Highlights aus dem 'Rounders' Drehbuch von Brian Koppelman

Matt Damon's Mike McDermott was originally named Matt.

Mehr als 20 Jahre sind vergangen, trotzdem ist Rounders für den Großteil der Pokerspieler der perfekte Pokerfilm.

Die Nostalgie um den Streifen ist unnachahmlich. Die meisten Pokerspieler haben den Film so oft gesehen, dass sie die Dialoge mühelos mitsprechen können.

Am Montag hat Rounders-Koautor Brian Koppelman diesen Spielern ein verspätetes Geschenk zum Valentinstag zukommen lassen. Auf seinem persönlichen Blog veröffentlichte er den dritten Entwurf des Rounders-Drehbuchs, das er zusammen mit David Levien ersonnen hatte.

„Ich lese es und kann sehr junge Versionen von David und mir darin wiedererkennen“, schrieb Koppelman. „Ich sehe aber auch all die Arbeit, die wir ins Erzählen einer Geschichte gesteckt haben – in Form einer Sprache, die nicht sehr oft verwendet wird. Das hat es schwer gemacht, sie zu verkaufen, dafür war sie markant; wenn sie also jemandem gefallen hat, hat er sie höchstwahrscheinlich geliebt.“

Koppelman: „Ich sehe aber auch all die Arbeit, die wir ins Erzählen einer Geschichte gesteckt haben – in Form einer Sprache, die nicht sehr oft verwendet wird.“

Und tatsächlich: Obwohl der Streifen Filmkritiker nur mäßig beeindrucken konnte – bei Metacritic kommt er auf eine Wertung von 54/100 –, waren Pokerspieler auf der ganzen Welt hin und weg. Durch seine Fans hat der Film Kult-Status erreicht.

Diese Spieler werden Gefallen am 126 Seiten umfassenden Drehbuch finden. Fast jede Szene und Zeile wird ihnen bekannt vorkommen, aber es gibt auch ein paar Abweichungen und Stellen, die im starken Kontrast zum Produkt stehen, das am 11. September 1998 in die Kinos gekommen ist.

Casting und Charaktere

Was auf den ersten Blick ins Auge fällt, ist der Name des Protagonisten. Pokerspieler wissen um die Irrungen und Wirrungen, die Mike McDermott durchleben muss – nicht nur, weil es im Film zu sehen ist, sondern weil fast jeder Spieler die gleichen Erfahrungen macht, wenn er in den Stakes nach oben klettert.

Nur sollte Mike McD eigentlich auf den Namen Matt McD hören.

Das ist der Name, der auf den Seiten des Drehbuchs öfter zu lesen ist als jeder andere. Koppelman sagte auf Twitter, dass die Casting-Entscheidung, Matt Damon anzuheuern, zu dieser Änderung geführt hat.

„Wir hatten das Gefühl, es wäre komisch, wenn Matt Matt spielen würde“, schrieb er.

Der neue Vorname ist nicht die einzige Änderung, die McDermott durchgemacht hat. Im Drehbuch finden sich mehrere Stellen, an denen McDermott eine nicht angezündete Zigarette im Mund trägt – etwas, was Damons Charakter zu keinem Zeitpunkt im Film macht.

Koppelman: „Wir hatten das Gefühl, es wäre komisch, wenn Matt Matt spielen würde.“

Tatsächlich sollten mehrere Charaktere laut Drehbuch rauchen, die im Film nicht geraucht haben.

Teddy KGB, der Antagonist des Films, ist auch verändert worden. Wie in der finalen Fassung lernt KGB McDermott kurz vor ihrem ersten Aufeinandertreffen kennen. Er wird als „korpulent“ beschrieben, ihm wird „dichtes, lockiges schwarzes Haar“ angedichtet – eine Beschreibung, die so gar nicht auf den glatzköpfigen und dünnen John Malkovich passen will.

Richter Petrovsky, McDermotts Retter in der Not, hat sich von einem „größtenteils bärtigen Mann“ in Martin Landau verwandelt: spindeldürr, glatt rasiert und bebrillt.

Veränderte und gestrichene Szenen

Jeder Film macht bis zu seiner Veröffentlichung erwartungsgemäß eine Reihe Veränderungen durch. Der Schnitt nimmt beim Filmemachen eine wichtige Rolle ein. Mehrere Bearbeitungen stechen hervor – Änderungen, die von Koppelmans Drehbuch weggehen und dem finalen Produkt entsprechen, das die Pokerwelt in Ehren hält.

Gleich zu Beginn gibt es die Szene, in der McDermott all sein Geld gegen KGBs Full House mit Assen verliert. Im Film ist ein Begleitkommentar zu hören, und die Zeit während des Coolers vergeht relativ schnell.

Im Drehbuch wird die Szene jedoch länger aufgebaut. Wir bekommen Details zu den Spielern am Tisch zu hören. Es werden ein paar Hände mehr gespielt. In einer davon coolert KGB einen anderen Spieler mit einem Full House – dabei isst er einen Keks und deutet bereits seinen Tell an. Zudem wird ein anderer Spieler dabei erwischt, schummeln zu wollen, und hinausgeworfen. Seine Kohle wird natürlich einbehalten.

McDermott: „Vielleicht halte ich nicht viel, aber ich weiß, was in mir steckt, und ich weiß, was ich damit anstellen kann.“

Einer der wichtigsten Charaktere ist ebenfalls zu Anfang zu sehen, kurz nachdem McDermott das Spiel der Richter besucht hat: Lester „Worm“ Murphy, dessen Nachname eigentlich Friedman sein sollte.

