Die Welt des High-Roller Backings mit 888poker Pro Dominik Nitsche

888poker pro Dominik Nitsche

Mit $100.000 kann man sich eine Menge kaufen. Zum Beispiel ein Apartment. Sie können sich aber auch zwei Corvettes 2018 in die Garage stellen. Wer in die Zukunft investieren will, kauft sich mit dem Geld 275 Aktien von Netflix. Vielleicht springen Sie auch auf den Krypto-Zug auf und legen sich 13 Bitcoins zu. Football-Fans können sich drei Cowboys-Spiele lang in 1A-Luxus-Suites im AT&T Stadium in Dallas einquartieren – auch am 9. Dezember, wenn das Team die Super Bowl-Champions der Philadelphia Eagles zu Hause begrüßt.

Für ein paar Elite-Spieler der Pokerwelt sind $100.000 bloß laufende Geschäftskosten. High-Roller-Turniere sind für einige Spieler zu einer Pflichtveranstaltung geworden, da dem Gewinner hohe Preisgelder winken. Wie groß ist aber der Anteil am Buy-in, den die Spieler aus eigener Tasche zahlen? Auch wenn diese Spieler zu den Besten der Besten gehören, ist das Risiko, sich für einen Betrag zwischen $25.000 und $100.000 – teilweise sogar noch höher – in ein Turnier einzukaufen, für die meisten untragbar.

An dieser Stelle kommt das High-Roller-Staking ins Spiel. Hinter den Spielern stehen finanzstarke „Investoren“, die ihr eigenes Geld aufs Spiel setzen – der finanzielle Anreiz ist groß, auch bei Berücksichtigung von Markups.

Das High Roller-Dasein

888poker-Repräsentant Dominik Nitsche ist mit dem System bestens vertraut und hat sich mit PokerNews darüber unterhalten, wie die Staking-Welt im Detail aussieht und funktioniert.

„Es ist kein Geheimnis, dass hinter den meisten High-Roller-Spielern finanzstarke Investoren stehen.“

„Es ist kein Geheimnis, dass hinter den meisten High-Roller-Spielern finanzstarke Investoren stehen“, sagt er. „Es ist eine Gruppe, die alle Anteile erwirbt, die ein paar der besten Spieler im Teilnehmerfeld verkaufen wollen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ein Spieler versucht, seine Anteile an jemanden zu verkaufen, und diese Person sagt: ‚Du bist gut. Ich werde das Markup bezahlen, damit ist deine Action verkauft und du kannst spielen.’“

Nitsche stellt fest, dass immer noch die Fehlvorstellung im Umlauf ist, dass dieses System nur auf deutsche Spieler zutrifft, aber das ist nicht wahr. Die kleine Backer-Gruppe, die sich an der High-Roller-Action beteiligt, kommt laut Nitsche auch für das Staking von vielen anderen auf.

Unter den Backern finden sich ehemalige Online-High-Stakes-Spieler, die Nitsche zufolge zu den großen Gewinnern gehört haben und ihre Gewinne jetzt als Kapital nutzen, um in Spieler zu investieren. Backing bietet die Aussicht auf große Renditen, auch wenn das Risiko nicht zu verachten ist. Allerdings glauben die Backer wohl, dass ihr Geld so besser angelegt ist als auf dem Aktien- oder Immobilienmarkt, bei Fonds-Depots oder Start-Ups.

Das Backen von High-Stakes-Spielern ist auf jeden Fall lukrativ, wenn ein Spieler Erfolge feiert. High-Roller-Regular Justin Bonomo hat die High-Roller-Szene 2018 im Sturm erobert – wenn wir nur dieses Jahr nehmen, hat er bei Turnieren mit Buy-ins von $25.000 oder mehr $14,6 Millionen gewonnen. Dazu gehört auch sein Sieg beim $300.000 Super High Roller Bowl am 30. Mai für $5 Millionen.

Dominik Nitsche
Dominik Nitsche

Bonomo-Backer können sich glücklich schätzen, was den Ertrag und die Beständigkeit betrifft. An dieser Stelle sollten wir darauf hinweisen, dass wir Bonomo zwar als Beispiel genommen haben, aber nichts über seine Staking-Situation wissen – es ist nur wahrscheinlich, dass er Backer hat.

Auch Nitsche, mit dem wir unser Gespräch geführt haben, hat nach den gleichen High-Roller-Turnieren ein gutes Halbjahr 2018 hinter sich – seine Gewinne belaufen sich auf $1,83 Millionen. Es ist üblich, dass Spieler das Buy-in bei einem Event zum Teil selbst übernehmen, aber wie hoch ist der Prozentanteil bei jedem Turnier?

Das hängt vom Event, dem Spieler und dem Interesse der Backer ab. Manche Spieler verkaufen ihre gesamte Action und spielen im Grunde ein Freeroll. Damit diese Spieler überhaupt einen Grund haben, zu spielen, wird ihnen ein Markup gewährt – auf diese Weise gehören den Spielern am Ende 2 oder 3 Prozent der Gewinne.

