Poker Jahresrückblick August 2018

Phil Ivey

Das Poker Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu. PokerNews wirft einen Blick zurück und präsentiert im folgenden Jahresrückblick jene Ereignisse, die das Poker Jahr geprägt haben. In diesem Artikel gibt es die interessantesten News aus dem Monat August.

Kim Kardashian West bei einem Charity Poker Turnier

Charity-Poker-Events waren in den letzten Jahrzehnten ein bewährter Weg, um Geld für gute Zwecke zu sammeln, und bei so einem Turnier in Kalifornien hat am Sonntagabend ein berühmter Gast teilgenommen.

Reality TV-Superstar Kim Kardashian West erschien bei "If Only", einem Charity-Pokerturnier im Forum in Inglewood, bei dem Geld zu Gunsten von City of Hope, einem auf Krebs fokussierten, gemeinnützigen Forschungszentrum und Krankenhaus, gesammelt wurde. Mehr über City of Hope erfahren Sie hier.

Die Veranstaltung, die auch Verlosungen und hochdotierte Speisen und Getränke beinhaltete, wird Berichten zufolge in einer zukünftigen Folge der Hit-Show Keeping Up With the Kardashians zu sehen sein. Kardashian West dokumentierte die Nacht auf ihrem Instagram Account und zeigte Bilder von eklektischen Stapeln von Pokerchips.

Zu den Preisen gehörten VIP-Zugang für vier Personen zu einem Eagles-Konzert im The Forum, VIP-Zugang für vier Personen zu Fleetwood Mac im The Forum und maßgeschneiderte Callaway-Golfclubs und spezieller Schmuck.

Interview mit Molly Bloom: “Die Spiele, die ich geleitet habe, waren intensiv“

Die meisten Poker-Fans kennen Blooms Geschichte mittlerweile. Ihr Buch wurde mit Schauspielern wie Jessica Chastain und Idris Elba verfilmt, die Details ihrer illegalen Pokerspiele im Untergrund Hollywoods wurden lang und breit diskutiert.

„Meine Geschichte zu erzählen war eine Möglichkeit, das Chaos aufzulösen, das ich zu verantworten hatte“, sagte Bloom. „Ich war eine verurteilte Verbrecherin und hatte Schulden in Millionenhöhe. Die Boulevardblätter haben meine Geschichte erzählt und die Journalisten waren nicht gerade die besten Ghostwriter. Ich war überzeugt, dass mein einzigartiges Vorhaben die bessere Geschichte ist.“

Der Hollywood-Film Molly’s Game kam beim Publikum sehr gut an – und das nicht nur bei Pokerspielern.

„Während der Arbeiten am Drehbuch habe ich acht Monate lang jeden Tag mit Aaron (Sorkin) gearbeitet“, sagte Bloom. „Als das Drehbuch fertig war und sie den Film drehen wollten, habe ich mich zurückgezogen. Ich wollte nicht am Set sein. Ich hatte das Gefühl, Jessica Chastain (die Schauspielerin, die im Film Molly verkörpert) könnte sich dadurch ein wenig unbehaglich fühlen. Sie hat mich eingeladen, es war also nicht auf ihren Wunsch hin. Ich dachte bloß, es wäre an der Zeit, die Experten machen zu lassen.“

Bloom meint, dass der Film ihre Geschichte gut erzählt hat.

„Ich glaube, der Film ist ziemlich genau“, sagte Bloom. „All diese Geschichten sind wirklich passiert. Allerdings hat Sorkin Dialoge geschrieben, die eleganter waren als das, was in Wirklichkeit passiert ist. Es gab ein paar Ausschmückungen wie bei meinem LSAT-Ergebnis, aber größtenteils hat er sich wirklich an die Fakten gehalten.“

DDoS Attacken erschüttern die Online Poker Branche

Mehr als eine Woche lang wurde die Online-Poker-Welt von Distributed Denial of Service-Angriffen (DDoS) geplagt. Drei große Seiten waren davon betroffen. Zum Glück scheinen sich die Probleme fürs erste erledigt zu haben.

Die erste Angriffswelle traf den US-Anbieter America’s Card Room (ACR) am Sonntag, den 5. August – unglücklicherweise fielen die technischen Probleme mit dem Start der Mini Online Super Series (MOSS) zusammen. Bei der MOSS-Series werden über die Turnier-Preispools mindestens $10 Millionen ausgeschüttet. Auf Grund der Angriffe sah sich der Betreiber dazu gezwungen, mehrere Turniere vorzeitig abzubrechen.

Hier hörten die Angriffe allerdings nicht auf. Als nächstes wurden die Dienste von partypoker und PokerStars in Mitleidenschaft gezogen.

Wer keine Erfahrung mit Begriffen aus der Hacking-Welt hat: Denial of Service-Angriffe bezeichnen „eine Cyberattacke, bei der der Angreifer dafür sorgt, dass ein Netzwerk oder Internetdienst nicht mehr regulär erreichbar ist, indem er die Internetverbindung des Hosts unterbricht“, so Wikipedia. Dies wird erreicht, indem das betroffene Netzwerk mit einer „Unmenge an Anfragen“ überlastet wird – und zwar so lange, bis rechtmäßige Seitenaufrufe nicht mehr durchdringen.

