Das perfekte Poker Turnier Teil 3: Regular Ante, Button Ante oder Big Blind Ante?

Dominik Nitsche, Adrian Mateos, Dara O'Kearney, Niall Farrell, and Igor Kurganov on what kind of ante poker needs.

Wie sollte das perfekte Poker-Turnier aussehen? In den ersten beiden Artikeln haben wir mit fünf Poker-Profis darüber gesprochen, wie viele Spieler standardmäßig an einem Tisch Platz nehmen sollten und was das beste Turnier-Format ist.

Wieder haben wir uns an Unibet Poker-Repräsentant Dara O’Kearney, Dominik Nitsche aus dem Team 888poker, Team PokerStars Pro Igor Kurganov, Winamax-Profi Adrian Mateos und Niall Farrell gewandt, um auf eine weitere Poker-Neuerung zu sprechen zu kommen. Es geht um den Ante-Einsatz. Sollte der Ante-Einsatz wie gehabt erhalten bleiben oder ist ein Button-Ante oder Big Blind-Ante die bessere Wahl? Erfahren Sie, was die Profis zu sagen haben.

Die Zukunft des Ante-Einsatzes in Poker-Turnieren

Farrell: Nach und nach sollten wir darauf abzielen, das Poker-Erlebnis so perfekt wie möglich zu gestalten. Das dauert seine Zeit und es gibt viele Leute, die Angst vor Veränderungen haben.

Farrell: „Die Leute spielen Poker, weil sie sich hinsetzen und ein paar Flops sehen wollen, sie wollen Hände spielen.“

Ist eine Änderung am Ante-Einsatz – der zusätzliche Chips-Einsatz, den alle Spieler zu Beginn einer Hand entrichten müssen – schneller möglich als wir für möglich gehalten hätten? Allein in diesem Jahr gab es diverse Turniere, die ein Big Blind- oder Button-Ante eingeführt haben. Dara O’Kearney glaubt, dass das veraltete System zwangsläufig einem neuen weichen muss.

O’Kearney: Ich denke, Button- und Big Blind-Antes bringen ein paar Probleme mit sich, aber das schnellere Spieltempo und die Tatsache, dass die Dealer nicht mehr darauf achten müssen, dass alle Spieler das Ante zahlen, machen die Nachteile mehr als wett. Ich denke, das alte Ante-System wird in den nächsten ein oder zwei Jahren verschwinden und durch Big Blind- oder Button-Antes ersetzt werden.

Kurganov: Für Live-Turniere sind reguläre Antes schlecht. Zu viel Zeit wird verschwendet, Big Blind- oder Button-Antes müssen her.

Farrell: Bei der World Series arbeiten unerfahrene Dealer und man spielt ein 10-handed $1k mit einem Haufen Hobby-Spielern. Die Leute hängen an ihren Handys und vergessen das Ante.

Man spielt viel mehr Hände, wenn nur eine Person Ante zahlt. Alles, was dem Spieltempo zugutekommt, ist eine bessere Lösung. So viel Mist fällt weg, etwa Leute, die sich streiten, wer die Antes gezahlt hat. Die Leute spielen Poker, weil sie sich hinsetzen und ein paar Flops sehen wollen, sie wollen Hände spielen.

Mateos: Vor drei Jahren habe ich in London gespielt und jeder musste sein Ante bezahlen, was komisch für mich war. Das war das letzte Turniere ohne Big Blind-Ante, das ich gespielt habe, weil es heutzutage Turniere mit einer Alternative gibt. Aus meiner Sicht war das echt komisch und ich kann kaum glauben, dass das viele Jahre so gehandhabt wurde.

Wenn reguläre Antes ein Auslaufmodell sind: Was ist der bessere Ersatz? Big Blind- oder Button-Antes? Beide Systeme haben ihre Vorteile und die Spieler sind sich uneins, was besser ist.

Kurganov: „Na und? Man muss sich eben anpassen. Was ist so schlecht daran? Scheiß drauf, Anpassen ist angesagt.“

O’Kearney: Wenn ich wetten müsste, würde ich sagen, dass Big Blind-Antes das Rennen machen werden.

Nehmen wir an, dass man gerade fast den ganzen Stack verloren hat und am Button nicht mehr genug Chips hat, um den Ante-Einsatz zu begleichen. Beim Button-Ante wäre man auf jeden Fall All-In. Wenn man ausscheidet, geht alles seinen gewohnten Gang, aber ich glaube, dass die Leute Schwierigkeiten haben werden, zu akzeptieren, dass sie nur den Ante-Anteil am Pot zurückgewinnen können.

Bei ein paar Turnieren gibt es die Regel, dass zuerst das Ante und dann die Blinds gezahlt werden. Bei anderen sind die Blinds zuerst an der Reihe. Wenn die Blinds zuerst zahlen, kann man seinen Stack mit einer Hand verdreifachen oder vervierfachen. Das ist besser für Hobby-Spieler. Big Blind-Antes, bei denen die Blinds vor den Antes gezahlt werden, sind einfach am fairsten. Langfristig ist das glaube ich die beste Lösung.

