12 wichtige Punkte für Poker Spieler

12 stufen programm für Poker

Viele von uns sind mit den „Zwölf-Schritte-Programmen“ vertraut, die oft verfolgt werden, um gegen eine Sucht anzukämpfen. Ich habe miterlebt, wie Familienmitglieder und Freunde damit langfristige Erfolge erzielt haben.

Ich hoffe, dass mir die Erfinder der Idee nicht böse sind, wenn ich das gleiche Prinzip auf Poker anwende. Ich spreche nicht davon, wie das Programm bei einer Spielsucht helfen kann. Tatsächlich soll es um 12 Schritte gehen, die Pokerspieler in Angriff nehmen können, um schlechte Verhaltensweisen und Fehler im eigenen Spiel auszumerzen.

Im folgenden Artikel habe ich die 12 Schritte aufgelistet; zudem gebe ich Erklärungen ab, warum ich die einzelnen Schritte bei weniger erfolgreichen Pokerspielern für sinnvoll erachte.

1. Akzeptieren Sie, dass Sie die Kartenverteilung, die Hände, die Ihnen und Ihren Gegnern ausgeteilt werden, und die Karten, die nach dem Flop auftauchen, nicht beeinflussen können

Auf den ersten Blick ist das offensichtlich. Beim Versuch, zu einem besseren Spieler zu werden, besteht der erste Schritt aber darin, zu erkennen, was Sie nicht kontrollieren können – um sich im nächsten Schritt darauf zu konzentrieren, was Sie tatsächlich kontrollieren. Verschwenden Sie keine Energie darauf, sich darüber zu ärgern, wie viel Glück Ihre Gegner bei der Kartenverteilung hatten. Außer bei der Frage, wie die ausgeteilten Karten die Spielweise Ihrer Gegner (und Ihre eigene) hätten beeinflussen können, ist die Verteilung der Karten irrelevant.

Falls Sie nicht gerade ein gewiefter Betrüger sind, der immer ein paar Asse im Ärmel verbirgt, liegt die Kartenverteilung weit außerhalb Ihrer Kontrolle. Akzeptieren Sie das. Die Faktoren, die Sie beeinflussen können, verlangen Ihre volle Aufmerksamkeit.

2. Erkennen Sie, dass mathematische Wahrscheinlichkeiten stärker sind als Ihr Wille

Mathematische Gesetze sind unveränderbar. Nur innerhalb der mathematischen Grenzen können wir uns bewegen. Allerdings können wir darauf hoffen, dass sich unsere Gegner nicht darüber im Klaren sind, dass die Zahlen das Spiel regieren. In dem Fall können wir uns ihren Aberglauben und ihre Unlogik zunutze machen.

3. Treffen Sie die Entscheidung, Ihre gesamte Energie auf das zu verwenden, was Sie kontrollieren können

Sie können Ihre Gefühle, Ihr Image, Ihre Spielweise und Ihr Denken kontrollieren. Schwören Sie sich, immer so gut zu spielen wie es Ihnen möglich ist, indem Sie sich allein auf diese Faktoren konzentrieren.

4. Hüten Sie die Moral an den Tischen

Der kompetitive Charakter des Spiels sorgt manchmal dafür, dass wir uns anderen gegenüber nicht anständig verhalten. Wir sollten uns dazu zwingen, unsere Werte und Normen zu wahren, und einen Weg finden, uns innerhalb der ethischen Grenzen zu verbessern.

5. Beobachten Sie Schwächen und Unzulänglichkeiten in Ihrem eigenen Spiel

Eine ehrliche Selbsteinschätzung ist ein notwendiger und schwieriger Schritt auf dem Weg zu einem besseren Spiel. Zu oft werden wir von unseren Wünschen und dem, was wir für wahr halten wollen, in die Irre geführt. Als erfolgreicher Spieler müssen Sie sich selbst gegenüber objektiv sein und Ihr Spiel so betrachten, wie es wirklich ist.

