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Patrik Antonius verliert $500,000 bei $6K/$12K Omaha Hi-Lo in Bobby's Room

Patrik Antonius

Für Patrik Antonius verlief der Sommer besser als erwartet. Das sollte sich auf einen Schlag ändern – im Laufe von drei Tagen verlor der Finne in einer großen $6.000/$12.000 Omaha 8 or Better-Partie mehr als $500.000. Das entspricht dem Geldbetrag, den Antonius diesen Sommer mit nach Las Vegas genommen hatte.

Nach dem Verlust des Geldes war Antonius etwas deprimiert. In einem 6-minütigen Video auf Instagram mit dem Titel „Update from Vegas. Sometimes things don’t go as planned …“ (übersetzt: „Update aus Vegas. Manchmal kommt es anders als geplant“) verlieh er seinen Gefühlen Ausdruck und plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen.

Antonius: „Wenn man viel verliert, ist das der größte Anti-Adrenalinrausch überhaupt.“

Scott Seiver mit einem Tweet über das Spiel

Im Bobby’s Room im Bellagio ist es nicht unüblich, dass sich High-Stakes-Spieler gegenüber sitzen – schließlich ist der Raum dafür bekannt. Es ist auch nicht unvorstellbar, das dort Mixed Games mit unvorstellbar hohen Stakes laufen – gerade im Sommer, wenn Spieler aus allen Teilen der Welt für die World Series of Poker und andere Groß-Events nach Las Vegas strömen.

Ungewöhnlich ist wohl die Tatsache, dass ausschließlich Limit Omaha Hi-Lo 8 or Better gespielt worden ist. Tags zuvor hatte Scott Seiver auf Twitter von einem $5.000/$10.000 Omaha 8-Spiel im Bobby’s Room berichtet, das bereits seit 20 Stunden laufen soll. Spieler und Poker-Fans unterhielten sich auf Twitter und in einem Thread bei TwoPlusTwo darüber. Es ist sogar so ungewöhnlich, dass sich der Pokerraum dazu berufen gefühlt hat, die Stakes am Tisch auf einer Plakette abzubilden.

Ein paar Spieler drangen in den Vordergrund; sie wollten mitspielen – zu den tapferen Recken gehörte etwa der Bracelet-Gewinner Owais Ahmed. Andere witzelten darüber, dass die Rake-Gebühren von $15 pro halber Stunde zu hoch angesetzt seien; oder dass sie sich für zwei Big Bets einkaufen wollten.

Patrik Antonius mit seinem Teil der Geschichte

Wie Antonius im Video erklärt, ging das Spiel eigentlich gut los. Nach dem ersten Tag hatte er ein Plus zu verzeichnen. Dann fühlte er sich krank; Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung. Der Finne erholte sich schnell, tauchte wieder in die Action ab und verlor ein paar Stacks.

Antonius fasste die folgenden Ereignisse missmutig als „ein paar schlechte Tage“ zusammen. Er sagte, dass er gestern nur eine einzige Hand gewinnen konnte. Am Ende musste er den Bobby’s Room mit einem Minus von mehr als $500.000 verlassen; die Bankroll, die er nach Las Vegas mitgenommen hatte, war futsch.

Der normalerweise stoisch anmutende Antonius zeigte nach dem Verlust des Geldes einen Funken Emotionen – ihm stand nach einer Pause, um sich von der niederschmetternden Erfahrung mental zu erholen. Zumindest eine kurze Zeit lang.

Für die allermeisten Pokerspieler wäre eine solche Erfahrung lebensverändernd. Antonius hat in der Vergangenheit aber um Pots – sowohl live als auch an den Online-Tischen – gespielt, bei denen der Gewinner jeweils mehr gewonnen hat als er jetzt aufgeben musste. Angesichts der Stakes, die gespielt worden sind, ist der Verlust einer halben Million auch nicht völlig abstrus. Trotzdem hat Antonius (der es schließlich besser weiß) angemerkt, dass sich die wenigsten Pokerspieler an die Swings auf diesen Limits gewöhnen können.

„Auf diesen Stakes tut es immer weh, so viel Geld zu verlieren“, sagte Antonius. „Wer nicht weiß, wie sich das anfühlt, und es wissen will: Zu gewinnen fühlt sich nicht außergewöhnlich gut an. Es fühlt sich eher normal an. Wenn man viel verliert, ist das der größte Anti-Adrenalinrausch überhaupt.“

Selbst für einen erfahrenen Profi wie Antonius ist es nicht einfach, nach einem solchen Verlust in die Spur zu kommen.

Antonius: „Gewinner kommen zurück. Das ist das Leben, das ich mir ausgesucht habe. Ich bin stark genug für den ganzen Bullshit.“

„An mir nagt so etwas wirklich böse und hier findet man heraus, wie mental stark man ist und wie schnell man sich erholen kann“, so Antonius nach seiner herben Niederlage. „Auch ist es schwierig, danach einen guten Tag zu haben, egal ob man Sport treiben oder seinem Sozialleben nachgehen will.“

Auch wenn Antonius in Vegas gerade ohne Geld dasteht, sollte ein Profi seines Kalibers keine Schwierigkeiten haben, eine neue Bankroll aufzutreiben. Laut Antonius könnte es dazu durchaus kommen – jedoch nicht in seiner aktuellen Verfassung, in der es ihm schwerfällt, am Pokern Spaß zu haben, geschweige denn sich an anderen Hobbys oder Sport zu erfreuen.

Antonius hat zumindest das Gefühl, dass er mental bald wieder erstarkt – gegen Ende des Videos sagt er nämlich: „Gewinner kommen zurück. Das ist das Leben, das ich mir ausgesucht habe. Ich bin stark genug für den ganzen Bullshit. Mir wird’s gut gehen.“

Sehen Sie sich das Video hier in voller Länge an:

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Sometimes things don’t go as planned..

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Foto vom Bellagio von "chensiyuan" (Wikipedia)

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