Poker Business: PokerStars 2017 mit Umsatzplus

PokerStars

partypoker ist nicht der einzige größere Pokerbetreiber, der finanziell gesehen positiv auf das Jahr 2017 zurückblicken kann.

Wenige Tage nach den aufgetauchten Berichten über die strahlenden Finanzwerte des Rivalen GVC Holdings hat PokerStars nachgezogen. Am Mittwoch hat der Betreiber seine Erfolge bei einer Telefonkonferenz mit den Investoren dargelegt.

Die gigantische Größe und der Marktanteil machen es PokerStars zwar schwierig, Sprünge beim Wachstum zu machen, trotzdem hatte der Pokerraum Jahreseinnahmen von $877,3 Millionen zu verzeichnen – im Vergleich zu 2016 ist das ein Plus von vier Prozent, wie Poker Industry PRO ($) berichtet. Die Anpassung an die heutigen Wechselkurse zieht die Wachstumsrate etwas nach unten, unter Berücksichtigung der bereinigten Zahlen beläuft sich das Wachstum bei einem Prozent gegenüber 2016.

Die Gesamteinnahmen der Stars Group belaufen sich auf $1,3 Milliarden, das ist ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zu 2016. Auch wenn Poker zum Wachstum des Unternehmens beigetragen hat, sind das Casino- und Sportwetten-Angebot spielend in der Lage, die Wachstumsrate zu übertreffen. Die Einnahmen in diesem Bereich hatten ein Plus von 42 Prozent zu verzeichnen. Für die Investoren sind das wunderbare Neuigkeiten – Poker-Veteranen, die den neuen Fokus des Unternehmens auf profitablere Märkte kritisch beäugen, sehen das vielleicht anders.

Trotzdem hat der CEO des Unternehmens betont, dass Poker nach wie vor an erster Stelle steht.

„Poker bleibt für die Stars Group 2017 der Hauptkanal für die Kundengewinnung. Wir haben damit angefangen, unsere Marketing-Investitionen für diesen Bereich auszubauen“, sagte Rafi Ashkenazi. „Wir beabsichtigen, unsere weltweite Führungsposition im Pokerbereich beizubehalten, indem wir in Marketing investieren und lernen, wie wir das Wachstum des Spiels global antreiben und die Zahl der regulierten Online-Gaming-Märkte erhöhen können.“

Ashkenazi behauptete vor den Investoren kühn, dass das Unternehmen in der bisher „stärksten Position“ überhaupt wäre, wie der Online Poker Report berichtet.

Was sind die Wachstums-Faktoren?

Ashkenazi und seine Kollegen haben diverse Gründe aufgeführt, warum die Umsatzzahlen des Unternehmens weiter gestiegen sind.

Zum einen hat sich die Eröffnung des gemeinsamen Liquiditäts-Marktes in Europa als Segen erwiesen. In den geteilten Pool-Märkten war PokerStars in Frankreich und Spanien bereits besonders stark vertreten. Wenn jetzt Italien und Portugal in den gemeinsamen Pool überführt werden – die Regulierungsbehörden müssen noch ihr Okay geben –, werden die Zahlen wohl weiter steigen. Winamax könnte dem Pokerriesen allerdings noch dazwischenfunken.

Abgesehen von PokerStars Haupt-Spielerpool kann es der gemeinsame europäische Pool mit allen international vertretenen Konkurrenten aufnehmen. Der Traffic-Rangliste von PokerScout zufolge befindet sich das gemeinsame Netzwerk in Sachen Traffic bereits auf dem dritten Platz.

PokerStars ist auch gespannt, wie sich der E-Sports-Hybride Power Up entwickeln wird. Seit letztem Jahr ist das Spiel für Echtgeld spielbar und vor kurzem wurden weitere Buy-in-Kategorien hinzugefügt.

Der Hauptgrund für das Wachstum sind Ashkenazi zufolge aber die Änderungen beim Rewards-System. Die Änderungen hatten den Ärger vieler Pokerspieler auf sich gezogen, vor allem Grinder mit einem hohen Spielvolumen hatten das Gefühl, im Regen stehengelassen zu werden. Das neue System richtet sich nicht mehr allein nach dem Spielvolumen, sondern hat die Rewards-Struktur deutlich abgeflacht.

Ashkenazis Bericht zur Entwicklung der Stars Rewards ähnelt dem, was Eric Hollreiser, VP of Corporate Communications, PokerNews vor kurzem in einem Interview erzählt hat. Er bezeichnete die Änderungen als „sehr erfolgreich“.

„Zwei Drittel unserer Spieler erhalten mit Stars Rewards mehr als durch das vorherige Programm“, sagte er. „Im dritten Quartal des letzten Jahres haben wir gesehen, dass die Zahl der Einzahlungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Das deutet darauf hin, dass es uns mit Stars Rewards besser gelingt, die Spieler bei uns an den Tischen zu behalten. Das geht konform mit unserer Vision, Poker unterhaltsamer, fesselnder und für mehr Spieler zugänglich zu machen.“

Was ist als nächstes geplant?

Um das Unternehmen weiter wachsen zu lassen, sind für die nahe Zukunft mehrere Schritte geplant.

Zum einen hat es zwar den Anschein, dass das Unternehmen seine Bemühungen, Online-Poker zurück in die USA zu bringen, weitgehend eingestellt hat – Gerüchte waren im Umlauf, dass die Lobby-Arbeit zurückgefahren worden ist –, aber das ist wohl nicht der Fall. Das Unternehmen bestätigte, dass es einen Antrag für eine Lizenz im neu regulierten US-Markt Pennsylvania gestellt hat. Wenn der Antrag durchgeht, soll sich Pennsylvania vermutlich dem gemeinsamen Liquiditäts-Pool von New Jersey anschließen.

Die American Gaming Association, ein bekannter Lobbyverein, der die Interessen der Poker-Branche vertritt, hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass TSG eines von sechs neuen Unternehmen ist, das jetzt auf Vorstandsebene mit am Tisch sitzt. Der Mutterkonzern des Poker-Rivalen partypoker, GVC Holdings, ist ebenfalls eines der sechs Unternehmen.

„Diese sechs Branchenführer werden uns dabei helfen, die Interessen der Branche insgesamt effektiv zu verteidigen, und wir freuen uns darüber, ihre Expertise dazugewonnen zu haben“, ließ die AGA in einer Pressemitteilung verlauten.

Die Situation in Kentucky hat weiterhin Priorität. Laut OPR ist es sehr wahrscheinlich, dass der Fall bald beigelegt wird.

Online-Poker zurück nach Kolumbien und Australien zu bringen, könnte ebenfalls auf dem Plan stehen. Und falls und wenn sich Portugal und Italien dem europäischen Markt anschließen, werden die Einnahmen vermutlich wieder einen Sprung nach oben machen.

Der letzte Punkt wird bei einigen Mitgliedern der Poker-Community sicher ein großes Ächzen hervorrufen: PokerStars will sein Treuesystem mit „Stars Rewards 2.0“ weiter verschärfen. Was das im Detail bedeutet, bleibt abzusehen, aber das Unternehmen hat erläutert, dass sich der „strategische Fokus auf High-Value-Kunden“ bezahlt gemacht hat. Wer vom neuen System also profitiert hat, wird vermutlich noch stärker profitieren, und wer dem System ablehnend gegenüberstand, wird die nächsten Änderungen in puncto Stars Rewards alles andere als begrüßen.

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The Stars Group hält einen Großteil an iBus Media

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