Bluffing 101: Eine zweite Barrel am Turn oder nicht?

Bluffing 101: Deciding Whether to Fire a Second Barrel on the Turn

Sie stehen zwar noch am Anfang, aber Sie sind kein Anfänger mehr, da es Ihnen gelingt, an den $1/$2-Live-Tischen zu bestehen und Gewinne einzufahren. Eine Frage, die sich regelmäßig stellt, ist, ob Sie einen Bluff mit einer zweiten „Barrel“ am Turn weiterverfolgen sollten. Im Folgenden finden Sie ein paar Überlegungen, die Ihnen die Entscheidungsfindung in Zukunft erleichtern.

Ein Beispiel, wann eine Bet sinnvoll ist

Sie befinden sich in später Position. Niemand hat geraist, es gab ein paar Folds und Sie sind an der Reihe. Sie haben {A-Clubs}{J-Clubs} vor sich liegen – keine Premium-Hand, aber eine, die in später Position ohne vorangegangene Raises in die Raising-Range fällt. Sie erhöhen auf $12. Bis auf einen Spieler in mittlerer Position, der den Call macht, geben alle anderen auf. Der Pot ist $30 groß.

Der Flop wird aufgedeckt: {10-Spades}{8-Diamonds}{4-Clubs}. Ihr Gegner checkt zu Ihnen. Beide Stacks betragen etwa $250. Zwar haben Sie den Flop verpasst, aber nach dem Check Ihres Gegners und auf Grund der Tatsache, dass die meisten Flops verpasst werden, gehen Sie davon aus, dass es Ihrem Gegner genauso ergangen ist wie Ihnen. Sie platzieren eine Continuation-Bet von $20 – Sie bekommen einen Call zu sehen. Im Pot befinden sich jetzt $70.

Der Turn bringt den {K-Spades}. Abgesehen davon, dass Sie einen Gutshot-Straightdraw aufgegabelt haben, ist der Turn eine weitere Blank. Ihr Gegner checkt. Feuern Sie ein zweites Mal? Wie treffen Sie eine Entscheidung?

Wichtig ist, dass Sie stets die Range Ihres Gegners im Auge behalten. Damit ist gemeint, dass Sie über alle Hände nachdenken, die der Gegner haben könnte, statt sich auf eine einzige Hand zu versteifen. Falls es sich um einen typischen Spieler handelt, können wir seine Range nach dem Preflop-Play und der Flop-Bet auf mittelstarke und kleine Paare eingrenzen, also eine schwache 10, A-8 oder A-4. Slowplays mit Sets sind möglich, machen aber nur einen kleinen Teil der angenommenen Range aus.

Tatsächlich ist der Spot sehr gut für eine zweite Bet geeignet – für eine „zweite Barrel“, wie der zweite Bluff-Versuch oft genannt wird. Spielen Sie $40 an, weil es den Großteil der gegnerischen Hände zur Aufgabe zwingt.

Ihr Gegner wird in den meisten Fällen annehmen, dass Sie entweder von Anfang an die beste Hand hatten oder der König am Turn Ihnen geholfen hat. Umgekehrt haben Sie einen einfachen Fold, falls Sie ein Check-Raise kassieren, da Sie dann sicher annehmen können, dass Ihr Gegner eine bessere Hand getroffen hat (in der Regel ein Set).

Und das ist völlig in Ordnung. Poker ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten. Sie können nicht erwarten, dass Ihre Plays in 100 Prozent der Fälle glücken. Statistisch gesehen muss Ihre Turn-Bet bloß in 37 Prozent der Fälle funktionieren, um einen Gewinn abzuwerfen.

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Sechs Überlegungen für die zweite Barrel

Es gibt eine Reihe Faktoren, die beim Abfeuern der zweiten Barrel eine gewichtige Rolle spielen. Erfahren Sie, worauf es ankommt!

1. Die Turn-Karte

Sie sollten eher bereit sein, den Turn anzuspielen, wenn die Turn-Karte der gegnerischen Range nur selten weiterhelfen kann und Ihre Range klar bevorteilt. Overcards zum Board fallen zum Beispiel in diese Kategorie.

