Vayo lässt Klage gegen PokerStars fallen, falsche Beweise im Spiel?

Vayo Drops lawsuit against PokerStars, PokerStars sues Vayo stating he forged evidence

Gordon Vayo, ein bekannter Online-Poker-Spieler und Runner-Up beim WSOP Main Event 2016, hat seine Klage gegen Rational Entertainment Enterprises Limited (REEL) – das Mutterunternehmen hinter PokerStars – fallengelassen, nachdem REEL herausgefunden hatte, dass einige Beweise manipuliert waren.

REEL konfrontierte den Kläger mit der Entdeckung der gefälschten Beweise; Vayo verschwand daraufhin in der Versenkung. In der Zwischenzeit reichte REEL eine Gegenklage ein, um Vayo für die entstandenen Anwalts- und Gerichtskosten in Höhe von $280.000 zur Rechenschaft zu ziehen.

Vayo vs. REEL – was die Klage zum Inhalt hatte

Im Mai 2018 hatte Gordon Vayo beim U.S. District Court for the Central District of California Klage gegen REEL eingereicht. Sogar Forbes.com hatte darüber berichtet.

Im Klageschreiben wies Vayo nach, dass er das SCOOP 2017 #1-H $1.050 NLHE-Event für $692.000 gewonnen hatte und PokerStars die Auszahlung zurückhielt.

Der Online-Pokerraum behauptete seinerseits, dass Vayo das Event mit einem VPN gespielt hätte, während er sich in den USA aufhielt, was gemäß der AGB verboten ist.

In einem Artikel, den wir am 8. Mai 2018 online gestellt haben, weisen wir darauf hin, dass Vayo behauptet, unbestreitbare Beweise eingereicht zu haben, die bestätigen sollen, dass er sich während der SCOOP in Kanada aufgehalten hat.

REEL glaubt, dass Vayo die Beweise manipuliert hat

Wie Haley Hintze bei Flushdraw.net und VegasSlotsOnline berichtet, gibt es neue Gerichtsakten zu diesem Fall. REEL stellt darin fest, Vayo mit der Entdeckung manipulierter Beweise konfrontiert zu haben.

Wie dem Schreiben zu entnehmen ist, stand PokerStars/REEL in Kontakt mit dem Fälscher, den Vayo angeheuert hatte. Der Fälscher ließ REEL die echten Dokumente zukommen, die aufzeigen, dass die Transaktionen auf Geldautomaten in Kalifornien zurückzuführen sind, und nicht – wie Vayo behauptet hatte – auf eine Bank im kanadischen Ottawa. Außerdem verwies REEL darauf, dass die erhobenen Gebühren und der Wechselkurs von USD in CAD nachweislich falsch sind.

Nachdem REEL Vayo am 14. Oktober mit den Entdeckungen konfrontiert hatte, gab Vayo lediglich bekannt, dass er die Klage gegen REEL aus freien Stücken fallenlassen wird. Zwei Wochen später kündigte Gordons Anwalt Gregory A. Fayer, der bei der in Los Angeles beheimateten Anwaltskanzlei Fayer Gipson LLP tätig ist. Am 25. Oktober entschied sich William A. Bowen dazu, Vayo als Anwalt zur Seite zu stehen.

REELs Anwälte haben seitdem viermal den Versuch unternommen, mit Vayo in Kontakt zu treten. Zuletzt am 5. November, aber alle Anfragen blieben unbeantwortet.

Antrag am 12. November

Den Oktober-Unterlagen lässt sich nicht entnehmen, was genau passiert ist. Tatsache ist, dass REEL am 12. November einen Antrag eingereicht hat, mit der Forderung, dass Vayo die Anwalts- und Gerichtskosten von $280.000 übernehmen soll. Ein Auszug aus den Akten, der bei VegasSlotsOnline zu finden ist, beschreibt, was passiert ist:

„REEL hatte von einer Drittpartei den „Tipp“ erhalten, dass Vayos Kontoauszüge von einem Urkundenfälscher, den Vayo angeheuert hatte (der „Fälscher“), verändert worden waren, eigens zu dem Zweck, um den falschen Eindruck zu erwecken, dass Vayo sich während des SCOOP-Turniers in Kanada aufgehalten hatte, um auf betrügerische Weise eine Auszahlung von REEL erwirken zu können. Wie weiter unten beschrieben, haben REELs Nachforschungen ergeben, dass der Tipp richtig war, und REEL konfrontierte Vayo am Freitagabend umgehend mit den Entdeckungen. Vayos Anwalt behauptete, dass er nichts von der Fälschung gewusst habe (er habe lediglich die Dokumente, die Vayo ihm ausgehändigt hätte, weitergeleitet), dass er Vayo Fragen dazu stellen wolle, und dass er besorgt war, sich weiter zu äußern, weil – falls es sich bei den Dokumenten um Fälschungen handeln sollte – die anwaltliche Schweigepflicht davon berührt sein könnte. Etwa 48 Stunden später reichte Vayo am Sonntagabend eine Mitteilung ein, dass er freiwillig von allen Forderungen zurücktritt und anschließend zog sich sein Anwalt zurück. … REEL hat mehrere Versuche unternommen, um sich mit Vayos neuem Anwalt zu treffen, um die nächsten Schritte zu besprechen und diesen Antrag zu vermeiden. Dazu gehörte unter anderem ein Schreiben, in dem Vayos Manipulation ausführlich erklärt worden war. Vayo entschied sich dazu, diese Kontaktanfragen zu ignorieren, und bestritt zu keinem Zeitpunkt die Fälschung. …

„Die Drittpartei, die REEL über Vayos Fälschung in Kenntnis gesetzt hatte, sagte, dass sie (die Drittpartei) mit dem Fälscher gesprochen habe. … Der Fälscher teilte der Drittpartei mit, dass Vayo den Fälscher darum gebeten habe, ein Virtual Private Network („VPN“) für ihn aufzubauen, so dass er in Kalifornien auf REELs Seite spielen und den falschen Eindruck erwecken könnte, sich in Kanada aufzuhalten. Der Fälscher ließ der Drittpartei auch die Original-Dokumente der First Republic Bank und Bell Canada zukommen, die Vayo dem Fälscher zugesendet hatte, um REEL (fälschlicherweise) glauben zu machen, dass er während des SCOOP-Turniers in Kanada war. Wichtig: Die Drittpartei wusste, dass Vayos gefälschte Dokumente von Bell Canada und der First Republic Bank stammen – Informationen, die REEL der Drittpartei nicht zugespielt hatte und der Öffentlichkeit nicht bekannt waren.“

REEL filed evidence of forgery by Vayo
REEL erhebt Betrugsvorwürfe gegen Vayo

Wir haben sowohl PokerStars als auch Vayo um eine Stellungnahme gebeten.

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