben, was man als Badugi bezeichnet. Beim Fullring würde ich aber keine wirklich schlechte Badugi Hand erhöhen, sowas wie ein König, aber beim Six-Max kann man dies durchaus tun.

Vom Button und vom Cut-off und aus den Blinds kann man ein wenig looser sein, also können sie Hände spielen, die zwei Karten mit einer Fünf oder niedriger haben. Ein One-Card-Draw zu einer Sechs oder Sieben ist aus diesen Positionen auch in Ordnung.

Wir haben nun einen guten Eindruck bekommen, mit welchen Händen man starten sollte und ob man vor dem ersten Draw raisen sollte oder nicht. Was ist mit 3-betten Pre-Draw?
Man nimmt Hände zum 3-betten, die ein bisschen stärker sind, als die Hände, mit denen man aus der Position raisen würde. Der Unterschied zwischen einer Calling Hand und einer 3-Betting Hand, ist in der Regel nicht besonders groß.

Wenn sie eine Hand haben, die die Range des Gegners schlägt, möchten sie damit 3-betten aber wenn es sehr knapp ist, dann ist callen ebenfalls in Ordnung. Wenn sie beispielsweise drei Karten niedriger als Sechs aus dem Small Blind halten und jemand in früher Position an einem Fullring Tisch erhöht, sollten sie wahrscheinlich nur callen, da die Range vermutlich sehr tight ist. Im Grunde wollen sie für eine 3-Bet immer eine bessere Hand halten, als die, mit der sie open-raisen würden.

Sowohl Badugi als auch 2-7 Triple Draw haben drei Draws. Würdest du sagen, dass sich diese Spiele ähnlich spielen?
Der größte Unterschied ist, dass man beim Badugi nicht viele gute Showdown Hände bekommt. Beim „Deuce“ passiert es regelmäßig, dass beide Spieler zu einem Sieben- oder Acht-Low drawen und mit einer Neun, einer Acht oder einer Sieben enden…das ist die Range, in der man denken sollte. Daher gibt es viele Showdown Hände [beim 2-7].

Beim Badugi hingegen macht man selten ein Badugi [also eine Vier-Karten-Hand]. Besonders kein gutes Badugi und daher spielt sich das Game etwas langsamer und es kommt nicht so oft zum Showdown, weil der Spieler, der stärker aussieht, meist den Pot gewinnt, auch vor dem letzten Draw. Dies passiert deshalb, weil wenn man „pat“ ist und der Gegner eine Karte zieht, [es nicht] so viele Karten zum Treffen gibt. Es ist viel schwieriger, beim Badugi eine Hand zu machen und daher gibt es weit weniger Showdowns.

Sagen wir du callst ein Raise vom Button mit {a-}{2-}, der stärksten Zwei-Karten-Hand, und du kommst Heads-up gegen den Raiser, der nur auf eine Karte drawt. Wie würdest du vorgehen?
Ich denke, das ist nicht besonders schwierig, da der Gegner mit Sicherheit setzen wird und wenn sich die eigene Hand nicht verbessert hat, kann man ein Mal bezahlen. Wenn sie ihre Hand verbessern und etwas wie {a-}{2-}{3-} oder {a-}{2-}{4-} bekommen, können sie ihn einfach raisen, wenn er weiterhin zu einer Karte drawt.

Beim Badugi ist es tatsächlich schwieriger, eine schlechte Ein-Karten-Hand zu spielen als eine gute Zwei-Karten-Hand, weil wenn sie sich nicht verbessern, können sie einfach einen niedrigen Einsatz bezahlen und wenn sie sich danach wieder nicht verbessern, können sie einfach folden.

George Danzer über Setzen und Bluffen bei Badugi 101
George Danzer

Wie gehst du beim Badugi ans Bluffen heran? Was sind gute Spots zum Bluffen?
Es ist ganz einfach…wenn sie eine schlechte Hand halten, von der sie denken, dass sie überhaupt keinen Showdown Value hat, „patten“ sie die Hand und setzen zwei Mal in der Hoffnung, dass ihr Gegner foldet. Oftmals werden die Gegner tatsächlich wegschmeißen also ist es eine gute Strategie und sie sollten es definitiv in ihr Spiel mit einbeziehen.

Du hast erwähnt, dass es beim Badugi weniger Showdowns gibt als beim 2-7 – bedeutet das, dass man öfter bluffen muss weil dies öfter funktionieren wird?
Es ist nicht so, dass man öfter bluffen muss aber man kann öfter bluffen weil es einfach öfter funktioniert. Die „Snows“ beim 2-7 funktionieren nicht mal ansatzweise so oft, wie beim Badugi also ist es kein schlechtes Spiel, zu snowen und zu bluffen.

Was ist eine durchschnittliche Bluff-Catching Hand, wenn der Gegner aggressiv spielt?
Dafür kann man gute Drei-Karten-Hände benutzen. Man kann runtercallen mit {a-}{4-}{5-} oder besser weil wenn ein Gegner beispielsweise eine Ein-Karten-Acht in einen Bluff verwandelt, man die beste Hand halten wird. Mit einer Drei-Karten-Fünf oder Sechs kann man ebenfalls bluff-catchen, wenn der Gegner „Pat“ ist.

Was ist beim Badugi eine durchschnittliche Hand, die einen Showdown gewinnt?
Eine Drei-Karten-Fünf oder Sechs gewinnt normalerweise oder vielleicht ein Jack- oder Queen Badugi. In einem Multi-Way-Pot bei einem Fullring Game ist wahrscheinlich ein Jack Badugi die durchschnittliche Winning Hand aber bei einem Six-Max mit vielen Showdowns und beim Heads-up ohne viele Erhöhungen, sind es meistens Drei-Karten-Hände, die gewinnen.

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Danke an George Danzer, dass er uns mit einigen Tipps zu Badugi versorgt hat und damit hoffentlich einige motiviert hat, die bisher das Spiel nicht ausprobiert haben, diesem eine Chance zu geben.

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