Doyle Brunson, der "Godfather of Poker", im Alter von 89 Jahren verstorben

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Die Pokerwelt trauert um einen ihrer legendärsten Superstars, Doyle Brunson, der an diesem Wochenende im Alter von 89 Jahren verstarb. Nähere Einzelheiten zu seinem Tod und die Todesursache waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht bekannt.

"Schweren Herzens geben wir das Ableben unseres Vaters Doyle Brunson bekannt", teilte Brian Balsbaugh im Namen der Familie Brunson mit. "Er war ein geliebter Ehemann, Vater, Großvater und ein guter Christ. Wir werden in den kommenden Tagen weitere Informationen bekanntgeben, während wir sein Vermächtnis ehren. Bitte schließen Sie Doyle und unsere Familie in Ihre Gebete ein. Möge er in Frieden ruhen."

"Texas Dolly," wie Brunson auch genannt wurde, erlangte in den 1970er Jahren Berühmtheit im Poker und war bis zu seinem Tod eine feste Größe in der Welt des High Stakes Poker. Noch im vergangenen Jahr spielte er bei einigen im Fernsehen übertragenen Pokerturnieren mit, darunter dem World Series of Poker (WSOP) Main Event 2022.

Brunson war einer der erfolgreichsten Pokerspieler der Welt. Er gewann zehn WSOP-Titel und liegt damit auf dem geteilten zweiten Platz hinter Seriensieger Phil Hellmuth (16 WSOP-Armbänder), und spielte über fünfzig Jahre lang erfolgreich High Stakes Cashgames mit den höchsten Einsätzen.

Bevor er Pokerprofi wurde, war Doyle in den 1950er Jahren ein talentierter Basketballspieler an der Hardin-Simmons University. Die zukünftige Pokerlegende hatte sogar gute Chancen auf eine Karriere in der NBA, aber eine Knieverletzung machte diese Ambitionen zunichte. Stattdessen schlug Brunson eine Pokerkarriere ein - die sich als mehr als nur erfolgreich erwies

Doyle Brunson hinterlässt ein einzigartiges Poker-Erbe

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Doyle Brunson

Brunsons Einfluss auf die Pokerszene geht weit über seine unglaublichen Leistungen am Spieltisch hinaus. Er schrieb Super System und Super System 2, bis heute zwei der berühmtesten Pokerstrategie-Bücher aller Zeiten. Außerdem war er jahrzehntelang als Botschafter für das Spiel tätig und fungierte noch vor Kurzem als Botschafter für die World Poker Tour (WPT).

Daniel Negreanu, der Brunson unzählige Male am Pokertisch gegenübersaß, verkündete die erschütternde Nachricht auf Twitter. Er schrieb, dass es "nie wieder einen Doyle Brunson geben wird".

Von den 1970er Jahren bis zu seinem Tod war Doyle Brunson am Pokertisch nicht zu stoppen. Er wurde 1976 und 1977 Weltmeister, gewann zehn WSOP-Titel, war WPT-Champion, verdiente Millionen, indem er jahrzehntelang bei Cashgames in Las Vegas gegen die besten Spieler der Welt antrat, und wurde 1988 in die Poker Hall of Fame aufgenommen.

Brunsons Sohn Todd Brunson ist ebenfalls Mitglied der Poker Hall of Famer (2016). Doyle Brunson wurde 1933 in Longworth, Texas, geboren - eine Kleinstadt, die PokerNews auf seinem Texas Week Roadtrip im letzten Jahr besuchte -, verbrachte aber die meiste Zeit seines Lebens in Las Vegas. Er war seit 1962 mit seiner Frau Louise verheiratet. Nur wenige Monate nach der Hochzeit wachte Doyle mit einer Halsentzündung auf. Ehe er sich versah, waren die Halsschmerzen und der erbsengroße Klumpen an seinem Hals auf die Größe eines Hühnereis angeschwollen.

Doyle überstand zwei Operationen, obwohl die Ärzte nicht davon ausgingen, dass er überleben würde. Da das Geld knapp war, pflegten Louise und sein Freund Brian "Sailor" Roberts ihn zwei Wochen lang rund um die Uhr. Irgendwann war Brunson wieder stark genug, um sich im Haus seiner Schwester zu erholen, und schon bald darauf saß er wieder am Pokertisch.

Doyle Brunson wuchs mit seinem Bruder und seiner Schwester in einem kleinen Haus auf, das sein Vater durch seine Arbeit bei der Planters Gin Co. kaufen konnte. Er erinnerte sich an seinen Vater als "die ruhigste, ausgeglichenste Person, der ich je begegnet bin" - und Doyles späteren Erfolgen beim Poker nach zu urteilen, muss er diese Ruhe und Ausgeglichenheit von seinem Vater geerbt haben.

