Die 10 lästigsten Verhaltensweisen am Pokertisch

The 10 Most Annoying Behaviors at the Poker Table

Ich habe festgestellt, dass mein Profit an No-Limit-Cashgame-Tischen für gewöhnlich der Unterschied zwischen meinem Skill-Level und dem meiner Gegner ist. Ich habe auch die Entdeckung gemacht, dass es hilfreich ist, dafür zu sorgen, dass sich meine Gegner gut fühlen und Spaß haben, um das Skill-Ungleichgewicht zu bewahren. Lästige Charakterzüge führen schnell dazu, dass die schlechten Spieler dem Tisch fernbleiben und ihr Geld entweder behalten oder an andere Spieler verlieren.

Im unermüdlichen Bestreben, eine lustige und keinesfalls bedrohliche Atmosphäre am Pokertisch am Leben zu erhalten, finden Sie im Folgenden eine Liste mit 10 ärgerlichen Verhaltensweisen, mit denen Sie die Spieler, die Sie eigentlich am Tisch behalten wollen, in Windeseile vertreiben. Haben Sie sich selbst schon so verhalten? Vielleicht ist es Ihnen aus Versehen passiert. Vielleicht steckt aber auch Absicht dahinter; die Hoffnung, andere zur Weißglut zu treiben, zum Tilten zu bringen. In jedem Fall hoffe ich, dass Sie damit aufhören werden. Womöglich war der ein oder andere wegen Ihnen am Tilten, aber langfristig jagen Sie die Hobby-Spieler davon – und das ist richtig schlecht für das Spiel.

Falls Sie keine dieser Verhaltensweisen an sich entdecken können, teile ich die Liste aus einem anderen Grund mit Ihnen: Ich leide darunter – und geteiltes Leid ist bekanntermaßen halbes Leid. Lassen Sie uns also bedauern, wie unmöglich sich unsere Mitmenschen manchmal aufführen!

1. Slowrolls

Wenn jemand Ihre River-Bet gecallt hat, sind Sie an der Reihe, Ihre Karten aufzudecken. Manche Spieler haben Spaß daran, den Moment auszukosten und ein paar Sekunden (oder noch länger) zu warten, bevor sie die bessere Hand zeigen – das ist ein „Slowroll“.

Vielleicht haben diese Spieler zu viele Filme gesehen. Vielleicht freuen sie sich aber auch so über den Sieg, dass sie sich darin suhlen müssen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sie ihrem Gegner den Sieg unter die Nase reiben wollen. Es spielt keine Rolle, was der Grund ist. Tatsache ist, dass es überaus nervig ist, auf den Triumph des Gegners warten zu müssen – vor allem, wenn Sie nach der langen Wartezeit zum Schluss gelangt sind, dass Ihre Hand die beste sein könnte.

2. Sich zu viel Zeit lassen

Dieses Verhalten ist auf vielfältige Weise zu beobachten. Manchmal scheint der Störenfried nie zu wissen, dass er an der Reihe ist. „Bin ich dran?“, fragt er zum tausendsten Mal. Andere Male scheint der Gegner die Action erst zu Gesicht zu bekommen, sobald er an der Reihe ist und alle Augen auf ihn gerichtet sind.

Und dann gibt es noch die „Zauderer“, die grundsätzlich wütend machend und absichtlich langsam spielen. Sie warten darauf, bis sie an der Reihe sind, um vorsichtig (und l-a-n-g-s-a-m … habe ich erwähnt, dass diese Spieler alles langsam machen?) die Karten in die Hand zu nehmen, einen Blick auf sie zu werfen, über das Gesehene in aller Seelenruhe nachzudenken, die Karten zurückzulegen, die Karten zum Quadrat zu formen, noch einmal intensiv zu grübeln, und erst dann zu handeln. Was soll das?! Hören Sie auf, Zeit zu schinden. Betten, raisen, checken oder folden Sie!

3. Bad Beat-Geschichten erzählen

Wollen Sie Ihren Tisch-Kumpanen von einem Bad Beat erzählen? War es ein One-Outer? Oder gar ein No-Outer?! Es gab einen Kurzschluss und das Dach ist eingestürzt, als Sie gerade dabei waren, einen $600.000-Pot einzuheimsen?

Es interessiert uns nicht. Kein bisschen. Überhaupt nicht. Erzählen Sie Ihrem Ehepartner oder Ihrer Mutter davon. Verschonen Sie uns damit. Bitte. Es interessiert niemanden. Es ist einfach nur nervig.

4. Schlechte Körperpflege

Am Pokertisch habe ich viele ungesunde Verhaltensweisen miterlebt, die ich höchst peinlich finde. Sie fallen mir regelmäßig auf und ich kann sie kaum ertragen.

Der eine niest in seine Hände und spielt weiter, als sei nichts passiert. Der andere scheint einen Monat lang nicht geduscht zu haben. Der Dritte hustet ständig auf seine Karten und Chips. Der Vierte scheitert daran, ein Sandwich zu verzehren, ohne sich zu bekleckern und die Soße, Schmiere oder was auch immer überall zu verteilen.

