Daniel Negreanu will mehr Events bei der 2019 WSOP spielen

Daniel Negreanu shared his plans for the 2019 WSOP.

Der 6-malige Bracelet-Gewinner Daniel Negreanu ist vor der World Series Of Poker in diesem Jahr aus gutem Grund ein bisschen abgelenkt. Der Kanadier, der aktuell den zweiten Platz der All-Time-Money-Rangliste belegt, will am 17. Mai seine Verlobte Amanda Leatherman heiraten.

Ab dem 29. Mai ist aber davon auszugehen, dass die WSOP wieder im Mittelpunkt steht.

Negreanu spielt in Vegas seit Jahren einen Spielplan, der es in sich hat. In den letzten paar Jahren hat er seine Fans auf seinem YouTube-Kanal mit täglichen Vlogs mit auf die Reise genommen. In diesem Jahr ist neuer Content zu erwarten, allerdings wird sich Negreanus Spielplan ändern.

„Tatsächlich werde ich etwas tun, was ich bei der World Series vorher noch nie gemacht habe, und zwar werde ich mich an den kleinen Events probieren.“

Normalerweise spielt Negreanu bei der WSOP einen Spielplan, der die größeren Buy-in-Events umfasst, sprich: Turniere mit Buy-ins ab $10k, $50k, hin und wieder ein $100k- oder $1 Million-Buy-in. Zwar sind die Teilnehmerfelder bei diesen Turnieren stärker, aber dafür gibt es weniger Spieler, die geschlagen werden müssen. Trotz des höheren Spielniveaus sind die Events für Bracelet-Jagende am interessantesten. Wer den Titel Player of the Year für sich beanspruchen wollte, kam an den Turnieren ebenfalls nicht vorbei, um Punkte zu sammeln – was nicht länger der Fall ist.

Letzte Woche erzählte Negreanu im DAT Poker Podcast, den er mit moderiert, dass er entschieden hat, während der WSOP 2019 aus mehreren Gründen einen Spielplan zu spielen, der die kleineren No-Limit Hold’em-Event einschließt – hauptsächlich, um POY-Punkte zu sammeln.

„Tatsächlich werde ich etwas tun, was ich bei der World Series vorher noch nie gemacht habe, und zwar werde ich mich an den kleinen Events probieren“, sagte er. „Die Art und Weise, in der sich der WSOP-Spielplan verändert hat, macht es praktisch unmöglich – ich würde sagen, so gut wie unmöglich –, mit meinem eigentlichen Spielplan, der in erster Linie aus $10k Mixed-Events mit kleinen Teilnehmerfeldern bestanden hat, Player of the Year zu gewinnen.“

Mehr Preisgelder, mehr Punkte

Wie Negreanu erklärte, führt die POY-Punkte-Struktur dazu, dass es deutlich sinnvoller ist, in No-Limit Hold’em-Events mit kleinen Buy-ins und riesigen Teilnehmerfeldern Mincashes zu sammeln statt $10k-Events zu spielen, bei denen es nicht so viele Punkte zu holen gibt.

Als Beispiel zählte er das Erreichen des 12. Platzes im $10.000 Limit Hold’em auf – angesichts der starken Konkurrenz ist es ein nicht zu verachtender Erfolg, hier die letzten zwei Tische zu erreichen. Der Erfolg wird mit dem Mincashen eines Riesen-Events wie dem Colossus verglichen.

„In der Vergangenheit konnte man sich so spät wie möglich [beim Colossus] anmelden, zwei Stunden überleben und im Geld landen. Und man hat sechs Versuche dafür, es ist also nicht mehr selten, während der World Series 17- bis 20-mal zu cashen.“

„Falls jemand $5 Millionen wetten will, dass ich bei der World Series in diesem Jahr keine 15 Cashes zusammenbekomme – nur zu.“

Da es heutzutage einfacher geworden ist, Preisgelder anzusammeln, ist Negreanu sicher, dass er mit dem Spielen kleiner Buy-in-Events und einem höheren Spielvolumen ohne Weiteres genauso viele Cashes erzielen kann. Er ist sich seiner Sache sogar so sicher, dass er bereit ist, um wahnsinnig viel Geld zu wetten, dass er es schafft.

„Falls jemand $5 Millionen wetten will, dass ich bei der World Series in diesem Jahr keine 15 Cashes zusammenbekomme – nur zu. Wenn einer es tun will, nehme ich die Prop-Bet an. Ich werde 15-mal cashen – ich gebe even Odds.“

Viele, viele Events stehen auf dem Spielplan, die besten 15 Prozent schaffen es jeweils in Geld – Negreanu geht davon aus, dass er regelmäßig die Preisgeld-Ränge erreichen kann. Das gilt vor allem für die kleineren Buy-in-Events, in denen das Teilnehmerfeld deutlich schwächer ist als das, was er von den größeren Buy-in-Events her kennt.

Neben dem Vorteil, mehr POY-Punkte sammeln zu können, zieht er auch einen anderen Nutzen aus dem Spielplan. In der Vergangenheit konnte sich Negreanu kaum für die kleinen Events erwärmen – jetzt scheint die Sache anders auszusehen.

„Ich denke, es kann Spaß machen, ein Gefühl für diese Events zu bekommen“, sagte er. „Vielleicht werde ich mir die Kugel geben wollen, wenn ich 10-handed No-Limit Hold’em ohne Shot-Clock spiele, aber das ist derzeit der Plan. Ich glaube, ich werde alles geben und einfach so viel spielen wie ich kann.“

Daniel Negreanu
Daniel Negreanu wird während der WSOP 2019 an mehreren Tischen kleiner Buy-in-Events zu sehen sein

Schwächere Teilnehmerfelder, höherer ROI

Auch wenn er die Bracelet-Jagd etwas außer Acht lässt, um mehr POY-Punkte zu sammeln, geht Negreanu davon aus, dass mit den schwächeren Teilnehmerfeldern ein höherer ROI verbunden ist.