6. Eignen Sie sich das Wissen an, das Ihnen dabei helfen wird, die richtige Strategie zu entwickeln

Das heißt nicht, dass Sie blind Poker-Strategie-Bücher kaufen und lesen sollen – Sie müssen das zur Verfügung stehende Material auch begreifen und das vermittelte Wissen meistern. Schlechtes Spiel resultiert oft aus Unwissenheit heraus – manchmal fehlt gar der Wille, das bereits Gelernte ins strategische Grundgerüst einzubauen. Wir müssen unsere Ahnungslosigkeit überwinden und sicherstellen, dass wir das Gelernte umsetzen.

7. Wir müssen uns unsere Fehler eingestehen und den Willen haben, ihnen mit Disziplin und Selbstkontrolle beizukommen

Wissen allein ist nicht ausreichend, um in die Riege der Gewinner aufzusteigen. Wir müssen auch die emotionale und mentale Stärke erlangen, um so zu spielen, wie wir es gelernt haben. Was nützt es zu wissen, dass wir Q-7 in später Position gegen ein Raise und Reraise folden müssen, wenn wir callen, weil wir ein „Bauchgefühl“ haben?

8. Machen Sie eine Liste mit Verhaltensweisen, denen Sie zum Opfer gefallen sind und versuchen Sie Ihr Verhalten schrittweise zu bessern

Eine solche Liste fungiert als Veranschaulichung der Fehler, die wir machen, uns aber oft nicht eingestehen wollen. Indem wir die Punkte aufschreiben, sind wir zumindest uns selbst gegenüber ehrlich, was wir falsch gemacht haben. Zugleich ist die Liste ein Dokument, das uns wiederholt an unsere Fehler erinnert, und daran, was wir ändern müssen, um ihrer Herr zu werden.

9. Begegnen Sie jedem aufgelisteten Problem einzeln und kehren Sie das falsche Verhalten in gescheites Spiel um

Wir gehen dabei gezielt vor und behalten im Auge, wie wir systematisch und gründlich unsere Schwächen in Stärken umwandeln.

10. Erfassen Sie auch in Zukunft, wie Sie sich verbessern oder scheitern, um alle Schwächen aus Ihrem Spiel zu streichen

Es reicht nicht, nur einen Schritt zu gehen. Wir müssen uns wieder und wieder selbst unter die Lupe nehmen und unsere Stärken und Schwächen im Blick behalten. Auf diese Weise wissen wir immer, wie weit wir mit unseren Korrekturen sind.

11. Bringen Sie Ihr Spiel durch wiederholtes Abschreiten der Schritte und der Selbstkontrolle, die Sie erlangt haben, auf ein höheres Level

Übung macht den Meister. Etwas bloß zu lernen und einmal anzuwenden, wird nicht ausreichen, um Ihr Spiel vollends zu entwickeln. Der Meister wendet das Gelernte regelmäßig und konstant an. Damit dies gelingt, müssen die 12 Schritte zu einer selbstverständlichen Routine werden.

12. Teilen Sie mit anderen, was Sie gelernt haben – aber bloß nicht an den Tischen!

Wahre Meister sind in der Lage, das Gelernte auch anderen zu vermitteln. Bringen Sie die Ideen in den Diskurs ein, schreiben Sie darüber. Bauen Sie auf das, was Sie gelernt haben, auf – lassen Sie andere an Ihrem Wissen teilhaben. Indem Sie das tun, setzt sich die Routine auch in den angestaubten Regionen Ihres Gehirns fest!

Ashley Adams spielt seit 50 Jahren Poker und schreibt seit 2000 darüber. Er ist der Autor hunderter Artikel und zweier Bücher: Winning 7-Card Stud (Kensington-Verlag, 2003) und Winning No-Limit Hold’em (Lighthouse-Verlag, 2012). Darüber hinaus moderiert er die Poker-Radiosendung House of Cards. Erfahren Sie auf www.houseofcardsradio.com mehr über die Ausstrahlungstermine, die Sender und Podcasts.

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