EU Recht zwingt Hendon Mob Datenbank Account Löschung anzubieten

Hendon Mob

Anfang der Woche wies ein TwoPlusTwo-Thread darauf hin, dass es auf Grund der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) jetzt möglich ist, eine Account-Löschung bei Hendon Mob, der größten Datenbank für Poker-Resultate, zu beantragen. Darüber hinaus haben Spieler aus Europa die Möglichkeit, ihren existierenden Accountnamen durch einen Fantasie-Alias zu ersetzen.

Ein Repräsentant von Hendon Mob (THM) meldete sich im Thread zu Wort. Zum einen, um Klarheit zu schaffen, zum anderen aber auch, um das Unternehmen gegen den Vorwurf „missbräuchlich erhobener Daten“ zu verteidigen.

„Durch das Veröffentlichen der Resultate und Preisgelder von Major-Turnieren macht sich Hendon Mob nicht mehr schuldig, ‚missbräuchlich Daten zu erheben’ als die ATP oder PGA“, so RolandTHM. „Die Informationen, die bei THM veröffentlicht werden, wurden bereits von einem Casino oder einer Tour im Rahmen ihrer Geschäftsbindungen freigegeben, denen ein Spieler zustimmt, wenn er sich bei einem Turnier registriert.“

Hendon Mob: „Ja, die DSGVO hat zu Änderungen geführt, wie wir unser Geschäft betreiben.“

Und weiter: „Ja, die DSGVO hat zu Änderungen geführt, wie wir unser Geschäft betreiben, aber wir werden weiter hart arbeiten, um der Community zu dienen, um das Produkt zu verbessern, das wir Poker-Fans, Spielern und den Medien anbieten, und um unseren Traffic Jahr für Jahr zu steigern. Wir danken denjenigen, die Hendon Mob unterstützen, indem sie die Seite besuchen, uns auf den sozialen Netzwerken folgen und mit uns über unsere Seiten oder durch Initiativen in Kontakt treten.“

Die DSGVO legt fest, dass europäische Bürger eine Korrektur oder die Löschung ihrer Online-Daten einfordern können. Die Verordnung ist am 25. Mai in Kraft getreten. Wenn ein Unternehmen Anfragen dieser Art ignoriert, kann dies empfindliche Geldstrafen bis zu €20 Millionen oder vier Prozent der jährlich weltweit generierten Einnahmen nach sich ziehen.

Hendon Mob wurde im Juli 2013 von Global Poker Index (GPI) gekauft und sammelt Resultate, die von vielen Casinos und den meisten Major-Events und Poker-Tours stammen. Aktuell hat die Seite Profile zu fast 560.000 Spielern angelegt, es gibt Hinweise auf 368.732 Events und mehr als 2,5 Millionen Resultate. Die Seite wurde im Jahr 2000 von den britischen Poker-Profis Joe Beevers, Ram Vaswani und den Brüdern Ross and Barney Boatman ins Leben gerufen.

Spieler-Reaktionen

Schnell waren im TwoPlusTwo-Thread die ersten Reaktionen zu lesen. Viele Spieler halten die Entwicklung für ein bisschen lächerlich, da Hendon Mob nur auf öffentlich verfügbare Daten zurückgreift.

„Wenn man sich bei einem Turnier in einem Casino anmeldet, sollte man davon ausgehen, dass der eigene Name auf Chipcount-Listen, in Blog-Posts und möglicherweise auch auf Bildern und in Live-Streams zu sehen ist“, meint GrimeRat420. „Ich denke, Hintertürchen zu finden, ist eine unvernünftige Erwartung, die an den Datenschutz gestellt wird, bis zu einem Punkt, an dem es keinen Sinn macht, irgendeine Form von Datenschutz zu erwarten.“

Boss716: „Leute sollten die Möglichkeit haben, Poker zu spielen, ohne dass es sofort für alle im Internet zu sehen ist.“

NickMPK zum Thema: „Haben Baseball-Spieler in der Major League das Recht, ihre Statistiken auf ESPN.com entfernen zu lassen, wenn sie eine schlechte Saison hatten? Ich verstehe die Details des Gesetzes nicht. Es geht nicht um persönliche Daten, alles ist öffentlich einsehbar. Und unterschreiben nicht alle eine Verzichtserklärung, wenn sie ein Poker-Turnier spielen, die es den Casinos erlaubt, die Namen der Gewinner zu veröffentlichen?“

Andererseits gibt es auch viele Spieler, die die DSGVO in diesem Zusammenhang gutheißen. Boss716 war im Thread besonders aktiv.

„Weil Erwachsene mit echten Jobs vielleicht nicht wollen, dass es öffentlich bekannt wird, dass sie Poker spielen“, schreibt er. „Oder wie viel sie gewonnen haben / wie oft sie spielen … Leute sollten die Möglichkeit haben, Poker zu spielen, ohne dass es sofort für alle im Internet zu sehen ist. Ich bin ein großer Fan dieser Entscheidung. Ich wurde persönlich schon von Arbeitgebern dazu befragt, weil Poker-Resultate das erste sind, was man bei einer Google-Suche über mich findet. Und auch wenn Spieler Poker anders sehen, muss man die öffentliche Meinung einbeziehen, nach der 99% der Leute Poker nicht als Geschicklichkeits- oder Denkspiel ansehen, sondern als Glücksspiel – und das sieht für viele Leute nicht gut aus.“

Andere weisen darauf hin, dass Spieler ihre Resultate mit Hilfe der DSGVO vor Backern und Finanzbehörden verstecken können. Ob das eine gute oder schlechte Sache ist, müssen Sie als Leser selbst entscheiden.

Spieler aus Europa, die ihr Profil löschen oder verändern wollen, können die Hendon Mob-Administratoren unter folgender E-Mail-Adresse erreichen: support@thehendonmob.com.

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