WSOP 2018
2018 World Series of Poker

Toby Lewis gewinnt das Aussie Millions Main Event

2018 Aussie Millions winner Toby Lewis

Toby Lewis kam als Chipleader an den Tisch und war der Spieler mit den meisten Live-Cashes – die Favoritenrolle am Final Table des Aussie Millions Main Events 2018 im Crown Melbourne war also klar verteilt.

Lewis: „Ich habe zuletzt hart an meinem Spiel gearbeitet, mehr als jemals zuvor. Ich fühle mich einfach wohl.“

Der ehemalige EPT-Champion und erfolgreiche Online-Spieler wollte sich diese Chance auf keinen Fall nehmen lassen, aber entgegen aller Erwartungen will der 28-jährige Poker-Profi aus England vor dem Final Table keinen Druck gespürt haben.

„Ich bin wahrscheinlich so ruhig wie noch nie vor dem Beginn eines Major-Final Tables“, sagte Lewis. „Ich habe zuletzt hart an meinem Spiel gearbeitet, mehr als jemals zuvor. Ich fühle mich einfach wohl. Ich hatte ein gutes Gefühl für die Spieler, gegen die ich gespielt habe.“

„Ich habe mich von den sozialen Medien weitgehend ferngehalten und versucht, mich nicht zu stark zu hypen.“

Anscheinend hat das funktioniert. Lewis war am Sonntag auf der großen Bühne des Crowns unglaublich dominant – er nutzte seinen Chiplead gnadenlos aus, um seine Gegner zu überrennen und A$1.458.198 mit nach Hause zu nehmen. 800 Spieler hatten das Event gespielt – ein Rekord für das 21 Jahre alte Turnier. Dass die Siegprämie etwas kleiner ausgefallen ist als offiziell ausgeschrieben, hängt mit einem 3-way-Deal zusammen, auf den sich Lewis, Stefan Huber, und Espen Solaas geeinigt hatten. Lewis garantierte sich so das Preisgeld für den zweiten Platz, für den Sieg gab es weitere $A75.000 und ein Bracelet.

Offizielles Finaltisch Errgebnis

PlacePlayerHome CountryPrize in AU$Prize in US$
1Toby LewisUnited KingdomAU$1,458,198$1,156,653*
2Stefan HuberSwitzerlandAU$909,699$721,579*
3Espen SolaasNorwayAU$1,177,103$933,686*
4Chul-Hyon ParkAustraliaAU$470,000$372,807
5Mike Del VecchioUnited StatesAU$370,000$293,486
6Ben RichardsonAustraliaAU$300,000$237,962
7Johan SchumacherBelgiumAU$235,000$186,403

Als der Live-Stream mit Jason Somerville und Co. auf dem Run It Up-Channel gestartet wurde, traf Lewis von Anfang an starke Hände, um seine Gegner permanent unter Druck setzen zu können. Vielleicht war das bereits ein Hinweis darauf, was uns bevorstehen würde.

Der Spieler, der am wenigsten zu verlieren hatte – Johan Schumacher – erlebte das genaue Gegenteil. Zweimal bekam er seinen Stack als Favorit in die Mitte, beide Male dominierte er die Hand seines Gegners. Belohnt wurde er mit einem Chop und dem Ausscheiden. Bei der zweiten Hand bastelte sich Solaas einen Flush mit Sieben-Fünf suited gegen Schumachers Pocket-Fünfer.

Park: „Es war die stressigste Sache, die ich in meinem ganzen Leben erlebt habe.“

Lewis war aber auch in der Lage, einen starken Fold hinzulegen. Auf einem Sieben hoch-Board warf der Brite Zehner in den Muck – und hatte Recht, da Chul-Hyon Park auf dem Turn ein Set Siebener getroffen hatte. Lewis umschiffte das Minenfeld, um den Chiplead beizubehalten, auch wenn Solaas immer noch brandgefährlich war.

Der Norweger bekam so ziemlich alle Hände ausgeteilt, die man sich an einem Final Table wünschen kann, aber die Dinge entwickelten sich nicht immer wie gedacht. Gegen Ben Richardsons Ass-Dame konnte er sich zwar mit Königen behaupten, aber danach verlor er zwei große Pots. Erst wurden seine Könige von Hubers Ass-Vier geknackt, danach lief er mit Ass-König in Parks Asse.

Ben Richardson
Ben Richardson

Zwar war er mit einem größeren Stack an den Final Table gekommen, aber am letzten Spieltag wollte für Richardson so gar nichts zusammenlaufen.

„Es war ein ziemlich schlechter Start“, sagte er. „Ich habe fast jede Hand verloren, die ich gespielt habe.“

Lewis wiederum bekam mit Ass-König ein Traum-Board gegen Parks Buben ausgeteilt. Auf dem Flop traf er Top-Pair, der Turn brachte ihm Trips und auf dem River war das Full House gebaut. Park bezahlte am River eine große Bet und mit diesem Pot setzte sich Lewis weit von den anderen ab.

