Achten Sie auf die Poker Stop Zeichen

Don't Forget to Observe the Poker Stop Signs

Ich erinnere mich daran, als ich mein erstes Auto gekauft habe. Ich ging noch aufs College. Es war im Sommer. Die Straßen riefen nach mir. Ich hatte die ersten acht Wochen meiner Sommerferien fleißig gearbeitet und Geld gespart – jetzt wollte ich fahren, und zwar schnell.

Der Tag, an dem ich aufgehört habe, zu arbeiten – fünf Wochen, bevor die Schule weitergehen sollte –, habe ich mich dazu entschieden, quer durch die USA zu fahren. Ein ortsansässiger Polizist hielt mich an, nachdem ich mit 50 mph durch eine 30-mph-Zone gebrettert war und ein Stoppschild überfahren hatte. Der Polizist gab mir freundlich zu verstehen, dass er meinen Führerschein einkassieren und mich ins Gefängnis verfrachten könnte. Stattdessen kam ich mit einem Bußgeld davon.

Aber das hat nichts an meinem Fahrverhalten geändert. Erst nach sechs weiteren Strafzetteln, zwei Fahrverboten und der Annullierung meiner Autoversicherung wurde ich einsichtig.

Viele Pokerspieler legen zu Beginn ein ähnliches Verhalten an den Tag. Sie spielen viel zu loose, lesen ein Buch oder zwei und werden tight, begreifen, wie wichtig eine aggressive Spielweise ist, und prompt sind sie wieder zu loose unterwegs. Nur wenige verinnerlichen die wichtigen Lektionen, die das Balancing, eine gesunde Zurückhaltung und selektive Aggression betreffen – diese Erkenntnisse lassen bis zum x-ten Bankroll-Aufbau auf sich warten.

An diese Spieler richtet sich dieser Artikel – und vielleicht ist er auch für andere interessant, die diese Lektionen begreifen wollen, bevor sie ihre Bankroll in den Wind geschossen haben.

Lernen Sie, die „Stoppschilder“ der Pokerwelt zu sehen. Dazu gehören Situationen, in denen Sie intuitiv wissen sollten, dass der nächste Schritt gut überlegt sein muss. Es handelt sich nicht zwangsläufig um Spots, in denen Sie nicht aggressiv sein dürfen. Wie bei einem Stoppschild im echten Leben sollten Sie aber kurz innehalten und mit Bedacht vorgehen.

Machen wir es ein bisschen weniger abstrakt: Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele von „Poker-Stoppschildern“, die aus einem $1/$2-Cashgame mit einem Haufen mittelprächtiger und schwacher Spieler stammen. Falls nicht anders erwähnt, gehen Sie davon aus, dass alle Spieler zu Beginn einer Hand $300 vor sich stehen haben.

Auf dem Flop wird eine Overcard zu Ihrem Premium-Paar aufgedeckt und Ihr Gegner donkt

Sie sitzen im Cutoff mit {Q-Hearts}{Q-Diamonds}. Drei Spieler haben gelimpt, jetzt raisen Sie auf $15. Zwei Limper callen das Raise.

Der Flop wird aufgedeckt: {A-Clubs}{7-Spades}{5-Diamonds}. Der erste Spieler setzt $35. Der andere Spieler foldet. Ja, ein Bluff ist denkbar. Ihr Gegner könnte sich einbilden, dass Sie kein Ass haben und betten, um ein Ass zu repräsentieren und Sie zum Folden zu bewegen. Meistens zeigt diese Bet jedoch an, dass Ihr Gegner ein Ass getroffen hat – in dem Fall sind Sie meilenweit hinten. Schenken Sie diesem Stoppschild Beachtung!

Wenn Sie die Situation durchdenken und zum Schluss kommen, dass ein Move wahrscheinlicher ist, können Sie die Bet entweder callen oder raisen. In jedem Fall sollte Ihnen das Stoppschild zu denken geben.