Ihr Gegner muss annehmen, dass Ihre Preflop-Raising-Range und die Betting-Range nach dem Flop eine Menge High Cards enthält. Dementsprechend muss er annehmen, dass die Overcard Ihrer Range oft ein Paar oder sogar ein Set beschert. Wenn am Turn eine Overcard aufgedeckt wird, verlieren mittelstarke und kleine Paare an Value (da sie das größere Paar fürchten müssen), und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Sie den erhofften Fold bekommen.

2. Die Anzahl der Gegner

Es ist nicht ratsam, die zweite Barrel gegen mehrere Gegner abzufeuern, da die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass zumindest einer am Ball bleibt. Sparen Sie sich den Move für Heads-Up-Situationen auf.

3. Der Spielertyp, mit dem Sie es zu tun haben

Ironischerweise sollten Sie die zweite Barrel eher gegen loose-passive Spieler als gegen extrem tighte Zeitgenossen abfeuern. Auch hier liegt die Entscheidung in der angenommenen Range begründet.

Tighte Spieler werden preflop nur eine eng gesteckte und starke Range weiterspielen – Hände wie hohe Paare oder A-K also. Am Flop ist es unwahrscheinlich, dass dieser Spielertyp ohne eine extrem starke Range den Call macht. Sie können also nicht davon ausgehen, dass die Turn-Bet oft von Erfolg gekrönt ist.

Loose-passive Gegner neigen andererseits dazu, weite Ranges zu spielen, die aggressiven Bets hoffnungslos unterlegen sind. Da C-Bets zum guten Ton am Poker-Tisch gehören, sind die Ranges nach dem Flop-Call immer noch als recht weit anzusehen – die Draws werden erst am Turn in den Muck geworfen. Gegen diese Gegner ist die zweite Barrel das perfekte Mittel.

4. Ihre Position

Auf den ersten Blick scheint es, dass die zweite Barrel nur sinnvoll ist, wenn Sie Position auf Ihren Gegner haben. Diese Überlegung macht auch Sinn, weil Sie schließlich herausfinden wollen, wie Ihr Gegner auf den Turn reagiert, bevor Sie eine Bet platzieren. Wenn er checkt, können Sie das als Zeichen der Schwäche werten und die zweite Barrel wird häufiger funktionieren.

Ungeachtet dessen kann eine Bet ohne Position äußerst effektiv sein. Das liegt in der Häufigkeit von Continuation-Bets begründet. Da so viele Spieler, die preflop geraist haben, am Flop betten, neigen viele Spieler dazu, diese Flop-Bets in Position zu callen (ein Call, der manchmal als „Float“ bezeichnet wird), um den Pot am Turn mit einer Bet zu stehlen. Entsprechend kann eine Turn-Bet ohne Position den Floater überzeugen, dass er gegen eine legitime Hand spielt und folden muss. Die zweite Barrel ist also für alle Positionen gleichermaßen geeignet.

5. Die Möglichkeit, sich am River zu verbessern

Die Erfolgsaussichten steigen geringfügig, wenn Sie beim Abfeuern der zweiten Barrel die Chance haben, am River Outs zu treffen. Dabei kann es sich um einen Straightdraw (auch ein Gutshot wie im obigen Beispiel ist Straightdraw genug) oder einen Flushdraw handeln – selbst eine Overcard zum Board ist besser als nichts. Das Vorhandensein eines Draws kann das Zünglein an der Waage sein, was den Ausschlag gibt, ob Sie die zweite Barrel platzieren.

6. Der Stack des Gegners

Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass ein Gegner mit einem Short-Stack die Turn-Bet callt als ein Gegner mit einem Deep-Stack. Machen Sie nicht den schrecklichen Fehler, die Barrel gegen den Typen abzufeuern, der seinen verbleibenden Stack in den Pot wirft, selbst wenn er glaubt, dass er geschlagen ist, weil er das Gefühl hat, „committed“ zu sein.

In meinem nächsten Artikel werde ich auf die Wirksamkeit der dritten Barrel am River zu sprechen kommen.

Ashley Adams spielt seit 50 Jahren Poker und schreibt seit 2000 darüber. Er ist der Autor hunderter Artikel und zweier Bücher: Winning 7-Card Stud (Kensington-Verlag, 2003) und Winning No-Limit Hold’em (Lighthouse-Verlag, 2012). Darüber hinaus moderiert er die Poker-Radiosendung House of Cards. Erfahren Sie auf www.houseofcardsradio.com mehr über die Ausstrahlungstermine, die Sender und Podcasts.

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