Dominik Nitsche beim größten Turnier des Jahres

Dominik Nitsche

Für viele Leute ist es kaum zu begreifen, dass es Pokerspieler gibt, die bei einem einzigen Turnier $1 Million für das Buy-in aufwenden – genau das ist aber gestern im Rio passiert. Der Startschuss für das letzte Event des WSOP-Kalenders 2018, das $1 Million Big One for One Drop, ist am Sonntag gefallen. 24 Spieler waren willens, das absurd hohe Buy-in zu berappen.

Einer von ihnen ist Dominik Nitsche, der die Gelegenheit nutzt, zusammen mit seinem Sponsor 888poker und Van Cine Productions eine Dokumentation zu drehen. Darüber, wie er sich bei diesem exklusiven Event anstellt. Nitsche ist mit dem Plan, der Öffentlichkeit die High-Roller-Welt aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen, an 888 herangetreten. 888 war von der Idee so begeistert, dass der Pokerraum die Produzenten Matt Showell und Alex Konvyes mit der Umsetzung beauftragt hat.

Was wir erwarten können

Mittlerweile gibt es jede Menge Poker-Vlogs. Nitsche wollte seit einer Weile selbst solche Videos drehen und es vielleicht ein bisschen anders machen als seine Kollegen.

„Ich sagte, dass ich so etwas auch machen will, und zwar auf meine Weise“, erzählte Nitsche PokerNews.

Nitsche hat kein Problem damit, alle Einzelheiten des High-Roller-Daseins offenzulegen. Details, in die die Öffentlichkeit selten eingeweiht werden. Eines dieser Details ist zum Beispiel die Frage, wie die Spieler das Geld für das Buy-in zusammenkratzen.

„Wenn man selbst kein Turnier gewonnen hat, ist es schon schwierig, eine Million Dollar in Form von Bargeld zusammenzubekommen. Man muss bei allen möglichen Leuten Geld einsammeln, und das ist viel Arbeit“, so Nitsche gegenüber PokerNews.

Wir haben auch mit den Produzenten der Dokumentation gesprochen, um mehr über die Umsetzung und die Zielsetzung des Projektes zu erfahren.

„Der Plan ist, Dom bei diesem Turnier zu folgen, und abhängig davon, wie weit er es schafft, verändert sich die Art der Dokumentation“, führte Matt Showell von Van Cine Productions aus. „Wenn er den Final Table erreicht, wenn ihm ein Deep Run gelingt, wird das eine fantastische Geschichte.“

„Im Großen und Ganzen ist es ein Blick hinter die Kulissen beim Pokerturnier mit dem höchsten Buy-in der Welt.“

Das Team wird auf jeden Fall täglich Videos mit den Höhepunkten des Tages veröffentlichen, wobei sich die Highlights natürlich auf Nitsche konzentrieren.

„Im Großen und Ganzen ist es ein Blick hinter die Kulissen beim Pokerturnier mit dem höchsten Buy-in der Welt.“

Showell und sein Kollege Alex Konvyes glauben, dass die Dokumentation für alle Poker-Fans und Spieler auf den Low- wie High-Stakes interessant sein wird. Für Showell ist Nitsche ein toller Protagonist für den Film – nicht nur, weil er ein kluger Kopf ist und fantastisch Poker spielen kann, sondern weil er bereit ist, „unzensiert“ zu sein.

„Gerade in der High-Stakes-Welt ist es schwierig, ein klares Bild zu erhalten, was genau passiert. Die wenigsten sprechen gerne offen darüber und Nitsche ist ziemlich offen, was das angeht. Ich denke, er will authentisch sein und er hat das Gefühl, dass der andere Content, den es bereits gibt, mehr daran interessiert ist, schöne Bilder zu transportieren.“

Tag 1 des teuersten Pokerturniers der Welt

Für Nitsche sind die ersten fünf Stunden Spielzeit relativ ruhig vorübergegangen. Trotzdem hatte er Spaß.

„Anscheinend sind die Leute hier, um zu spielen“, verriet Nitsche seinem Kamera-Team, nachdem die zweite Pause des Tages angefangen hatte. „D. Peters ist bereits draußen. Er hat sich an einem großen Bluff versucht und das ist für ihn nicht gut ausgegangen.“

Nitsche hatte ebenfalls einen großen Bluff hinter sich, der aber funktioniert hatte. Abgesehen davon hatte er wenig zu tun.