Ein Overpair auf dem Flop (das Sie verpassen), nachdem Sie aus früher Position geraist haben

Sie haben {10-Spades}{10-Diamonds} und raisen preflop Under the Gun. Ein Spieler macht den Call. Der Flop wird aufgedeckt: {Q-Diamonds}{Q-Clubs}{7-Hearts}. Achten Sie auf das Stoppschild: Warum wollen Sie Ihre Hand betten? Sie laufen Gefahr, in ein Raise zu laufen, ohne zu wissen, ob Sie vorne oder hinten sind – und obendrein müssen Sie die Hand ohne Position zu Ende spielen.

Ja, Ihr Gegner könnte Sie mit Air oder Quasi-Air austricksen wollen. Aber selbst wenn Sie das vermuten, ist ein Check viel besser, da Ihr Gegner so darüber nachdenken muss, ob Sie ihm eine Falle stellen wollen.

Der Flop wartet mit drei suited Karten auf und Sie haben nicht mindestens den Nutflushdraw oder Two Pair

Solange der Pot im Verhältnis zu Ihrem effektiven Stack nicht riesig ist und auf dem Flop drei Karten mit der gleichen Farbe liegen, ohne dass Sie mindestens ein Ass der gleichen Farbe oder Two Pair haben, lassen Sie einen anderen Spieler betten und den Pot an sich nehmen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie preflop geraist haben, in später Position gecallt haben oder einen anderen Grund hatten, die Hand zu spielen.

Sie sind gegen zu viele Made Hands des Gegners oder seine Drawing-Hände hinten. Spieler sind versucht, hier zu semi-bluffen, um den Flush zu repräsentieren. Selbst zu betten, ohne wenigstens den Nutflushdraw oder Two Pair zu haben, ist für gewöhnlich ein Fehler, da Sie Ihrem Gegner die Möglichkeit geben, Sie mit dem Flush oder dem Nutdraw hinters Licht zu führen.

Sie haben eine einigermaßen starke Hand preflop, auf dem Flop und auf dem Turn gebettet – auf dem River müssen Sie sich einer großen Bet stellen, die von einem anderen Spieler gecallt wird, bevor Sie an der Reihe sind

Nach einem Limp Under the Gun raisen Sie aus mittlerer Position mit {A-Hearts}{K-Hearts} auf $10. Beide Blinds und der UTG-Spieler machen den Call. Alle Spieler haben zu Beginn der Hand $300 vor sich stehen.

Der Flop wird aufgedeckt: {K-Diamonds}{J-Diamonds}{5-Clubs}. Als Sie an der Reihe sind, betten Sie $25. Zwei Spieler machen den Call. Der Turn bringt die {10-Spades}. Sie betten $70 und beide Kontrahenten machen erneut den Call.

Der River hält das {A-Spades} bereit, das Board ist damit komplett: {K-Diamonds}{J-Diamonds}{5-Clubs}{10-Spades}{A-Spades}. Der erste Spieler geht für $200 All-In. Der zweite Spieler macht den Call. Sogar mit Top Two Pair müssen Sie hier folden.

Schwache oder mittelstarke Gegner lassen sich regelmäßig zu großen River-Bets verleiten – manchmal sogar mit Händen, die nicht besonders stark sind. Manchmal handelt es sich um einen verzweifelten Bluff, in anderen Fällen wird die Stärke der eigenen Hand überschätzt. Häufig macht es Sinn, callen zu wollen. Allerdings ist es selten der Fall, dass ein Gegner eine solche Bet platziert und gecallt wird, ohne dass zumindest einer von beiden eine extrem starke Hand hat.

Fazit

In der Pokerwelt gibt es keine Sicherheiten. Sie können das Stoppschild richtigerweise beachten und die Action zu Ihrem Nachteil bremsen. In den meisten Fällen sorgt das Stoppschild aber dafür, dass Sie einer Stack zerstörenden Kollision aus dem Weg gehen.

Ashley Adams spielt seit 50 Jahren Poker und schreibt seit 2000 darüber. Er ist der Autor hunderter Artikel und zweier Bücher: Winning 7-Card Stud (Kensington-Verlag, 2003) und Winning No-Limit Hold’em (Lighthouse-Verlag, 2012). Darüber hinaus moderiert er die Poker-Radiosendung House of Cards. Erfahren Sie auf www.houseofcardsradio.com mehr über die Ausstrahlungstermine, die Sender und Podcasts.

Foto: "Ace of Hearts" (adaptiert), Hash Milhan, CC BY 2.0.

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