Interview: Doyle Brunson über seinen Poker Trainingskurs mit Sohn Todd

Todd Brunson and Doyle Brunson

Der „Godfather of Poker“, Doyle Brunson, hat diesen Sommer sein letztes World Series of Poker-Turnier gespielt. Viele haben erwartet, dass er sich jetzt ein bisschen zurückzieht und seinen Ruhestand genießen wird.

Als ob.

Doyle spielt nach wie vor jeden Tag die teuersten Cashgames der Welt im Bellagio, und vor kurzem hat er angekündigt, dass er sich mit seinem Sohn Todd zusammengetan hat, um den neuen Trainingskurs Brunson Poker Pro vorzustellen.

Doyle Brunson: „Ich hoffe, dass sich die Trainings-Seite für Spieler als so hilfreich erweisen wird wie das erste ‚Super/System’-Buch.“

Das Spiel voranbringen

Der Kurs kostet $149 und umfasst ein Buch, Flash-Karten, eine Audio-CD, Charts und den Zugang zur Trainings-Website. Die Website verspricht, dass alles von Bluffs über Tells bis zu Board-Texturen abgehandelt wird.

„Jetzt können Sie das Spiel NL Texas Hold’em und fortgeschrittene Strategien in viel kürzerer Zeit lernen und sich professionelles Wissen aneignen, ohne jahrelang spielen zu müssen“, bemerkt die Seite. „Wir lehren Poker auf eine Weise, bei der die Informationen schneller verarbeitet werden, indem das Gehirn auditiv, visuell und motorisch angesprochen wird.“

Doyle hat bereits Erfahrungen mit Projekten innerhalb der Poker-Branche gesammelt. Vor dem Black Friday war er jahrelang das Gesicht der Online-Pokerseite Doyles Room. Das neue Projekt haben die Brunsons via Twitter enthüllt.

„Todd wollte das schon seit ein paar Jahren machen, aber ich hatte zu viel zu tun, also können wir uns erst jetzt darum kümmern“, erzählte Doyle PokerNews. „Wir decken die Grundlagen ab, erklären, wie man sein Spiel variiert, wie man Probleme erkennt und löst, Tells herausfindet, und wir kümmern uns auch um viele andere Bereiche.“

Todd hofft, dass er den Schülern mehr vermitteln kann als bloßes Wissen, dass der Kurs im echten Leben in echten Spielsituationen hilft, gelernte Konzepte abzurufen.

„Es ist ein System, das sich auf bewährte Lerntechniken stützt“, sagte er. „Es wird Anfängern wie Experten helfen. Der Schüler wird nicht von Informationen erschlagen. Wir konzentrieren uns darauf, dass man das Gelernte behalten kann.“

Team Vater und Sohn

Beide haben Jahrzehnte an Poker-Wissen angesammelt, 11 World Series of Poker-Bracelets befinden sich im Familienbesitz, es gibt Strategie-Bücher, die zu den Bestsellern gehören, und der Name „Brunson“ ist zu einem Synonym für Poker geworden. Die Brunsons sind also perfekt geeignet, um eine Trainings-Seite auf die Beine zu stellen.

Doyle Brunson: „Todd wollte das schon seit ein paar Jahren machen, aber ich hatte zu viel zu tun, also können wir uns erst jetzt darum kümmern.“

Doyle hat mit der Veröffentlichung seines Buches „Super/System: A Course in Power Poker“ – später gab es eine Fortsetzung – vielleicht ganz allein dafür gesorgt, dass viele fortgeschrittene Strategien und aggressive Spielweisen Einzug ins moderne Spiel finden. Die Bücher verraten uns, wie Doyle das Spiel sieht, und enthalten Strategie-Tipps von anderen Spielern wie Bobby Baldwin, Mike Caro, David Sklansky, Daniel Negreanu, Phil Hellmuth usw., die sich auf andere Poker-Varianten verstehen. Die Bücher sind umfangreich und das Taschenbuch bringt es auf ganze 605 Seiten, das Nachfolgebuch zählt 672 Seiten.

Doyle hofft, dass das neue Brunson Poker Pro-System anderen helfen wird, ihr Spiel zu verbessern.

