10 Hold'em Tipps: Der Check-Raise

10 Hold'em Tipps: The Check-Raise

Sie haben die Regeln von Texas Hold’em gerade verinnerlicht und wie die meisten Anfänger wollen Sie so viel wie möglich spielen. Nehmen wir an, dass Sie online Ihre erste Einzahlung vorgenommen haben oder beim Live-Poker im Casino auf den Geschmack gekommen sind. Bevor Sie allerdings an die Tische zurückkehren, sollten Sie Ihre Strategie-Kenntnisse auffrischen, um Ihre Gewinnchancen zu erhöhen.

Mit dieser Artikelserie geben wir neuen Spieler das richtige No-Limit Hold’em-Rüstzeug mit auf den Weg, mit denen sie ihre Resultate sofort verbessern können.Wir werden uns auf nützliche Hold’em-Spielzüge konzentrieren, auf häufig vorkommende Situationen, Konzepte und andere Übungen, die erfolgreiche Spieler im Repertoire haben.

Heute starten wir mit der Einführung des Check-Raises, einem wichtigen Postflop-Move für jeden Cashgame- oder Turnierspieler.

Was ist ein Check-Raise?

Ein Check-Raise ist ein zweiteiliger Spielzug, der beim No-Limit Hold’em nach dem Flop durchgeführt wird – ein Spieler checkt, der andere setzt, der erste Spieler erhöht den Einsatz. Für relativ neue Spieler stellt das Check-Raise eines der ersten Beispiele dar, bei denen sie „vorausdenken“ müssen. Schließlich hat der erste Check die Absicht (oder sollte sie haben), die Bet des Gegners zu raisen.

Laut Definition können Sie nur „ohne Position“ gegen einen (oder mehrere) Gegner check-raisen. Das bedeutet, dass Sie zuerst checken, ein Spieler in Position eine Bet platziert und Sie daraufhin check-raisen. Ein Vorteil des Check-Raises liegt darin, dass Sie den Nachteil des Spielens ohne Position ausbügeln.

Grundsätzlich gibt es zwei Gründe für ein Check-Raise – entweder als Value-Bet (weil Sie eine starke Hand halten und davon ausgehen, dass Ihr Gegner eine schwächere Hand hält) oder als Bluff (weil Sie eine schwache Hand halten, die von der Hand Ihres Gegners vermutlich geschlagen wird).

Als Value-Bet check-raisen

Gehen wir davon aus, dass ein Spieler in später Position raist und Sie im Big Blind mit {6-Diamonds}{6-Hearts} den Call finden. Der Flop kommt {k-Diamonds}{9-Clubs}{6-Spades} und gibt Ihnen ein Set Sechser – eine sehr starke Hand, die wahrscheinlich weit vorne liegt.

Sie könnten mit einer Bet leaden, aber weil sie das Raise vor dem Flop nur gecallt haben, wäre das sehr auffällig. Zusätzlich würden Sie Ihrem Gegner die Chance geben, sofort zu folden, falls seine Hand den Flop verpasst hat. Wenn Sie checken, ermuntern Sie Ihre Gegner zu einer Continuation Bet – was die meisten Spieler machen, nachdem Sie vor dem Flop geraist haben. Das ist ganz in Ihrem Interesse, da Sie mit einer so starken Hand wie einem Set Sechser um einen großen Pot spielen wollen.

Sie könnten die C-Bet Ihres Gegners check-raisen, wobei Sie sich vor Augen führen sollten, dass das Check-Raise häufig als aggressiver Move angesehen wird – es zeigt Stärke (ganz gleich, ob Sie wirklich stark sind oder bluffen). Wenn Sie den Flop gegen einen Spieler check-raisen, der ihn komplett verpasst hat, werden Sie wahrscheinlich einen Fold bekommen und etwas mehr gewinnen, wenn auch nicht ganz so viel, wie vielleicht möglich gewesen wäre.

Alternativ könnten Sie am Flop check-callen, um sich das Check-Raise für den Turn aufzusparen, wo der Pot sogar noch größer ist und Ihr Gegner sich zu einer schlechteren zweitbesten Hand verbessern könnte, die er ungern folden will.

Falls Sie mit einer starken Hand check-raisen wollen, sollten Sie ziemlich sicher sein, dass Ihr Gegner betten wird, wenn Sie checken. Schließlich wollen Sie mit Ihrer starken Hand auf keinen Fall bis zum Showdown kommen, ohne dass weitere Chips in den Pot wandern. Wenn Sie Zweifel daran haben, dass Ihr Gegner setzen wird, vergessen Sie das Check-Raise und platzieren Sie selbst eine Bet, um mehr Value von Ihrer guten Hand zu bekommen.