Das „distributed“ (dezentralisiert) in der Abkürzung DDoS bezieht sich laut Wikipedia darauf, dass die Anfragen aus mehreren Quellen stammen. „Das macht es im Grunde unmöglich, den Angriff zu stoppen, indem einfach eine einzelne Quelle blockiert wird.“

Man kann sich also vorstellen, wie schwierig es ist, einen solchen Angriff aufzuhalten. Trotzdem haben die Online-Poker-Seiten ein großes Interesse daran, ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten, um solche Angriffe so unwahrscheinlich wie möglich zu machen.

partypoker versagt seinen Dienst

Am 9. August, mussten die Turniere bei partypoker pausiert und abgebrochen werden, nachdem sich diverse Spieler über Verbindungsprobleme beschwert hatten. partypoker bestätigte via Twitter, dass es sich um DDoS-Angriffe handelte.

„Die unglücklichen Ereignisse am 9. August waren für unsere Spieler verständlicherweise frustrierend. Nach reiflicher Überlegung haben wir die Entscheidung getroffen, die betroffenen Turniere zu pausieren und schließlich abzubrechen.“

Am Samstag versicherte partypoker auf Twitter, dass Spieler, die noch keine Rückerstattungen erhalten haben, ihr Geld auf jeden Fall noch bekommen werden – inzwischen scheinen die Probleme der Vergangenheit anzugehören.

Phil Ivey verzögert Zahlung von $10.1M ans Borgata

Phil Iveys Rückkehr an die Pokerturnier-Tische hat Poker-Fans auf der ganzen Welt gefreut, aber auch das Borgata aufhorchen lassen, die alles daran setzen, die $10,1 Millionen einzusammeln, die Ivey dem Casino nach einem Gerichtsurteil im Dezember 2016 schuldet.

Ivey war nach Millionengewinnen in zwei Gerichtsverfahren verwickelt: Einmal wegen Edge-Sorting beim Baccarat im Borgata in Atlantic City, das andere Mal hatte er 2012 beim Punto Banco im Crockfords Club im Vereinigten Königreich zugeschlagen. Die Gerichte haben in beiden Fällen zugunsten der Casinos entschieden. Nach Ansicht der Gerichte hatten sich Ivey und seine Partnerin Cheung Yin „Kelly“ Sun durch das Edge-Sorting einen unfairen Vorteil erschlichen – sogar von Betrug war die Rede. Trotz einer Reihe von Berufungsverfahren war Ivey außerstande, Fortschritte zu erzielen.

Im Crockfords-Fall hatte das Casino Iveys Gewinne direkt zurückgehalten – das Gericht entschied daraufhin, dass dieses Vorgehen rechtens war. Im Borgata-Fall verließen Ivey und Sun das Casino allerdings mit Baccarat-Gewinnen in Höhe von $9,6 Millionen, weitere Gewinne kamen beim Craps zustande. Das Gericht urteilte, dass Ivey und Sun die Gewinne zurückzahlen müssen, um den Status quo wiederherzustellen, der vor der Glücksspiel-Session im Borgata Bestand hatte.

Iveys Anwälte haben das Zurückzahlen der $10,1 Millionen erfolgreich hinausgezögert, aber der kürzlich erfolgte Versuch der Anwälte, die Zahlung weiter zu verzögern, hat das Borgata ungeduldig werden lassen.

Fabian Quoss erklärt seinen Rücktritt von Poker

High Roller-Champion und langjähriger Poker-Crusher Fabian Quoss hat auf Instagram seiner Poker-Karriere gedacht und seinen „Rücktritt bekanntgegeben“.

Nachdem er 2016 Turniergewinne von mehr als $2,7 angesammelt hatte – nur 2014 war er mit $3,1 Millionen noch erfolgreicher –, verschwand Quoss wie vom Poker-Erdboden. 2017 hat er lediglich $41.024 gewonnen, für dieses Jahr hat er gar keine Resultate vorzuweisen.

„Da ich jetzt eine Zeit lang nicht gespielt habe, haben mich viele Leute gefragt, woran das liegt“, ließ Quoss in den sozialen Medien verlauten. „Derzeit bin ich in den sozialen Medien etwas aktiver, daher will ich hier ein paar Gedanken preisgeben.“

Quoss sagte, dass er keine Zeit für andere Dinge hatte, als er sein Leben der Aufgabe gewidmet hatte, ein Weltklasse-Pokerspieler zu werden. Dieser einseitige Lebensstil verwandelte sich in eine „ungesunde Besessenheit“ und schließlich entwickelte er ein Interesse daran, „andere mögliche Schwerpunkte zu entdecken“. Daher hat er sich zunächst für eine Auszeit, und jetzt für einen Weggang aus der Pokerwelt entschieden.

Quoss schloss mit den Worten: „Ich respektiere alle Spieler, die immer noch am Grinden sind, die immer noch genug Leidenschaft in sich tragen, um Poker zu ihrer Hauptaufgabe im Leben zu machen. Aber für mich persönlich ist es keine Option mehr, meine Zeit mit Poker zu verbringen.“

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