2019 World Series of Poker

Acht beliebte Motivationen um Poker zu spielen

Jonathan Dwek

Die besten Spieler spielen Poker, um Geld zu verdienen. Das ist aber mit Sicherheit nicht der einzige Faktor, der Spieler an die Tische treibt. Anfänger und fortgeschrittene Spieler haben ganz unterschiedliche Gründe, warum sie spielen. Zu verstehen, was unsere Gegner am Pokern reizt, kann uns dabei helfen, herauszufinden, wie wir gegen sie spielen sollten.

Ich habe im folgenden Artikel die acht häufigsten Gründe aufgelistet, warum Leute Poker spielen.

1. Um Spaß zu haben

Das ist der Hauptgrund, warum sich viele von uns zu Anfang für Poker interessiert haben. Das Miteinander am Tisch hat seinen Reiz – die Gespräche, das Essen, das Trinken und das Erlebnis, zusammen ein Spiel zu spielen, tun ihr Übriges.

Natürlich macht es Spaß zu gewinnen – wir würden lieber gewinnen als verlieren. Für viele ist das aber nicht der wichtigste Faktor. Niemand verliert gerne Geld, aber für Spieler, denen der Spaß am wichtigsten ist, ist das verlorene Geld der Preis für einen unterhaltsamen Abend. Sorgen Sie also für gute Stimmung am Tisch, um diesen Spielertyp davon abzuhalten, das Casino vorzeitig zu verlassen.

2. Um sich die Zeit zu vertreiben

Viele ältere Menschen fallen in diese Schublade, vor allem Rentner. Tagsüber und unter der Woche sind sie überall zu finden. Sie sind Regulars, die mehr aus Gewohnheit spielen und vor langer Zeit aufgegeben haben, besser zu werden oder neue Strategien zu erlernen. Wenn Sie diese Menschen fragen, warum sie spielen, werden Sie von den meisten keine richtige Antwort erhalten.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Auch diese Spieler wollen gewinnen, aber das Gewinnen steht nicht im Vordergrund. Sie wollen sich die Zeit vertreiben, dabei aber auf keinen Fall ihre Komfortzone verlassen. Gehen Sie gegen diese Spieler aggressiv vor und Sie werden sehen, dass die meisten kein Interesse an Konfrontationen haben.

3. Um das Ego zu befriedigen

Ich habe viele Spieler erlebt, die so sind. Normalerweise handelt es sich um junge Spieler, aber nicht ausschließlich. Sie spielen am Tisch ungefragt den Poker-Coach und erklären allen, wer was falsch gemacht hat. Wären diese Spieler hauptsächlich daran interessiert, zu gewinnen, würden sie den Mund halten und lieber versuchen, von den Fehlern zu profitieren. Für sie ist es wichtiger, wie der beste Spieler am Tisch auszusehen statt tatsächlich der beste Spieler zu sein.

Die Versuchung ist groß, diese Spieler bloßzustellen – sie zurechtzuweisen oder aggressiv auf ihre Selbstdarstellung zu reagieren. Lassen Sie das. Spielen Sie weiter und bleiben Sie geduldig, um diese Spieler zu stacken. Das wird umso befriedigender sein.

4. Um kompetitiv zu sein

Manche Gegner sehen Poker als eine Aneinanderreihung extrem kompetitiver Aufgaben – ähnlich wie bei Sportarten. Sie spielen mit dem gleichen Kampfgeist Poker wie sie Gegnern auf dem Fußballfeld oder Basketballplatz begegnen. Sie sind wild entschlossen. Ihr Motto lautet: „Gewinner geben nie auf und wer aufgibt, kann nicht gewinnen!“ Dabei handelt es sich um ein äußerst dummes Motto, da Poker ein Spiel ist, in dem man aufgeben sollte, wenn man hinten ist, um langfristig zu gewinnen.

Locken Sie die ungezügelte Aggression in eine Falle nach der nächsten.