Als Siebzehnjähriger war er der beste Ein-Meilen-Läufer des Bundesstaates, und später, an der Hardin-Simmons University, wurde er vom Dell's Basketball Magazine zu einem der zehn besten College-Basketballspieler des Landes gewählt. Aber anstatt seinen Lebensunterhalt mit seinem Jumpshot zu verdienen, tat Doyle dies mit seiner legendären Fähigkeit, ohne Nerven einen gewaltigen Bluff durchzuziehen.

Doyle Brunsons WSOP-Bracelets

JahrEventPlatzPreis
1976$10.000 World Championship1$220.,000
1976$5.000 No-Limit Deuce to Seven Draw1$80.250
1977$10.000 World Championship1$340.000
1977$1.000 Seven-Card Stud Split1$62.500
1978$5.000 Seven-Card Stud1$68.000
1979$600 Mixed Doubles1$4.500
1991$2.500 No-Limit Hold'em1$208.000
1998$1.500 Seven-Card Razz1$93.000
2003$2.000 H.O.R.S.E.1$84.080
2005$5.000 Short Handed No-Limit Hold'em1$367.800

Pokergemeinschaft reagiert auf den Tod der "größten Legende aller Zeiten"

Die größten und wichtigsten Namen der Pokerszene haben nach der Nachricht von Brunsons Tod schnell in den sozialen Medien reagiert.

"Ein trauriger Tag", twitterte Poker Hall of Famer Erik Seidel. "Wir haben mit @TexDolly den legendärsten Spieler in der Geschichte des Pokers verloren, aber sein Vermächtnis wird für immer weiterleben. Seine Leidenschaft und seine Fähigkeit, bis in seine Achtziger hinein auf einem so hohen Niveau zu spielen, haben mich sehr inspiriert. Es ist das Ende einer Ära."

"Ich bin auf ewig dankbar für Doyles Beitrag zur Pokerwelt", schrieb Josh Arieh. "Ich wäre definitiv nicht da, wo ich heute bin, wenn er das Spiel nicht weiterentwickelt hätte. Er wird immer eines meiner Vorbilder bleiben. Die Pokerwelt wird nie mehr dieselbe sein!"

Jennifer Harman, die mit Brunson im sagenumwobenen Bobby's Room in Vegas spielte, stimmte zu, dass Brunson eine "Pokerlegende" war, fügte aber hinzu, dass "er für mich eher wie ein Vater war".

"Ich werde ihn von Herzen vermissen", twitterte Harman.

Phil Hellmuth schrieb über Brunson, dass er "drei Generationen von Pokerspielern mit seinem Spiel, seinem preisgekrönten Buch 'Super System', seinem fabelhaften Stil und seiner Toughness inspiriert hat."

"Doyle hat immer hart gespielt: Der Mann hasste es, zu verlieren!", schrieb Hellmuth. "Doyle beherrschte die High Stakes Cashgames in Las Vegas fünfzig Jahre lang!"

Zu den anderen Spielern und Branchenprofis, die Brunson Tribut zollten, gehören Phil Galfond, Darren Elias, Brad Owen, Scott Seiver, Lex Veldhuis, Sean McCormack und Chance Kornuth.

Doyle Brunson und sein Einfluss auf die Pokerwelt

Brunson spielte eine zentrale Rolle beim Aufstieg des Pokerns in den Mainstream Anfang der 2000er Jahre. Er war einer der bekanntesten und beliebtesten Spieler in Fernsehshows wie High Stakes Poker und Poker After Dark. Jede Sendung, in der der "Godfather of Poker" am Tisch saß, war Pflichtprogamm für alle aufstrebenden Pokerspieler.

Wie Phil Hellmuth wortgewandt über den verstorbenen großen "Texas Dolly" schrieb, inspirierte Brunson mit seinem Spiel ganze Generationen von Pokerspielern.

Doyle war so legendär, dass er nicht nur mehrere Spitznamen hatte ("Godfather of Poker", "Texas Dolly"), sondern dass sogar eine Pokerhand nach ihm benannt wurde. Die Zehn-Zwei wurde oft als "The Doyle" oder "The Dolly" bezeichnet, weil Brunson mit dieser Hand zwei aufeinanderfolgende WSOP Main Event-Titel gewann.

Der stolze Texaner mit dem ausgeprägten texanischen Akzent hat dem Pokerspiel seinen Stempel aufgedrückt wie kein anderer. Sein Strategiebuch Super System, das ursprünglich den Titel How I Made Over $1,000,000 Playing Poker (Wie ich mit Poker über eine Million Dollar verdiente) trug, wurde erstmals 1979 veröffentlicht. Jahrzehnte später ist das Buch immer noch aktuell. Doyle war seiner Zeit immer voraus, wenn es um Pokerstrategien ging. Deshalb war er auch einer der wenigen Spieler, die jahrzehntelang auf einem so hohen Niveau spielen konnten.

Doyle hinterlässt seine Frau Louise, seinen Sohn Todd und seine Tochter Pamela. PokerNews möchte den Freunden und der Familie von Doyle Brunson, einem der größten und beliebtesten Pokerspieler aller Zeiten, unser Beileid aussprechen.

Name Surname
Heinrich Koop

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