„Wenn es einem darum geht, den höchstmöglichen Gewinn zu erwirtschaften, sind die kleinen Buy-in-Events mit den großen Teilnehmerfeldern am besten geeignet dafür“, erklärte er. „Der ROI ist verglichen mit $10k-Events deutlich höher.“

„Wenn es einem darum geht, den höchstmöglichen Gewinn zu erwirtschaften, sind die kleinen Buy-in-Events mit den großen Teilnehmerfeldern am besten geeignet dafür.“

Für gewöhnlich finden sich für ein $10k-Event bis zu 150 Spieler ein – Negreanu schätzt, dass vielleicht 20 davon Hobby-Spieler sind. In No-Limit Hold’em-Events mit kleinen Buy-ins sieht das Feld völlig anders aus. Tausende Hobby-Spieler versuchen hier neben Mid-Stakes-Profis ihr Glück.

„Ich bin nur neugierig, wie soft es sich anfühlen wird“, sagte Negreanu.

Auf die Frage, welchen ROI er in den $1k- und $1.500-No-Limit Hold’em-Events von sich erwartet, zog Negreanu den Vergleich mit einem ähnlichen Event, für das er bereits Berechnungen angestellt hatte. Obwohl das $10k Main Event eine ganz andere Struktur aufweist, ist die Stärke des Teilnehmerfeldes mit den $1k-Turnieren in etwa gleichzusetzen.

Sein ROI im Main Event liegt bei etwa 450 Prozent. Bei den $1k-Events schätzt Negreanu seinen ROI auf 280 bis 300 Prozent.

„Viele Leute haben sich gefragt, ob ich den Bezug zu den heutigen Spielen verloren habe.“

„Und ich könnte völlig daneben liegen“, gab er zu. „Die Schätzung beruht auf meinen Erfahrungen, aber Poker ist anders geworden – es gibt viel mehr Spieler, die richtig, richtig gut sind. Wir werden also sehen.“

Etwas langsamer als bei der Prop-Bet erklärte Negreanu, dass er nach wie vor die größeren Events spielen und in den Vordergrund stellen will. Er wird sich also nicht zu 100 Prozent auf die kleineren Events stürzen. Das wirkt sich natürlich auf den ROI aus.

„Unter Berücksichtigung der Strategie, die anderen Events zu bevorzugen … ich werde wahrscheinlich mehr Risiken in Kauf nehmen“, sagte Negreanu. „Manchmal werde ich aufdoppeln und eine Bedrohung sein, also würde ich meinen ROI auf etwa 170 Prozent … 175 schätzen – irgendwo in der Richtung.“

Daniel Negreanu
Daniel Negreanu will seine WSOP-Erlebnisse erneut mit täglichen Vlogs dokumentieren

Die Welt auf den Small Stakes

Als einer der bekanntesten Pokerspieler überhaupt und langjähriger PokerStars Team Pro ist Negreanus Reichweite in der Poker-Community nicht zu verachten. Seine Meinung hält er selten hinter dem Berg, wenn er zu wissen glaubt, was das Beste für das Spiel wäre. Der ein oder andere hat Zweifel daran, dass der High-Stakes-Grinder noch glaubwürdig für die Interessen der Poker-Öffentlichkeit eintreten kann.

Es ist eine Kritik, die der Superstar zur Kenntnis genommen hat – und er gibt zu, dass er heutzutage weniger Erfahrungen aus erster Hand sammelt. Er weiß nicht, was auf den kleineren Stakes passiert, auf denen sich die meisten Spieler tummeln.

„Viele Leute haben sich gefragt, ob ich den Bezug zu den heutigen Spielen verloren habe“, sagte Negreanu. „Ich spreche mit vielen Leuten, die diese [kleineren Buy-in-Events] spielen, aber ich habe die Erfahrungen nicht selbst gesammelt. Deshalb würde ich gerne herausfinden, mit welchen Poker-Problemen dort gekämpft wird.“

„Ich kenne das aus der High-Roller-Welt … Wir unterhalten uns über etwas, was wir gerne geändert hätten, aber es ist ein Unterschied, ob ich auf meinem Hochsitz Platz nehme und von anderen zu hören bekomme, welche Probleme es gibt, oder selbst am Tisch sitze und sehe, was Sache ist.“

„Es ist ein Unterschied, ob ich auf meinem Hochsitz Platz nehme und von anderen zu hören bekomme, welche Probleme es gibt, oder selbst am Tisch sitze und sehe, was Sache ist.“

Während der WSOP 2019 will Negreanu sein Augenmerk auf die Probleme der Small Stakes-Spieler richten. Gleichzeitig wird er mit hunderten Leuten am Tisch sitzen, die nur zum Spaß Poker spielen.

„Ich glaube wirklich, dass es Spaß machen kann, eine andere Gruppe Menschen während der World Series kennenzulernen …“, sagte er.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Negreanu mehr Einzelgespräche mit den Leuten führen kann, die den Großteil seiner Zuschauer ausmachen. Das macht den Menschen Negreanu aus Zuschauersicht noch greifbarer.

„Die Leute, die den Vlog schauen, den ich täglich auf YouTube hochlade, spielen kein $100k oder $1 Million One Drop“, sagte er. „Wahrscheinlich ist es für sie cool, die Turniere zu sehen, aber ich denke, dass der Content auch großartig sein kann, wenn der Durchschnitts-Spieler zu sehen ist, der keine $10.000 für ein Buy-in aufwenden kann, sondern $500 oder $1.000 zur Verfügung hat.“

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