5. Für den Kick

Viele Spieler finden Glücksspiele aufregend – der Nervenkitzel, nachdem die Einsätze nicht mehr zurückgenommen werden können, ist für sie ein großer Spaß. Nick „the Greek“ Dandolos soll einem Zitat zufolge oft gesagt haben: „Nach dem Gewinnen von Wetten ist es das Zweitschönste, zu wetten und zu verlieren.“

Haben Sie Spaß an diesem Wahnsinn und seien Sie bereit, die eigene Range aufzulockern. Stellen Sie nur sicher, dass Sie die beste Hand haben.

6. Um nicht zu verlieren

Dieser Punkt gleicht auf dem ersten Blick dem achten Punkt auf dieser Liste (siehe unten), aber er ist ein bisschen anders. Wer spielt, um nicht zu verlieren, geht allen Risiken aus dem Weg und ist viel zu oft bereit, eine Hand aufzugeben, sobald es sich dabei nicht um die Nuts handelt.

Gehen Sie aggressiv vor und schauen Sie zu, wie diese Spieler sogar Draws folden, obwohl sie die richtigen Odds bekommen.

7. Um zu verlieren

Es mag krankhaft erscheinen, aber manche Spieler wollen sich unbedingt selbst beweisen, dass sie vom Pech verfolgt werden und nicht gewinnen können. Es sind die Spieler, die auf eine Hand zeigen, mit der sie verloren haben, und sagen: „Seht ihr? Hab’s euch doch gesagt.“

Manchmal handelt es sich dabei um ein vorübergehendes Leiden. Diese Spieler haben einen Bad Beat zu viel kassiert oder einen schlechten Tag erwischt. Versuchen Sie bloß nicht, diese Spieler zu bluffen. Sie bleiben so lange am Tisch, bis sie alles verloren haben. Wenn Sie nicht von Ihrem Gewissen gequält werden, quetschen Sie jeden Cent aus ihnen heraus. Sie werden sich ihrem Pech masochistisch geschlagen geben und bereitwillig verlieren.

8. Um zu gewinnen

Hierbei handelt es sich für gewöhnlich um die schwierigsten Gegner. Sie sind hauptsächlich an ihrem Verdienst interessiert – nicht kurzfristig, sondern die ganze Zeit. Sie lernen, passen sich an und sind bestrebt, über sich hinauszuwachsen. Sie kümmern sich nur dann um ihr Image, wenn sie glauben, es zu ihrem Vorteil ausnutzen zu können. Manchmal ist ihre Berechenbarkeit eine Schwäche, aber die besten haben gelernt, unberechenbar zu sein.

Zu sagen, dass man spielt, um zu gewinnen, ist nicht dasselbe (oder so einfach) wie es tatsächlich zu tun. So viel ist klar. Die meisten Leute, die glauben, unter diesen Punkt zu fallen, vergessen all die anderen Gründe, warum sie Poker spielen.

Fazit

Die meisten Spieler haben nicht einen einzigen sich nie ändernden Grund, warum sie Poker spielen. Die Gründe können sich ändern und es kann mehr als einen geben.

In diesem Sinne sollten Sie nicht nur darüber nachdenken, wie Sie die Schwächen Ihrer Gegner ausnutzen können, sondern auch herausfinden, aus welchen Gründen Sie spielen – abgesehen davon, dass Sie gewinnen wollen. Auch wenn Sie sich glauben machen wollen, nur wegen der Aussicht auf Geld zu spielen, kann es helfen, die Wahrheit zu akzeptieren, dass Sie auch aus anderen Gründen Poker spielen.

Ashley Adams spielt seit 50 Jahren Poker und schreibt seit 2000 darüber. Er ist der Autor hunderter Artikel und zweier Bücher: Winning 7-Card Stud (Kensington-Verlag, 2003) und Winning No-Limit Hold’em (Lighthouse-Verlag, 2012). Darüber hinaus moderiert er die Poker-Radiosendung House of Cards. Erfahren Sie auf www.houseofcardsradio.com mehr über die Ausstrahlungstermine, die Sender und Podcasts.

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