Das perfekte Poker Turnier Teil 4: Welche Satellites sind am Besten?

Dara O’Kearney, Igor Kurganov, Dominik Nitsche, Adrian Mateos, and Niall Farrell weight in on satellites.

In den ersten drei Teilen unserer exklusiven Artikelserie haben wir geklärt, was ein perfektes Poker-Turnier ausmacht. Wir haben über die Anzahl Spieler am Tisch und das ideale Turnier-Format gesprochen. Außerdem haben wir uns mit dem Thema Antes auseinandergesetzt.

Abschließend haben wir unsere fünf Poker-Profis für diesen Artikel gefragt, welche Satellites für die Spieler aller Limits am interessantesten sind.

Bei den fünf Poker-Profis handelt es sich um: Den spanischen Winamax-Profi Adrian Mateos, den Schotten und Fan-Liebling Niall Farrell, Unibet Poker-Repräsentant Dara O’Kearney, PokerStars Team Pro Igor Kurganov und Dominik Nitsche aus dem 888poker-Team. Los geht’s!

Welche Art Qualifier ist am besten?

Mateos: „Satellites sind ein wichtiger Bestandteil der Poker-Ökonomie, sie haben Einfluss auf große Turniere.“

O’Kearney: Grundsätzlich sind die besten Satellites solche, die zu einem bestimmten Event führen, sei es die Irish Open, ein Unibet Poker-Event, ein EPT Main Event oder ein Turnier der partypoker MILLIONS. Allerdings kann die Liquidität für die Seiten zum Problem werden.

Nitsche: In der echten Welt braucht man Liquidität, um Satellites veranstalten zu können. Die Pokerräume erhalten die Liquidität durch Sub-Satellites, die gut sind, und professionelle Satellite-Grinder, die weniger gut, aber notwendig sind.

Ich glaube, dass man sich in einer perfekten Welt nur einmal qualifizieren können sollte. Ich könnte stundenlang darüber diskutieren, aber jeder, der ein Gespür dafür hat, wie das Poker-Ökosystem funktioniert, wird erkennen, dass der Sinn von Satellites darin besteht, dem kleinen Mann eine Chance zu geben.

Mateos: Satellites sind ein wichtiger Bestandteil der Poker-Ökonomie, sie haben Einfluss auf große Turniere. Als ich angefangen habe, habe ich davon geträumt, die World Series of Poker oder EPT zu spielen und der einzige Weg, diese Events ohne Bankroll zu spielen, bestand darin, sich über ein Satellite zu qualifizieren.

Kurganov: Eine Änderung, die PokerStars vorgenommen hat, die mir gefällt, aber dazu geführt hat, dass ich weniger Satellites spiele, ist, dass man, sobald man sich für das Live-Turnier qualifiziert hat, nicht das gleiche Satellite für Turnier-Dollar spielen kann. Ich begrüße das, weil das Ziel eines Satellites darin bestehen sollte, das Teilnehmerfeld des Turniers zu vergrößern. Dass es in der Vergangenheit möglich war, als Satellite-Grinder Turnier-Dollar anzuhäufen, war denke ich eher einem Fehler im System geschuldet. Dem eigentlichen Ziel wurde so nicht genüge getan.

Farrell: Häufig sind es die Satellite-Profis, die die Spiele zum Laufen bringen und für die Liquidität der Satellites sorgen. Die Situation ist nicht einfach: Man muss den perfekten Mittelweg finden, um die Liquidität zu erhalten, und Spieler davon abhalten, 50 Tickets zu gewinnen. Man ist daran interessiert, so viele verschiedene Spieler wie möglich über Satellites ins Main Event zu bringen.

Bis vor ein paar Jahren gab PokerStars aus Sicht der Poker-Community in Sachen Qualifiers und Satellites den Ton an. Farrell ist der Meinung, dass sich das mittlerweile geändert hat.

Farrell: Ich weiß, dass das Online-Angebot von PokerStars lange nicht mehr so gut ist wie es einmal war, also gehen die Zahlen zurück. Ich würde es gut finden, wenn partypoker sich für ein direktes System entscheiden und MILLIONS-Turniere mit direkten Satellites bewerben würde.

O’Kearney: Der partypokerLIVE-Ansatz ist interessant und anders, weil es die Ziel-Turniere klar von den Satellites trennt. Man gewinnt also nur Geld, dass man verwenden kann, um sich in jedes Event einzukaufen. Das löst das Problem der Liquidität, indem eine Währung für Live-Events geschaffen wird, die online keine Verwendung hat. Das partypoker-System ist eine Kompromiss-Lösung, bei der Leute wie ich eine Bankroll aufbauen, die nur für partypokerLIVE-Turniere verwendet werden kann.

