Gordon Vayo verklagt PokerStars wegen Einbehaltens eines $692,000 Gewinns

Gordon Vayo

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Der Poker-Profi Gordon Vayo hat gegen den Online-Pokerraum PokerStars eine Klage eingereicht, weil der Anbieter ihm $692.000 nicht auszahlen will. Bei der Summe handelt es sich um das Preisgeld, das er während der SCOOP 2017 unter dem Alias „holla@yoboy“ gewonnen hat, wie Forbes SportsMoney am Dienstag berichtet hat. Mit der Klage befasst sich jetzt das U.S. District Court for the Central District of California. Dem Pokerraum werden unter anderem Betrug und betrügerische Handlung, Werbebetrug und Vertragsbruch vorgeworfen. Das Klageschreiben können Sie bei Interesse auf der Website courthousenews.com(PDF) abrufen.

Vayo ist durch seinen zweiten Platz beim WSOP Main Event 2016 bekanntgeworden – dafür gab es $4,66 Millionen. Insgesamt belaufen sich seine Live-Turniergewinne auf mehr als $6,23 Millionen und auch online kann er auf viele Erfolge zurückblicken. Dass er im vergangenen Jahr ein SCOOP-Event gewonnen hat, ist nicht zu bestreiten – tatsächlich findet sein Sieg im SCOOP #1-H $1.050 NLHE sogar im offiziellen PokerStars-Blog Erwähnung.

"Herr Vayo hatte unbestrittene Beweise vorgelegt - die auch die beklagte Partei nicht bestreitet -, dass er sich an den ersten beiden Tagen des SCOOP-Turniers tatsächlich in Kanada aufgehalten hat.

Allerdings konnte er sich das Preisgeld nie auszahlen lassen – PokerStars startete eine Untersuchung, um herauszufinden, wo sich Vayo während des Events aufgehalten haben könnte. PokerStars postulierte, dass Vayo sich während des gesamten Turniers oder nur zeitweise in den USA aufgehalten haben könnte, was gegen die AGB von PokerStars verstoßen würde.

Wie dem Forbes-Artikel zu entnehmen ist, bestreitet Vayo diese Behauptung und stellt fest, dass er PokerStars Beweise geliefert habe, die einwandfrei bestätigen würden, dass er während des kompletten Turniers in Kanada war. PokerStars blieb dabei, dass es trotzdem „nicht unvorstellbar“ wäre, dass Vayo während des Turniers zumindest zeitweise in den USA war.

Ein Sprecher der The Stars Group gab dazu folgende Antwort:

"Wir können uns nicht zu anhängigen Rechtsstreitigkeiten äußern, und unsere Ermittlungen in dieser speziellen Angelegenheit sind noch nicht abgeschlossen. Als Betreiber der am meisten regulierten Pokerseite der Welt glauben wir jedoch, dass wir die Pflicht haben, die Integrität des Spiels zu schützen und sicherzustellen, dass wir eine sichere und faire Pokerplattform anbieten, indem wir unsere Nutzungsbedingungen durchsetzen. Wir haben allein in diesem Jahr über eine halbe Milliarde Dollar an Turniergewinnen ausgezahlt und werden weiterhin strenge Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz unserer Spieler treffen."

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Vayos Sicht der Dinge

Vayo äußerte sich im Forbes-Artikel wie folgt zu PokerStars’ Vorgehensweise:

„Sie haben es zum Brauch gemacht, US-Staatsbürger auf PokerStars.com spielen zu lassen, sie haben es erlaubt und Spieler dazu ermuntert und kein Problem damit gehabt, Einzahlungen entgegenzunehmen – in vielen Fällen jahrelang. Sobald ein US-Bürger auf PokerStars.com eine signifikante Summe gewinnt, führen sie eine Scheinuntersuchung durch, um die Aktivitäten des Spielers zu durchleuchten und den Ort, von dem sich der Spieler Zugang zur Seite verschafft hat, festzustellen. Dabei kehren sie die Beweislast um und fordern, dass der Spieler rückwirkend beweisen soll, dass es ‚unvorstellbar’ ist, dass seine oder ihre Sessions in den USA stattgefunden haben, um eine Ausrede zu haben, die Auszahlung zu verweigern.“

Vayo ist der Meinung, dass Stars’ Forderung seine Rechte als Spieler verletzt, da Geld ohne jeden Beweis zurückgehalten wird. Er hofft, dass seine Klage gegen das Unternehmen die Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt, mit dem er sich im vergangenen Jahr herumschlagen musste.

