Eine Hand bei der WSOP mit Liv Boeree

Liv Boeree

Innerhalb von nur drei Jahren konnte Liv Boeree über zwei Millionen an Turniergewinnen einfahren - unter anderem durch die Siege im Main Event der EPT San Remo im Vorjahr und dem Sunday Warmup auf PokerStars. Mit PokerNews sprach sie über eine Hand, die ihr im $1,500 No-Limit Hold'em Event bei der diesjährigen World Series of Poker fast die Sprache verschlagen hätte.

Blinds: 100/200 mit 25 Ante

Preflop und Flop Action: Liv Boeree eröffnete mit einem Raise auf 500 mit {a-}{q-} offsuit. Ein Spieler bezahlte, Button und Big Blind callten ebenfalls. Der Flop brachte {q-}{6-}{2-} rainbow. Der Big Blind checkte, Boeree spielte 1.300 an. Der nächste Spieler foldete, der Button bezahlte und der Big Blind foldete ebenfalls. Am Turn hieß es also Heads-Up.

Das ist ein ziemlich sicheres Board um für Value zu betten. Nach welchen Kriterien hast du dir die Größe deiner Bet Size ausgesucht?
Wenn du mit Ass-Dame eröffnest und jede Menge Caller bekommst, dann hasst du das normalerweise. Dieser Flop war aber ein Traum für mich. Ich wollte nicht zu hoch anspielen um etwa Pocket-Achter, -Neuner oder –Zehner nicht zu vertreiben. Ich hätte auch halben Pot anspielen können, aber ich dachte, dass ich von einigen Spielern viel Value bekommen könnte und, dass sie 1.300 relativ häufig bezahlen würden.

Turn Action: Der Turn brachte eine {6-}. Boeree und ihr Gegner checkten.

Warum hast du hier gecheckt?
Ich war am Überlegen, ob eine Sechs in der Range meines Gegners sein könnte. Als die Karte aufgedeckt wurde, bewegte er sich recht viel. Er wirkte auf mich ein wenig wie eine „Tellbox“ (jemand der viele Tells gibt). Er schien sehr glücklich über den Turn zu sein. Könnte sein, dass er 6-7 oder 6-5 hätte, obwohl ich mir gedacht habe, dass er mit solchen Händen eine so große Bet am Flop nicht bezahlt hätte. Ich beschloss also zu checken und als er ebenfalls checkte, war ich überzeugt davon, die beste Hand zu haben. Ich dachte, dass er etwas wie Mid-Pair oder eine schlechtere Dame hatte, mit er den Pot kontrollieren wollte.

River Action: Der River brachte eine {2-}. Am Board lag also {q-}{6-}{2-}{6-}{2-}. Boeree spielte 2.600 an, ihr Gegner callte.
Ich habe für Value ziemlich hoch angespielt und als er bezahlte, war ich sicher, die beste Hand zu haben. Er zeigte 5-6 für ein Full House mit Sechsen über Zweien. Er sagte: „Ich sah nicht viel Sinn drin zu raisen, da ich nicht dachte, dass du callen würdest, wenn ich reinschiebe [lacht].“

Ist das für dich eine Bet-Fold-Situation am River?
Wenn er Allin gegangen wäre, wäre das eine Qual für mich gewesen. Im Nachhinein gesehen, wäre das eine Bet-Fold-Situation gewesen. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass er das mit einer Hand schlechter als Ass-Dame gemacht hätte.

Profis sprechen oft über schlechte Skills von manchen Spielern in den No-Limit-Hold’em-Events mit kleinen Buyins. Hast du einen Ratschlag für Spieler, die dort gegen die Amateure antreten?
Wenn ihr eine Hand trefft, versucht Value zu bekommen. Das ist mein wichtigster Ratschlag. Hofft, dass ihr Hände trefft und geht voll auf Value, da viele Spieler in diesen Turnieren einfach nicht folden können. Leute kommen oft zu mir und sagen, sie hätten mit ihren 30 Big Blinds Pocket-Damen hero-folden sollen, da sie ihren Gegner auf Asse oder Könige gesetzt hätten. Aber das ist Unfug: Wenn du mit Queens in Aces läufst, dann ist das halt so.

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