„Ich habe einen harten Tisch“, sagte Nitsche. „Ich habe gegen Bryn Kenney einen Calldown gemacht, als er eine gute Hand hatte. Später ist ihm aber ein Bluff missglückt und jetzt hat Bryn links von mir wenig Chips, aber es ist immer noch früh.“

Dominik Nitsche
Dominik Nitsche wird beim Big One for One Drop von einem Kamera-Team begleitet

Nitsche hat mit seinem Team über die Wichtigkeit des Table-Draws bei diesen Events gesprochen und er musste zugeben, dass er mit seinem Draw alles andere als zufrieden war.

„Das Problem ist, dass alle am Tisch Freunde sind. Das macht das Spiel recht unprofitabel, aber es macht Spaß.“

„Ich habe keinen guten Table-Draw erwischt“, sagte Nitsche mit einem Lachen. „Mein Tisch ist ein Albtraum. Es ist ein Witz. Draußen habe ich gerade mit Dan Smith gescherzt – ich habe ihn nach dem nächsten Draw gefragt, weil es regelmäßig Redraws geben wird.“

Zu Beginn saß Nitsche nicht nur mit Kenney an einem Tisch. Zu ihnen gesellten sich Dan Smith, Nick Petrangelo, Stephen Chidwick und Adrian Mateos.

„Das Problem ist, dass alle am Tisch Freunde sind. Das macht das Spiel recht unprofitabel, aber es macht Spaß. Ich mag diese Typen und wünsche ihnen nur das Beste, aber jetzt werden wir in den Kampf ziehen.“

„Wir haben auch erkannt, dass wir zu diesem Zeitpunkt alle mindestens 200 Big Blinds haben. Es geht ein bisschen lockerer zu, weil niemand 30 Big Blinds hat und jede Hand ums Überleben kämpfen muss.“

Schließlich hat er einen neuen Tisch zugeteilt bekommen, wie er es sich gewünscht hatte, aber ob sein neuer Tisch so viel besser ist? Sehen Sie selbst:

SeatPlayer
Seat 1Justin Bonomo
Seat 2Cary Katz
Seat 3[empty]
Seat 4Isaac Haxton
Seat 5Fedor Holz
Seat 6Nick Petrangelo
Seat 7Dominik Nitsche
Seat 8Erik Seidel

Auf Grund der deepen Struktur sind die High Roller am 1. Spieltag relativ entspannt – die meisten kennen die langsame Anfangsphase bereits aus anderen Turnieren.

„Am 1. Spieltag sind die Blinds niedrig und jeder ist einfach froh, hier zu sein“, sagte Nitsche. „Und ich glaube, dass Super High Roller nie allzu ernst sind. Wenn man diesen Punkt erreicht hat, spielt man nur noch seine Hände, man muss keine Psychospielchen mit seinen Gegnern treiben. Wenn man anfängt, Hände auf einem hohen Niveau zu spielen, kann man es sich einfach leisten, ungezwungen mit der Situation umzugehen, weil es keinen Grund gibt, ernst zu sein. Es hilft einem in keiner Weise.“

Gameplan

Sein Gameplan besteht darin, einfach sein Spiel zu spielen – und zu tun, was nötig ist.

„Wenn ich am River bluff-raisen muss, werde ich am River bluff-raisen.“

„Ich werde einfach Poker spielen. Wenn ich am River bluff-raisen muss, werde ich am River bluff-raisen. Wenn ich jemanden mit Bottom Pair callen muss, werde ich vermutlich versuchen, mit Bottom Pair zu callen. Hoffentlich treffe ich viele Paare.“

In der letzten Pause des Tages waren noch 22 von 24 Spielern übrig, die Anmeldung ist allerdings bis zum 2. Spieltag möglich. Nitsche hat seinen Stack von 5 Millionen auf 6.950.000 Chips ausgebaut, was etwa 116 Big Blinds entspricht. Wie Nitsche selbst gesagt hat, ist es aber noch zu früh.

Seien Sie gespannt auf die täglichen Video-Updates und die fertige Dokumentation des Van Cine Productions-Teams, die auf der Facebook-Seite von 888poker zu sehen sein wird. In der Zwischenzeit übernimmt PokerNews die Live-Berichterstattung zum Big One for One Drop. Das Turnier geht am Dienstag zu Ende und wir sind gespannt, wie lang Nitsches One Drop-Turnier andauern wird.

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