Farrell: „Für Freizeitspieler ist das einfach nur verwirrend.“

Farrell: Was ich sehen möchte, sind direkte Satellites zum Main Event statt eines flexiblen Systems. Wenn man ein Online-Satellite spielt, weiß man, wofür man sich qualifiziert. Hobby-Spieler, die sehen, dass ein Turnier beworben wird, denken sich dann: „Ich werde es nach Prag schaffen.“ Wenn man aber sieht, dass es ein Satellite ist, um partypokerLIVE-Dollar zu gewinnen, ist das für Freizeitspieler einfach nur verwirrend.

O’Kearney: Ich habe mich mit ein paar Litauern unterhalten, die die Satellites in Nottingham spielen, und wir glauben, dass der Gewinner mehr als $600.000 PPL-Dollar einspielen wird, und wenn weitere $100.000 PPL dazukommen, verfällt das Geld nach zwei Jahren. Der Gewinner ist gezwungen, im Laufe von zwei Jahren Live-Events im Wert von $700.000 spielen. Das ist kaum machbar. Man muss praktisch zu jedem Live-Event reisen, jedes $25k spielen, jedes $10k mitnehmen, vielleicht so viele Bullets abfeuern wie möglich. Die Summe kann mit dem Spielen von $5k Main Events auf keinen Fall erreicht werden, so viel ist sicher. Anscheinend hat das System die Schwachstelle, dass es Leute gibt, die viel schneller partypokerLIVE-Dollar sammeln als ausgeben können.

Mateos: Über partypoker-Satellites qualifizieren sich die Leute mit dem erspielten Stack statt einem Entry-Ticket für den 2. Spieltag. Das sorgt bei den Turnieren und im Satellite für eine andere Dynamik. Die Satellites haben das Problem, dass sie gegen Ende ein bisschen langweilig werden können, da die Leute darauf warten, ins Geld zu kommen.

Nitsche: „Profis sind keine treuen Kunden. Wenn eine Seite mehr Value verspricht, sei es über bessere Promotions oder leichtere Spiele, werden sie dorthin gehen, wo sie das meiste Geld machen werden.“

Nitsche: Es gleicht das Teilnehmerfeld aus und gibt Hobby-Spielern eine bessere Chance. Wenn im Marketing-Budget noch Geld übrig ist, kann man es genauso gut für den kleinen Mann ausgeben. Falls sich diese Leute für ein großes Event qualifizieren, sind sie auf ewig zufriedene Kunden. Sie werden ihren Freunden vom fantastischen Turnier erzählen, dass sie im Fernsehen gespielt haben. Was macht der Grinder? Er sitzt im Keller und sammelt den EV, den er kriegen kann, bis die Seite aufhört, Geld nach ihm zu werfen.

Kurganov: Bei PokerStars können die Profis nur einen Seat gewinnen. Sobald sie einen Seat gewonnen haben, können sie die Satellites nicht mehr spielen. Ich nehme an, dass die Stärke des Teilnehmerfelds bedeutend abgenommen hat. So habe ich zum Beispiel einen PCA-Seat und kann deshalb keine Satellites mehr spielen, da ich den Seat vor Monaten gewonnen habe.

Nitsche: Profis sind keine treuen Kunden. Wenn eine Seite mehr Value verspricht, sei es über bessere Promotions oder leichtere Spiele, werden sie dorthin gehen, wo sie das meiste Geld machen werden.

Kurganov: Jede Seite hat eine Satellite-Struktur. Was den Value betrifft, hängt alles davon ab, wer die meisten Extras hat. Die Räume bemühen sich überall, aber ich denke, dass es schwierig ist, Stars mit den PSPC $30k Platinum Pass-Giveaways zu schlagen, die bei Satellites und anderen Turnieren als Extra-Gewinne winken.

Wir sind zum Schluss gelangt, dass das perfekte Turnier-Festival von den angebotenen Turnieren abhängig ist, und dass die Satellite-Qualifiers eine wichtige Rolle spielen. Neben dem Format sind auch die Antes und die Anzahl der Spieler am Tisch von Bedeutung. Niall Farrell glaubt, das perfekte Turnier gefunden zu haben.

Farrell: Man nehme ein Freezeout-Main Event als Krönung des Festivals, eine Reihe Side Events, bewerbe die Satellites als Qualifiers für das Main Event, und schon hat man ein tolles Ereignis zu bieten.

Dazu kommen die Big Blind-Antes, die am meisten Zuspruch gefunden haben, als wir uns das letzte Mal mit unseren Profis unterhalten haben, und schon haben wir anscheinend das perfekte Turnier auf die Beine gestellt. Poker ist ein Spiel, das sich laufend weiterentwickelt. Mit diesen Veränderungen Schritt zu halten und die Hobby-Spieler bei Laune zu halten, ist der Weg, wie sich vorausdenkende Poker-Seiten in der Branche halten können. Das glauben zumindest die Profis.

FAZIT: Satellites sollten zu einem bestimmten Event führen und nicht als flexible Live-Turnier-Wallet fungieren. Spieler sollten das Satellite nur so lange spielen können, bis sie ein Ticket für das Event gewonnen haben.

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Paul Seaton
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