Auf jeden Fall bringt Worms Freilassung aus dem Gefängnis den Film-Pot voran, aber im Drehbuch finden wir mehr über die Freundschaft zwischen Worm und McDermott heraus. Wie sich herausstellt, haben sich Worm und McDermott als Kinder kennengelernt, nachdem McDermott das erste Mal alles verloren hatte – damals ging es allerdings nur um Baseball-Karten, nicht um Geld zum Pokern.

„Eines Tages klettert dieser Typ die Leiter empor, Tränen und Rotz laufen an seinem Shirt herunter“, sagte Worm über McDermott. „Keine Baseball-Karte, keine Topps, kein Fleer, gar nichts wird er besitzen.“

Worm will McDermott ein paar Tricks beibringen, aber McDermott besteht darauf, dass er fertig ist mit dem Spiel. Anscheinend gelingt es Worm, ihn zum Spielen zu überreden und einen Haufen wertvoller Karten zu gewinnen – hier wird bereits angedeutet, wohin die Reise für den Rest des Films gehen könnte.

Der Großteil der nächsten Stunde wie im Film erzählt. Im Skript findet sich allerdings eine Anspielung auf die „Gefühls-Spieler“, die es überall gibt – auch wenn GTO-Poker damals noch kein Thema war. Zur Anspielung kommt es, als Worm und McDermott sich nach der Szene mit den Polizisten trennen und es zu einem Durcheinander auf dem Parkplatz kommt.

Koppelman: „Das haben wir [Regisseur] John Dahl zu verdanken, der erkannt hat, dass die Symmetrie besser wäre, wenn McD Johnny Chan – und nicht Phil H – geblufft hätte, nachdem wir Johnny Chan gesehen haben.“

„Willst du wissen, was ich gelernt habe?“, sagt McDermott im gestrichenen Dialog. „Am Tisch, im echten Spiel, können Freunde dir nicht helfen. Alles was zählt, ist, was du hältst und was in dir steckt. Vielleicht halte ich nicht viel, aber ich weiß, was in mir steckt, und ich weiß, was ich damit anstellen kann.“

„Ich weiß nicht, was mit mir passieren wird, aber zumindest das habe ich.“

Zu einer der größten Abweichungen vom Film kommt es, als ein verzweifelter McDermott Knish ausfindig macht, um sich ein bisschen Bares zu leihen. Knish gibt im Grunde die gleiche Rede zum Besten, aber im Skript erfahren wir mehr über seine Hintergründe, die in der Kino-Fassung nicht zur Sprache kommen.

Anscheinend war Knish in seiner Jugend Basketball-Spieler – und noch dazu ein verdammt guter. Dann zieht sich Knish eine Verletzung am Knie zu und wird aus der Mannschaft geworfen, er wird „wie überflüssiger Ballast weggeworfen“.

Schließlich kommt Knish mit Poker in Berührung und lernt, kalte Entscheidungen zu treffen – genau wie die, McDermotts Bitte um einen Kredit abzulehnen.

Poker-Brat muss draußen bleiben

Wie im Film hält McDermott Knish davon ab, zu gehen. Er hat ihm eine letzte Sache zu sagen – es geht um die Zeit, als er mit einer Poker-Legende an einem Tisch saß.

Statt Johnny Chan ist aber von „Helmuth“ die Rede. McDermott läuft ihm zufällig über den Weg, als dieser $300/$600 spielt: „Groß wie ein Baum, schlaksig. Locker.“

Phil Hellmuth
Phil Hellmuth hatte beinahe eine Rolle in „Rounders“

McDermott setzt sich zu Phil Hellmuth und spricht im Off-Kommentar darüber, wie es war, gegen die Legende zu spielen. Der gestrichene Dialog beinhaltet ein bisschen Poker-Jargon – so erzählt McDermott, wie er in später Position einen Steal-Versuch gegen Hellmuths Big Blind unternimmt, indem er mit Neun-Acht suited eine 4-Bet spielt.

Den König-König-Bube-Flop spielt Hellmuth von vorne an. McDermott entscheidet sich daraufhin für ein Raise und gewinnt den Pot.

Koppelman erklärt die Änderung auf Twitter.

„Das haben wir [Regisseur] John Dahl zu verdanken, der erkannt hat, dass die Symmetrie besser wäre, wenn McD Johnny Chan – und nicht Phil H – geblufft hätte, nachdem wir Johnny Chan bereits gesehen haben“, schrieb Koppelman. „Wir hatten Phil ursprünglich ausgesucht, weil ich an dem beschriebenen Tisch Platz gesessen hatte.“

Das Zitat von KGB

Das Heads-Up-Match zwischen McDermott und KGB – der Höhepunkt des Films – ist eine der beliebtesten und berühmtesten Szenen des Films. Malkovich in seiner legendären Rolle und die erinnerungswürdigen Zitate in russischem Akzent waren Futter für unzählige Pokerspieler.

Teddy KGB: „Nicht totzukriegen, nicht totzukriegen. Der Junge hat Alligator-Blut. Kann ihn nicht loswerden.“

Vielleicht das berühmteste Zitat?

„Nicht totzukriegen, nicht totzukriegen. Der Junge hat Alligator-Blut. Kann ihn nicht loswerden.“

Im eigentlichen Skript war jedoch nicht von Alligator-Blut die Rede, um McDermott zu beschreiben. Stattdessen vergleicht er ihn mit einem „verdammten Blutsauger“, den er nicht loswerden kann.

Im Film wie im Drehbuch bekommt McDermott seinen Gegner zum Fassen, indem er die Nut-Straight slowplayt. Es kommt zum Happy End in Rounders – einem Film, der eine ganze Generation Pokerspieler inspiriert hat.

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