6 Spieler sehen den Flop? Welcher Poker Typ sind Sie?

Six Kinds of Players Are Taking in the Flop: Which Are You?

Dieser ganze Artikel dreht sich um das etwa zwei Sekunden lange Zeitfenster, das sich bei jeder Hand im Hold’em oder Omaha öffnet. Es geht um den Moment, wenn die drei Karten auf dem Flop aufgedeckt werden. Ich habe für diese kurze Zeitspanne sechs Spielertypen ausmachen können.

1. Der Beobachter

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Wenn die Karten auf dem Flop ausgeteilt werden, ist es nur natürlich und offensichtlich, einen Blick auf sie werfen zu wollen. Am Flop entscheidet sich häufig, wie die Hand weitergespielt wird. Daher wollen Sie natürlich wissen, was er für Sie bereithält.

Das kann allerdings schnell zum Problem werden, wenn Sie unvorsichtig agieren und die wichtige Information preisgeben, ob der Flop Ihre Hand verbessert oder nicht. Bei Spielern, die an einem Flop Gefallen finden, besteht der klassische Tell darin, dass ihre Augen als nächstes zu ihrem Chip-Stack wandern, um darüber nachzudenken, wie viel sie setzen sollten. Umgekehrt wird ein Spieler, der über den Flop enttäuscht ist, länger verharren, um nach irgendetwas Brauchbarem zu suchen – vielleicht ein Straightdraw oder irgendeine Runner-Runner-Kombination, die ihn aus dieser aussichtslosen Lage befreien kann.

2. Der Roboter

Dieser Spieler weiß darum, dass seine Reaktionen am Flop vom Gegner gelesen werden können. Um sich dagegen zu verteidigen, hat er sich ein Verhaltensmuster antrainiert, an das er sich eisern hält. Vielleicht schaut er für drei Sekunden auf die Karten, um dann zum Spieler zu wechseln, der am Flop als erstes an der Reihe ist. Wie auch immer sein Ritual aufgebaut ist, der Roboter hält sich auf jedem Flop daran. Damit ist das Leak gestopft.

3. Der Beobachter der Beobachter

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Wie dem Roboter, ist auch diesem Spieler bewusst geworden, welche Tells am Flop eine Rolle spielen. Allerdings hat er sich dazu entschieden, diese Tells bei anderen auszunutzen. Anstatt also auf die Karten zu schauen, guckt er die anderen Spieler an – er beobachtet die Beobachter.

Es gibt verschiedene Wege, das zu tun. Vielleicht blickt er so schnell wie möglich zu allen Spielern, um jemanden ausfindig zu machen, der besonders stark auf den Flop reagiert. Oder er konzentriert sich auf den Spieler, der als erstes an der Reihe ist. Oder er hat bereits herausfinden können, wer einen Flop-Tell hat und wer nicht, und richtet seine Aufmerksamkeit auf die Spieler, die ihm etwas verraten. Ganz gleich, welche Methode er auch wählt: Dieser Spieler wird alle Informationen sammeln, die ihm seine Gegner anbieten und erst danach den Flop sichten, den der Dealer ausgelegt hat.

4. Der flüchtige Blick

Dies ist eine Abwandlung des dritten Spielertyps. Er wirft selbst nur einen flüchtigen Blick auf den Flop, bevor er sich den Reaktionen der anderen Spieler zuwendet. Wenn auch in einem anderen Zusammenhang, ist es wie Jerrys berühmter Spruch in einer Folge von Seinfeld: „Du starrst nicht darauf – es ist zu gefährlich! Du bekommst einen Sinn dafür und dann schaust du weg!“

Der Vorteil dieses Ansatzes besteht darin, dass Sie die Reaktionen in einen Kontext setzen und besser interpretieren können. Der Nachteil ist, dass diese Reaktionen meist einen kurzen Moment andauern und Sie das Zeitfenster verpassen könnten. Wenn Sie den Flop nicht in weniger als einer halben Sekunde verinnerlichen können, ist das wahrscheinlich keine gute Strategie für Sie.

5. Die Drama Queen

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Ich kenne nur eine Person aus dieser Kategorie – ein Freund von mir, der immer ein Schauspiel aufführt, wie er nicht den den Flop anschaut. Sobald der Flop fällt, verdeckt er seine Augen auffällig oder dreht seinen Kopf weg. In manchen Fällen wird er sogar laut ankündigen: „Ich gucke nicht!“

Es ist natürlich richtig, dass Sie damit jeden davon abhalten, an Ihrer Reaktion einen Tell ablesen zu können, weil sie keinen haben werden. Aber die Nachteile sind offensichtlich. Zum einen berauben Sie sich im Vorfeld jeder Möglichkeit, die Reaktionen Ihrer Gegner zu lesen. Zum anderen geben Sie den Ahnungslosen das Gefühl, dass vor Ihrer Nase ein Kampf um Informationen stattfindet, von dem Sie nichts wissen. Die weniger begabten Spieler schlauer werden zu lassen war noch nie eine kluge Vorgehensweise.

6. Der Umkehrer

Schließlich gibt es noch den Spieler, der jemanden ausfindig machen konnte, der die Beobachter beobachtet, und das einfach nicht zulässt.

Beim Poker können Sie wie beim Judo manche Taktiken des Gegners gegen ihn einsetzen – und das ist eine solche Situation. Mit einiger Übung können Sie sich antrainieren, immer den gegenteiligen Standard-Tell abzugeben. Starren Sie auf den Flop, den Sie lieben oder schauen Sie kurz auf Ihre Chips, wenn Sie komplett verpasst haben. Mit der ersten Reaktion können Sie mit einer großen Hand zum Slowplay ansetzen – mit der zweiten bereiten Sie einen Bluff vor.

Diese Strategie funktioniert am besten im Heads-Up, so dass Ihnen die anderen Spieler bei Ihrem raffinierten Plan nicht dazwischenfunken können. Wahrscheinlich werden Sie mit der Spielweise nur einmal davonkommen, also sollte der Pot groß ausfallen. Wenn Sie besonders gierig sind, können Sie den Beobachter der Beobachter auch doppelt austricksen, indem Sie ihm zunächst eine Reihe ehrlicher, klassischer Tells spendieren, damit dieser glaubt, sich auf sie verlassen zu können – um dann umgekehrt zu reagieren.

Fazit

Ich? Ich wechsle zwischen dem zweiten, dritten, vierten und sechsten Spielertyp hin und her, das hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von den Fähigkeiten der anderen Spieler, von meiner eigenen Wachsamkeit oder davon, wie viel Ablenkung am Tisch herrscht. Ich glaube, dass alle Spielertypen funktionieren – nur der Beobachter und die Drama Queen sollten vermieden werden.

Das Wichtige ist, dass Sie sich Ihrer Verhaltensmuster bewusst sind und diese kontrollieren – zu jeder Zeit und auf jedem Flop.

Abschließend die Frage vor dem nächsten Flop: Welcher Spielertyp sind Sie?

Robert Woolley lebt in Asheville, North Carolina. Er hat mehrere Jahre in Las Vegas verbracht und hat über sein Leben als Pokerspieler in seinem Blog Poker Grump berichtet.

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