So geht man mit Bad Beats von schlechten Spielern um

Bad Beats

Wenn Sie Cashgames auf den Low Stakes spielen, besteht eine der schwierigsten Aufgaben darin, mit all den Bad Beats umzugehen. Wenn Sie gegen Leute spielen, die häufig den Call-Button finden und absurden Draws nachjagen, ist es nur natürlich, dass Sie am River auch mehr Suckouts erleben werden.

Als jemand, der auf den Online-Low Stakes Millionen von Händen gespielt hat, kenne ich das Gefühl nur zu gut. Manchmal erzähle ich Leuten (halb) im Scherz, dass ich vermutlich mehr Bad Beats hinnehmen musste als irgendjemand in der Poker-Geschichte.

In diesem Artikel werde ich Ihnen einige Tipps auf den Weg geben, wie Sie all die Bad Beats und Suckouts ertragen können, auf die Sie in kleinen Cashgames zwangsläufig stoßen werden.

Akzeptieren Sie die Bad Beats

Abermals muss festgestellt werden, dass Sie auf den kleinsten Stakes (online wie live) mehr Bad Beats erleben werden als auf jedem anderen Limit. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass viele schlechte Spieler auf diesen Stakes den Flop bis River mit Bottom Pair callen oder irgendeinem lächerlichen Draw nachjagen.

Der Schlüssel zum Erfolg besteht in der Erkenntnis, dass das eine gute Sache ist. Dass die Winrate in Low Stakes-Spielen so viel höher liegt als auf höheren Limits, verdanken Sie diesen schlechten Spielern, die mit allem Möglichen den Call-Button finden.

Natürlich bedeutet das, dass Sie Suckouts häufiger zu Gesicht bekommen werden. Spieler auf den höheren Stakes folden die Hand normalerweise früher als ihre Kollegen auf den kleineren Limits. Die besseren Spieler befinden sich seltener in der Situation, dass sie ihren Draw überhaupt treffen müssen, um Sie zu schlagen.

Allerdings sollten Sie verstehen, dass immer mehr Value dahintersteckt, gegen Spieler zu spielen, die alles zu treffen versuchen. Das hat auch einen einfachen Grund: Meistens werden sie ihren Draw verpassen.

Manchmal werden wir so wütend, wenn sie ihren 4-Outer auf dem River treffen, dass wir die einfache Mathematik hinter dem Spiel vergessen. Die meiste Zeit über werden diese Spieler ihre vier Outs verpassen, eine der anderen 46 Karten kommt am River – und wir gewinnen den Pot mit der besten Hand.

So schmerzhaft es auch ist, gegen einen lächerlichen Gutshot-Straightdraw zu verlieren, können Sie es aus einer anderen Perspektive mit einem Lachen abtun. Sie sollten froh sein, dass Spieler in Ihrem Spiel so schlecht spielen wollen, weil der Pot meistens in Ihre Richtung wandern wird.

Suckouts sind eine Gebühr, die wir alle manchmal bezahlen müssen

Sie können Bad Beats auch auf eine andere Art und Weise betrachten und Sie als „Gebühr“ ansehen, die Sie entrichten müssen, um gegen weniger geschickte Gegner spielen zu dürfen.

Der Grund, warum schlechte Spieler immer und immer wieder zurückkommen (und immer wieder einzahlen), ist, dass sie ihren ausbleibenden Erfolg auf eine Pechsträhne schieben können. Das Ego kommt beim Poker häufig zum Vorschein. Ähnlich wie beim Autofahren schreiben sich die meisten Leute mehr Fähigkeiten zu als sie tatsächlich besitzen. Wenn ein Freizeit-Spieler seinen absurden Draw auf dem River trifft, hat sein Kopf bereits eine Verteidigung gefunden: Endlich befindet sich das Glück auf seiner Seite!