VPN

Der Klageschrift ist zu entnehmen, dass Vayo ein Virtual Private Network (VPN) genutzt hat – etwas, was PokerStars in seinen AGB klar untersagt.

Obwohl Mr. Vayo nicht verstehen konnte, was den Antragsgegner zur plötzlichen Untersuchung veranlasst haben könnte, vermutete er, dass der Sachverhalt mit einem Problem mit der VPN-Verbindung zusammenhängen könnte, die er genutzt hatte, um auf bestimmte Internetseiten zuzugreifen – ein Problem, das vom März bis Mai 2017 Bestand hatte. Er antwortete noch am gleichen Tag, also am 5. August 2017 – weniger als zwei Stunden nachdem die E-Mail des Antragsgegners bei ihm eingegangen war –, auf die Nachricht und informierte den Antragsgegner über das VPN-Problem, mit dem er im Frühjahr zu kämpfen hatte.

Die Klage stellt auch fest, dass Vayo bewiesen hätte, dass er zumindest an den ersten beiden Tagen des Events in Kanada war:

60. Der Antragsgegner stellte diese Behauptung auf, obwohl der Antragsgegner selbst Mr. Vayos Login-Daten während des SCOOP-Tuniers gar nicht in Frage gestellt hatte, und obwohl Mr. Vayo nicht zu bestreitende Beweise vorgelegt hatte – die der Antragsgegner nicht bestritten hat –, die darlegen, dass er sich an den ersten beiden Tagen des SCOOP-Turniers, am 20. und 21. Mai, tatsächlich in Kanada aufgehalten hat, und die es ihm praktisch unmöglich machen (um nicht zu sagen unerklärlich), während eines laufenden, intensiven, großen Turniers, bei dem fast rund um die Uhr gespielt wird und hohe Konzentration vonnöten ist, und bei dem es nur kurze Unterbrechungen gibt, um zu schlafen und zu essen, in die USA zu reisen.

Präzedenzfall

2007 bekam eine WCOOP-Gewinnerin, die unter dem Alias „TheV0id“ gespielt hatte, ihr Preisgeld nie ausgezahlt, da PokerStars vermutete, dass die Account-Besitzerin mit mehr als einem Account im gleichen Turnier gespielt und damit gegen die AGB verstoßen hat. Ein anschließender Rechtsstreit, der von der Account-Besitzerin Natalie Teltscher – sie ist die Schwester des passionierten Pokerspielers Mark Teltscher – ausging, wurde ein paar Monate später fallengelassen.

In diesem Fall wurde den anderen Spielern rückwirkend ein Preisgeld-Sprung ausgezahlt, da alle einen Platz nach oben gerutscht sind. Der eigentliche Runner-Up „ka$ino“ war plötzlich der Gewinner; die ehemalige PokerStars Team Pro-Spielerin Vanessa Rousso war unter dem Spitznamen „LadyMaverick“ eigentlich Dritte geworden und erhielt jetzt das Preisgeld für den Runner-Up.

In Fällen, wo Multi-Accounting festgestellt werden konnte, geht PokerStars fast immer so vor, dass der Preispool unter den anderen Spielern aufgeteilt wird. Manchmal spendet PokerStars das Geld aber auch für einen wohltätigen Zweck.

Als der niederländische Pokerspieler Jimmy Jonker mit dem Pseudonym “zeurrr“ bei einer Special Edition der Sunday Million im März 2011 den vierten Platz für $518.000 erreichte, wurde ihm sein Preisgeld entzogen, nachdem bekanntgeworden war, dass er noch minderjährig war. In diesem Fall spendete PokerStars $518.000 an eine wohltätige Stiftung, wie bei PokerNews.nl nachzulesen ist.

Was mit den $692.000 passiert ist oder passieren wird, die PokerStars Vayo nicht auszahlen will, ist noch nicht bekannt.

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The Stars Group hält einen Großteil an iBus Media

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