„Ich hoffe, dass sich die Trainings-Seite für Spieler als so hilfreich erweisen wird wie das erste ‚Super/System’-Buch“, sagte Doyle. „Das sind große Fußstapfen, aber die Seite muss Leuten dabei helfen, in verschiedenen Poker-Bereichen besser zu werden.“

Poker in der Familie

Zu Hause in Texas verbrachte Doyle viel Stunden im Südwesten des Landes, immer auf der Suche nach Action. Die Poker-Legende wollte nie, dass sein Sohn ins Familiengeschäft einsteigt. Während der $10.000 No-Limit 2-7 Lowball Draw Championship im Juni hat Doyle mit PokerNews darüber gesprochen, wie Todd mit Poker in Berührung kam.

„Ich habe nicht über Poker gesprochen, als Todd noch ein Kind war“, sagte er. „Er ging aufs College und war im dritten Jahr seines Jura-Studiums. Ich wusste nicht einmal, dass er Poker spielen konnte. Er war an der Texas Tech in Lubbock, und das ist eine Glücksspiel-Stadt. Dort hat er schließlich gelernt, Poker zu spielen und als er eines Tages nach Hause kam, hat er gesagt: ‚Ich gehe nicht mehr zurück in die Schule, ich werde ein professioneller Pokerspieler.’“

Diese Entscheidung wurde von seinen Eltern alles andere als positiv aufgenommen.

„Ich habe ihn gefragt, ob er verrückt wäre“, erinnerte sich Brunson. „Und seiner Mutter hat es überhaupt nicht gefallen. Ich sagte: ‚Ich werde dich zu [ein paar Spielen] mitnehmen und wir werden sehen.’ Zu diesem Zeitpunkt haben wir in Kalifornien gelebt und wir sind zu einem der Casinos dort gefahren. Ich habe ihn in ein Spiel gesetzt und sofort gesehen, dass er wusste, was er tat. Er war ein Naturtalent, auch ohne meine Hilfe. Ich habe ihm gar nicht geholfen. Nachdem ich gesehen hatte, dass er weiß, was er tut, war ich nicht mehr dagegen.“

„Die Leute haben das mit meinem Ruhestand falsch verstanden, was wahrscheinlich meine Schuld war. Ich werde in einem gewissen Rahmen weiterspielen, so lange ich körperlich dazu in der Lage bin.“

Seitdem hat Todd Live-Turniergewinne von $4,4 Millionen angehäuft. Doyle hat $6,2 Millionen auf die Habenseite geschafft, von seinen Cashgame-Erfolgen ganz abgesehen. Poker ist natürlich ein häufiges Thema zwischen Vater und Sohn, und beide hoffen, dass sie es in ihrem neuen Kurs gut zusammengefasst haben.

„Todd und ich diskutieren seit vielen Jahren über Pokerthemen und wenn wir uns bei Dingen nicht einig sind, versuchen wir für die Antworten einen Mittelweg zu finden“, sagte Doyle. „Es gibt einige gute Trainings-Seiten und ein paar sehr schlechte. Ich glaube, dass wir zu den besseren gehören.“

Am 10. August wird Doyle 85 Jahre alt. Die Pokerwelt hat diesen Sommer erlebt, wie er sich von der WSOP verabschiedet hat. Trotzdem hat er kein Interesse daran, langsam zu machen. Poker hält seine grauen Zellen auf Trab, wie er sagt, Projekte wie der neue Trainings-Kurs ebenfalls.

„Ich mag es, mich mit Projekten zu beschäftigen, und ich habe nicht die Zeit, alles zu machen und gleichzeitig ein Vollzeit-Pokerspieler zu sein“, sagte er. „Die Leute haben das mit meinem Ruhestand falsch verstanden, was wahrscheinlich meine Schuld war. Ich habe davon gesprochen, keine WSOP-Events mehr zu spielen. Ich werde aber in einem gewissen Rahmen weiterspielen, so lange ich körperlich dazu in der Lage bin.“

Doyle Brunson
Doyle Brunson bei der 2018 WSOP

Sean Chaffin ist freischaffender Texter in Crandall, Texas. Seine Arbeiten erscheinen auf zahlreichen Websites und in Publikationen. Folgen Sie ihm auf Twitter @PokerTraditions. Er ist auch Gastgeber des True Gambling Stories Podcasts, verfügbar bei iTunes, Google Play, TuneIn Radio, Spotify, Stitcher, PokerNews.com, HoldemRadio.com und TrueGamblingStories.com.

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