Ich kenne kein anderes Spiel, dass langfristig von den Fähigkeiten der Spieler abhängt, aber kurzfristig einen solchen Glücksfaktor entfalten kann. Und das ist eine wunderbare Sache. Spieler können so das Offensichtliche ignorieren und sich der Illusion hingeben, dass sie vom Unglück verfolgt werden und deshalb verlieren. Das ist, was das Spiel antreibt: Illusionen.

Deshalb stelle ich mir gerne vor, dass Bad Beats und Suckouts von Freizeit-Spielern eine Gebühr sind, die ich manchmal bezahlen muss. Tatsächlich ist es eine Gebühr, die wir alle manchmal entrichten müssen. Das hält die Poker-Ökonomie am Laufen. Wenn schlechte Spieler nie das Glück auf ihrer Seite hätten, würden sie mit dem Spielen aufhören und die Spiele würden sich als weit weniger profitabel erweisen.

Online ist alles verrückter

Abschließend müssen Sie über Bad Beats noch wissen, dass sie online wesentlich schneller und häufiger vorkommen als Sie es von Live-Partien gewohnt sind. Das ist einer der Hauptgründe, warum viele Live-Spieler Schwierigkeiten damit haben, online zu spielen.

Wenn Sie live spielen, sehen Sie vielleicht 30 Hände in der Stunde. Online werden Sie an einem normalen No-Limit Hold’em-Tisch mit sechs Spielern dreimal so viele Hände in der gleichen Zeit zu sehen bekommen. Und wenn wir über Fast Fold-Varianten wie Zoom auf PokerStars sprechen, könnten sie zehnmal so viele Hände wie in einem Live-Spiel sehen – pro Stunde.

Es ist nur logisch, anzunehmen, dass Sie viel mehr Bad Beats und Suckouts erleben werden, wenn Sie so viele Hände mehr spielen. Viele Leute gehen fälschlicherweise davon aus, dass Online-Seiten die Karten falsch austeilen oder den Online-Kartenmischer gezielt manipulieren, aber in Wahrheit verkennen Sie, wie schnell das Spiel online vonstatten geht – viel schneller als live.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Sie berücksichtigen, dass viele Leute mehrere Tische auf einmal spielen. Wenn Sie online schneller neue Hände sehen, werden Sie auch viel, viel mehr Bad Beats ertragen müssen. Daran führt kein Weg vorbei.

Abschließende Gedanken

Viele Leute betrachten Bad Beats und Suckouts als einen negativen Teil des Spiels. Tatsächlich führen Sie bei einem hohen Prozentsatz der Spieler zu Tilt, vor allem, wenn mehrere Suckouts hintereinander erfolgen.

Wenn Sie die Verrücktheit der Small Stakes-Cashgames jedoch akzeptieren, können Sie sich dazu erziehen, Bad Beats in einem eher positiven Licht zu sehen. Sie wollen, dass schlechte Spieler ihre verrückten Draws zu treffen versuchen, weil Sie wissen, dass sie ihre Outs meistens verpassen werden.

Zweiten wollen Sie sogar, dass besagte Spieler ihre Draws manchmal treffen, weil sie das am Ball bleiben und immer wieder zurückkommen lässt. Wenn sie das Glück zu keinem Zeitpunkt auf ihrer Seite hätten, würden sie die Wahrheit akzeptieren müssen – dass sie tatsächlich kontinuierlich ausgespielt werden – und dem Spiel den Rücken kehren.

Wenn ein schlechter Spieler das nächste Mal eine Traumkarte auf dem River erwischt, fordern Sie sich selbst heraus, besser darauf zu reagieren. Bad Beats und Suckouts sind ein notwendiger Bestandteil des Spiels und eine sehr gute Sache. Lachen Sie darüber, entrichten Sie die Gebühr – und warten Sie auf die nächste Hand.

Nathan “BlackRain79” Williams ist der Autor der beliebten Micro Stakes Strategiebücher Crushing the Microstakes und Modern Small Stakes. Er bloggt außerdem regelmäßig über das Thema Micros auf www.blackrain79.com.

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Nathan Williams

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