„Das ist eine gute Vereinbarung“, sagte Nitsche. „Man muss kein eigenes Geld riskieren, trotzdem spielt man in einem $100K umgerechnet für $3.000 oder $5.000. Das ist also kein schlechtes Geschäft, wenn man ein guter Low-Stakes-Spieler ist.“

„Man muss kein eigenes Geld riskieren, trotzdem spielt man in einem $100K umgerechnet für $3.000 oder $5.000.“

In anderen Fällen kommt ein Spieler für die Hälfte des Buy-ins auf, andere beschränken sich auf 20 Prozent. Nitsche sagt, dass die meisten gestaketen Spieler bei High-Roller-Turnieren im Schnitt 30 - 40 Prozent ihrer Action haben.

Zusätzlich vereinbaren die meisten Spieler mit anderen aus dem Teilnehmerfeld Swaps für nicht mehr als 5 Prozent. Wer nicht weiß, was mit „Swaps“ gemeint ist: Das bedeutet, dass jeder Spieler diesen Anteil an der Action des anderen hat, falls einer oder beide die Preisgeld-Ränge bei diesem Turnier erreichen sollten.

Das Hin und Her bei den Transaktionen

Manch einer fragt sich vielleicht, wie die Buy-in-Transaktionen von High-Roller-Spielern in der Praxis aussehen. Nitsche sagt, das sei nicht so problematisch wie manche glauben, aber es erfordert ein bisschen Vertrauen. Viele Transaktionen werden direkt im Cainso durchgeführt. Spieler A eröffnet ein Konto im Casino und Backer X zahlt das Geld auf dieses Konto ein. Es ist auch nicht unüblich, dass ein Spieler Geld an andere gebackete Spieler verteilt.

Das Gleiche gilt für Spieler, die durch einen Swap oder Staking Schulden untereinander haben. Den Spielern steht es frei, ihr Geld auf das Konto von anderen Spielern überweisen.

„Meistens wird bei den Events mit Bargeld gezahlt, weil wir alle hier in Vegas sind“, sagt er. „Manchmal bekommt man Geld von Spieler X, manchmal bekommt man Geld von jemandem, mit dem man sich gut versteht. Im Grunde wird bei den Events alles mit Bargeld geregelt.“

„Meistens wird bei den Events mit Bargeld gezahlt, weil wir alle hier in Vegas sind.“

„Im Falle von Monaco habe ich für mich eine Überweisung zum Casino durchgeführt. Hier in Vegas hat ein Freund von mir ein Turnier gewonnen, bevor der Sommer gestartet ist, also hat er mir recht viel Geld geschuldet. Dann hat jemand anderes ein Turnier gewonnen. Sie haben alles auf mein Aria-Konto eingezahlt. Eigentlich ist es ganz einfach. Wenn einem dann das Geld ausgeht, gibt es andere Leute, die bei Turnieren im Geld gelandet sind, also fragt man diese Personen, ob sie einen ins Turnier einkaufen können.“

Dieses System ist für viele schwer zu begreifen. Denken Sie daran, dass es hier um zehntausende oder hunderttausende Dollar gehen kann. Es geht nicht darum, einem Kumpel mal eben 50 Euro über PayPal zu schicken.

Für Spieler wie Nitsche ist das System unabdingbar, um in der High-Roller-Pokerwelt bestehen und Geld verdienen zu können. Hin und wieder kommt es zu Ärgernissen, wenn ein Spieler plötzlich nichts mehr von einem Swap wissen will oder den versprochenen Backing-Anteil zurückhält, aber Nitsche sagt, dass das recht selten vorkommt.

„Grundsätzlich ist es überraschend einfach“, sagt er. „Ich habe das Geld für das Triton-Turnier [in Montenegro] von meinem Konto genommen, also habe ich die Buy-ins für die ganze Crew übernommen. Sie alle sind zu mir gekommen und ich bin für die Buy-ins aufgekommen, weil ich Geld übrig hatte. Später haben sie mir das Geld online geschickt oder wir haben es persönlich in Vegas geklärt oder wo auch immer. Sie hätten mir das Geld auch in Monaco bringen können, da ich selbst kein Geld da hatte. Man muss flexibel sein.“

Dominik Nitsche

Sean Chaffin ist freischaffender Texter in Crandall, Texas. Seine Arbeiten erscheinen auf zahlreichen Websites und in Publikationen. Folgen Sie ihm auf Twitter @PokerTraditions. Er ist auch Gastgeber des True Gambling Stories Podcasts, verfügbar bei iTunes, Google Play, TuneIn Radio, Spotify, Stitcher, PokerNews.com, HoldemRadio.com und TrueGamblingStories.com.

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