Tun Sie uns einen Gefallen. Bleiben Sie entweder weg vom Tisch, wenn Sie krank sind, oder husten oder niesen sie wenigstens in die Armbeuge. Und haben Sie den Anstand, sich die Hände zu waschen oder Taschentücher mitzubringen. Und um Himmels willen, tun Sie was gegen diesen Gestank! Sie machen mich krank … wortwörtlich!

5. Ohne Punkt und Komma sprechen

Zugegebenermaßen ist mir das auch schon passiert. Aber unaufhörliches Gelaber bringt viele Spieler auf die Palme, wenn sie in eine Hand verwickelt sind.

Klar war Poker nie dazu gedacht, in einer Bibliothek oder im Krankenhaus gespielt zu werden – alle gehen davon aus, dass am Tisch gesprochen wird. Aber manchmal sollten Sie wirklich den Mund halten. Kommentieren Sie keine Hand, in die Sie nicht involviert sind. Nehmen Sie nicht unaufhörlich die letzte gespielte Hand unter die Lupe. Vermeiden Sie Themen, aus denen ein Streit entbrennen könnte.

Wenn Sie nicht wissen, ob Sie etwas sagen sollten, sagen Sie nichts. Nur wenige regen sich darüber auf, dass ihre Gegner zu wenig sprechen.

6. Salz in die Wunde streuen

Ihre Könige haben die Asse von jemandem geknackt. Er fragt Sie: „Was dachtest du, was ich habe?“ Was für ein Idiot!

Es ist auch ärgerlich, wenn der Gewinner einer Hand so etwas sagt wie: „Ich hab’ gedacht, du hast mich.“ Nehmen Sie den Pot im Gewinnfall einfach an sich, ohne Sprüche zu klopfen.

7. Betrunkene Spieler

Grundsätzlich ist es gut für unsere Winrate, gegen Gegner zu spielen, denen der Alkohol ein bisschen zu Kopf steigt. Wir bekommen schlechte, loose Calls zu sehen, es gibt Aggression ohne ersichtlichen Grund und in den Pots befinden sich mehr Chips, die wir an uns reißen können.

Mit jemandem zu spielen, der betrunken ist – richtig betrunken –, ist aber etwas völlig anderes. Ein betrunkener Spieler kann das Spieltempo deart verlangsamen, dass der zusätzliche Profit in keinem Verhältnis dazu steht.

Betrunkene suchen oft grundlos Streit, was zu weiteren Verzögerungen und noch mehr Streit führt, was das Spiel unglaublich träge macht. Ich rate jedem Spieler, der richtig betrunken ist, den Tisch zu verlassen, bevor er all sein Geld verliert. Langfristig zahlt sich das denke ich aus (und ethisch gesehen könnte es auch die beste Entscheidung sein).

8. Karten preisgeben

Ich gebe zu, dass ich hier ein bisschen scheinheilig bin. Ich ziehe einen Vorteil daraus, wenn ich einen Blick auf die Karten der Spieler neben mir erhaschen kann. Natürlich warne ich sie beim ersten Mal, aber danach liegt es an ihnen.

Trotzdem hasse ich es, wenn Spieler ihre Karten nicht richtig verdeckt halten können. Der unfaire Vorteil regt mich so auf. Ich gebe dem Dealer Bescheid, wenn ein Spieler (außer mir) die Karten eines anderen sehen kann. Wir müssen alle darauf achten, unsere Karten verdeckt zu halten – wenn schon nicht für uns selbst, dann wenigstens, damit sich andere Spieler nicht darüber aufregen müssen.

9. Jammern

Pokerspieler sind die größten Heulsusen. Ihre Asse sind geknackt worden. Die anderen treffen immer ihre Draws. Ihre Hände liegen am Showdown immer hinten. Sie können nicht gewinnen. Ihr Hund ist gestorben und Ihre Frau hat Sie verlassen. Es kümmert mich keinen Deut. Hören Sie auf, mich zu nerven!

10. Poker-Nachhilfe geben

Warum haben manche Spieler das Gefühl, anderen erklären zu müssen, was sie falsch gemacht haben? Diese Verhaltensweise nervt jeden, der verstanden hat, woher die Gewinne beim Pokern kommen.

Ratschläge haben am Pokertisch nichts verloren. Die guten Spieler haben nichts davon (oder wollen keine Tipps), und die schlechten Spieler werden davongejagt, weil sie sich ausgenutzt fühlen – oder sie lernen dazu und sagen insgeheim Danke für die Gratis-Lektionen. Wie kann das gut für das Spiel sein? Wenn besagter Spieler ein guter Pokerspieler wäre, würde er die Klappe halten und seinen Gegnern erlauben, weiter Fehler zu machen.

Es gibt einen weiteren Grund, warum Sie diese Liste am Tisch gut gebrauchen können. Da Sie jetzt wissen, was Sie alles erwarten kann, werden Sie nicht mehr so genervt sein, wenn Sie einem Störenfried gegenübersitzen.

Ashley Adams spielt seit 50 Jahren Poker und schreibt seit 2000 darüber. Er ist der Autor hunderter Artikel und zweier Bücher: Winning 7-Card Stud (Kensington-Verlag, 2003) und Winning No-Limit Hold’em (Lighthouse-Verlag, 2012). Darüber hinaus moderiert er die Poker-Radiosendung House of Cards. Erfahren Sie auf www.houseofcardsradio.com mehr über die Ausstrahlungstermine, die Sender und Podcasts.

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