Kurganov: Beides hat man versucht. Anscheinend ist der Nachteil am Big Blind-Ante das Gefühl, dass man jetzt doppelt zahlen muss. Das einzige, was sich geringfügig ändert, ist die Spielweise Under the Gun und UTG+1. Na und? Man muss sich eben anpassen. Was ist so schlecht daran? Scheiß drauf, Anpassen ist angesagt. Tatsächlich ist es eine gute Sache. Die Leute können nicht mehr ihre vorbereiteten Ranges spielen, was ein Vorteil gegenüber den Spielern ist, die das ohnehin noch nie gemacht haben.

Farrell: Ich denke, dass Big Blind-Antes viel besser sind als Button-Antes. Es muss immer einen Big Blind geben, aber der Button fehlt manchmal – und das ist Grund genug, sich für die Big Blind-Antes zu entscheiden. Es ist viel schneller, läuft für alle geschmeidiger und kommt dem Spiel zugute.

Alles, was dafür sorgt, dass das Spiel reibungslos abläuft, wirkt sich positiv auf das Poker-Erlebnis aus – alle sind besser gelaunt. 8-handed zu spielen, ohne dass alle immer Antes zahlen müssen, treibt den Spielspaß in die Höhe. Daraus ergibt sich eine viel schönere Atmosphäre. In einem 8-handed Aria-Event mit einem 1-Personen-Ante gibt es zum Beispiel viel mehr Hände, das Spiel läuft flüssiger. Wenn man das Erlebnis aufwertet und dafür sorgt, dass es mehr Spaß macht, werden die Leute kommen.

Kein System ist perfekt und es hat den Anschein, als würde das Button-Ante-Modell mehr Probleme aufwerfen als Big Blind-Antes.

Nitsche: „Warum sollte man im Small Blind je schnell agieren, wenn man dafür sorgen kann, dass die Blinds steigen, wenn man danach am Button ist?“

Mateos: Big Blind-Antes sind besser, weil nur zwei Leute Geld in den Pot werfen müssen. Das Spieltempo soll angezogen werden und es ist besser, dass zwei Leute zahlen statt drei. Button-Antes werden zum Problem, sobald ein Spieler ausscheidet. Manchmal gibt es keinen Button und das ist auch ein großes Problem, weil die Hand ohne Ante stattfindet und sich die Dynamik ändert. Das ist ein großer Fehler – Big Blind-Antes sind viel besser.

Nitsche: Mir gefallen Big Blind-Antes. Ich mache mir immer noch Sorgen, dass Leute das System für „Angles“ missbrauchen, um Zeit zu verschwenden. Warum sollte man im Small Blind je schnell agieren, wenn man dafür sorgen kann, dass die Blinds steigen, wenn man danach am Button ist? Wenn genug Leute so denken, sind Big Blind-Antes plötzlich langsamer als reguläre Antes. An Final Tables kommt es auch zu unfairen Situationen, wenn Blind-Level-Sprünge ausgenutzt werden, um Gegner mit shorten Stacks in die Bredouille zu bringen.

Kurganov: Der Nachteil am Button-Ante besteht darin, kein Ante zu haben, wenn jemand ausgeschieden ist. Das ist wirklich sonderbar und der Button ist in dem Fall ein leerer Seat. Das ist ein größerer Nachteil als Big Blinds zu haben, die doppelt zahlen müssen, was fair für alle wäre. Ja, Button-Antes sind auch fair, wenn es kein Ante gibt, aber das harmoniert nicht mit der Idee, den Ante-Prozess zu verkürzen. Der eigentliche Plan war es, das Zahlen der Ante-Einsätze zu erleichtern, sei es mit Big Blind oder Button-Antes. Das System, jede Hand Antes in voller Höhe zu haben, sollte erhalten bleiben. Button-Antes können das nicht gewährleisten und sind daher eine schlechte Wahl.

Igor Kurganov scheint viel über das Thema nachgedacht zu haben, da er für Final Tables eine kleine Anpassung empfiehlt, die seinen Poker-Kollegen nicht in den Sinn gekommen ist.

Kurganov: Was die Höhe angeht, sollte man Heads-Up und in 3- oder 4-handed-Situationen nicht das volle Big Blind-Ante zahlen müssen, finde ich, weil es darum geht, die regulären Ante-Einsätze der Spieler nachzubilden, die short-handed kleiner ausfallen würden – also sollten die Antes halbiert werden. Ich denke, es geht darum, das System zu erhalten und durchführbar zu machen. Ich würde die Ante-Einsätze nur am Final Table halbieren, nicht bei zwei oder drei verbleibenden Tischen, da das sehr komisch wäre.

FAZIT: Button- oder Big Blind-Antes werden die (noch) regulären Antes, die lange Zeit Bestand hatten, wohl bald ersetzen. Es scheint, dass die Big Blind-Antes im direkten Vergleich die Nase vorn haben, da sie sich am stärksten auf die Spielgeschwindigkeit auswirken. Die Profis sehen aber auch Probleme, die mit Button- und Big Blind-Antes einhergehen können.

Das perfekte Poker Turnier Teil 3: Regular Ante, Button Ante oder Big Blind Ante? 101

Noch keinen PokerStars Account? Machen Sie noch heute einen PokerStars Download mit dem Marketingcode "PNEWS6" und genießen Sie die Action.

Sie finden de.PokerNews auch auf Twitter und Facebook.


Name Surname
Paul Seaton
Name Surname

MEHR ARTIKEL

Weitere Artikel