Um als Value-Bet zu check-raisen, müssen also drei Bedingungen erfüllt werden:

  • Sie brauchen eine stärkere Hand als die Ihres Gegners.
  • Sie sind sich ziemlich sicher, dass Ihr Gegner setzen wird, wenn Sie checken.
  • Sie glauben, dass Sie mit dem Check-Raise eher einen Pot aufbauen können als mit einer direkten Bet.

Als Bluff check-raisen

Die meisten Spieler werden häufiger mit Value-Händen als mit Bluffs check-raisen – dabei kann sich letzteres unter den richtigen Umständen als besonders erfolgreich erweisen.

Wie beim Check-Raise für Value checkt auch der Bluff-Check-Raiser mit der Absicht, eine Bet des Gegners zu raisen. Da der Spielzug als Bluff gedacht ist, muss der Check-Raiser davon ausgehen, dass (1) sein Gegner eine bessere Hand hält und der Pot am Showdown nicht gewonnen werden kann und (2) die „Geschichte“ des Bluffs glaubwürdig genug ist, um den Gegner zu einem Fold zu zwingen.

Gehen wir wieder davon aus, dass Sie im Big Blind sitzen und abermals das Raise eines Spielers in später Position gecallt haben, diesmal mit {j-Hearts}{10-Hearts}. Der Flop kommt {7-Clubs}{6-Diamonds}{5-Spades}. Sie checken und Ihr Gegner macht wie erwartet eine C-Bet.

Mit {j-Hearts}{10-Hearts} können Sie sich auf diesem Board kaum verbessern – tatsächlich ist ein Check-Fold an dieser Stelle keine schlechte Option (und vermutlich sollten Sie hier meistens den Fold finden).

Aber schauen Sie sich den {7-Clubs}{6-Diamonds}{5-Spades} Flop an. Wie hoch ist die Chance, dass er dem Preflop-Raiser geholfen hat, der wahrscheinlich größere Karten hält, die nicht mit denen auf dem Flop zusammenpassen? Und vergessen Sie auch nicht Ihre möglichen Hände, die aus deutlich mehr mittleren und kleinen Karten bestehen als bei Ihrem Gegner.

Anders ausgedrückt: Der Flop macht Ihre „Range“ zum Favorit, die Hand zu gewinnen. Wenn Sie also ein Check-Raise spielen und damit Stärke zeigen, kann Ihr Gegner seine Hand nur schwer weiterspielen, wenn er nur Ass oder König hoch hält.

Mit einem Semi-Bluff zu check-raisen, kann ebenfalls erfolgreich sein – dabei check-raisen Sie wieder mit einer schlechten Hand, die sich mit einem Straight- oder Flushdraw verbessern kann. Statt {j-Hearts}{10-Hearts} halten Sie auf dem {7-Clubs}{6-Diamonds}{5-Spades} Flop {a-Hearts}{8-Hearts} – jetzt könnten Sie den Flop als Semi-Bluff check-raisen, um die Hand direkt zu gewinnen oder Ihren OESD auf dem Turn oder River zu treffen, wenn Sie gecallt werden.

Wie beim Check-Raise für Value sollten Sie zuerst darüber nachdenken, ob das Check-Raise wirklich besser ist als einfach mit einer Bluff-Bet zu leaden. Gegen einen tighten Spieler, von dem Sie annehmen, dass er keine C-Bet platzieren wird, sollten Sie offensichtlich selbst betten, anstatt auf die Möglichkeit des Check-Raises zu hoffen.

Umgekehrt sollten Sie gegen loose Gegner, die alles callen, darauf gefasst sein, dass Ihr Check-Raise nicht zum Fold des Gegners führt, insbesondere weil manche Spieler den Fold hassen, sobald Sie Chips investiert haben.

Fazit

Abschließend haben wir für diejenigen, die das Check-Raise in ihren Postflop-Spielplan einbauen wollen, zwei letzte Hinweise – ganz gleich, ob Sie live oder Online-Poker spielen.

Zuallererst sollten Sie nicht check-raisen, weil es Ihnen nach dem Check in den Sinn kommt und ohne zu wissen, wie Sie fortfahren wollen. Wie bereits erwähnt, ist das Check-Raise ein zweiteiliges Postflop-Play, bei dem Sie vorausdenken müssen – Sie sollten also bereits vor dem Check wissen, dass Sie eine Bet raisen werden.

Zweiten sollten Sie nicht check-raisen, um ein auffallendes, „schickes“ Play zu präsentieren. Denken Sie daran, dass Sie check-raisen, weil es entweder die beste Möglichkeit ist, einen Pot aufzubauen (falls Sie für Value raisen), oder Sie Ihren Gegner damit am ehesten zum Fold bewegen (falls es ein Bluff ist).

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