Mike Del Vecchio, der einzige Amerikaner am Final Table, hatte im Dezember beim WPT Five Diamond den dritten Platz für $750.000 erreicht. Das war sein bis dato größtes Preisgeld – und dabei sollte es auch bleiben. Mit einem Flushdraw lief er gegen Lewis’ Top-Pair an, verpasste den Draw und musste auf dem fünften Platz die Segel streichen.

4-handed hatte Lewis einen gewaltigen Chiplead inne und die Short-Stacks kämpften erbittert ums Überleben, um im Spiel zu bleiben. Niemand wollte den großen Preisgeld-Sprung verpassen – das rief Lewis auf den Plan, der aufmerksam jeden Blind- und Ante-Einsatz auflas. Park war im Chips-Ranking knapp vor Huber und Solaas und wollte offensichtlich das Ausscheiden seiner Kontrahenten abwarten. Hände wie Pocket-Fünfer warf er gegen Lewis’ Open-Raises konsequent in den Muck.

„Er wusste, dass er sehr tight agieren musste“, sagte Lewis. „[Huber und Solaas] haben ICM beide sehr gut verstanden. Für beide ist es eine absolute Katastrophe, gegen mich All-in zu gehen. Es war einer dieser Spots, in denen irgendjemand irgendwann All-in gehen muss, aber niemand All-in gehen will.“

Stefan Huber
Stefan Huber

Park war der Spieler, der schließlich gehen musste. Kein Aussie Millions-Final Table scheint ohne einen Satellite-Spieler auszukommen, dem ein Wahnsinns-Run gelingt. 2018 übernahm Park diese Rolle – nur ein Jahr nach Shurane Vijayarams Sieg beim Event 2017. Allerdings reichten seine Damen am Ende nicht aus, um gegen Solaas’ Pocket-Siebener zu bestehen.

„Es war die stressigste Sache, die ich in meinem ganzen Leben erlebt habe“, sagte Park nach seinem Ausscheiden. „Es war schwierig, gegen all diese Profis zu spielen. Ich war klar unterlegen und hatte die wenigste Erfahrung. Aber ich habe es sehr genossen und hoffentlich kann ich es nochmal schaffen.“

Die drei Profis begannen, über einen Deal zu sprechen, und schließlich trafen sie eine Einigung. Um A$75.000 und den Titel sollte gespielt werden, aber nach dem Deal hatten sie A$1.383.198 (Lewis), A$1.177.103 (Solaas) und A$909.699 (Huber) sicher.

Lewis hatte sich damit bereits den größten Cash garantiert.

„Natürlich war ich überwältigt“, sagte er. „Ich habe vor beiden Spielern viel Respekt. Diese Spots gibt es nicht sehr oft, daher wollte ich sicherstellen, dass ich einen Großteil meiner Equity realisiere.“

Lewis: „Ich hätte gerne ein bisschen mehr bekommen. Aber Espen hat sehr hart verhandelt.“

„Ich hätte gerne ein bisschen mehr bekommen. Aber Espen hat sehr hart verhandelt.“

Danach wurde das Spiel deutlich aggressiver – die Spieler raisten häufiger und Jams waren looser als vorher. Solaas rannte mit Ass-Neun gegen Lewis’ Könige und war der Erste, der das Profi-Trio auflösen musste.

Obwohl er in den letzten zwei Tagen in wichtigen Spots viel Pech hatte – Solaas verlor am 4. Spieltag einen Monster-Flip gegen Lewis, der dem Norweger bei zwei Tischen 40 Prozent der Chips eingebracht hätte –, behauptete er, Glück gehabt zu haben. Er lobte die Angestellten, ein tolles Event mit einer großartigen Struktur auf die Beine gestellt zu haben.

Lewis hatte gegen Huber eine deutliche Führung inne und es dauerte nicht lange, ihn aus dem Turnier zu befördern – sehr zur Enttäuschung der lebhaften, Bier schluckenden, deutschen Unterstützer. Trotzdem wird sich Hubers Charity, Raising for Effective Giving, in den nächsten Tagen wohl über eine großzügige Spende freuen können.

Die britischen Profi-Kollegen Sam Grafton und Ludovic Geilich gratulierten Lewis zum Sieg und umarmten ihn, nachdem die letzte Karte aufgedeckt worden war. Lewis wies darauf hin, dass ihm vor allem Grafton am freien Tag vor dem Final Table geholfen hätte. Am Samstag hatten sich die beiden stundenlang auf den letzten Tag vorbereitet.

Toby Lewis and friends
Toby Lewis und Freunde

Toby Lewis Statistiken

England All Time Money List22nd
All Time Money List376th
Global Poker Index Ranking711th
Total Live Earnings$4,379,236

Toby Lewis' Größte Gewinne

YearBuy-inEventPositionPrize
2018AU$10,000Aussie Millions Main Event1st$1,156,653
2010€5,300EPT Vilamoura1st$594,568
2013€25,500EPT Grand Final High Roller5th$304,735
2016$5,300PCA Main Event4th$267,340
2013$10,000LAPC Main Event6th$193,560
2012$5,250EPT Grand Final 6-max2nd$170,469
2015$10,000WSOP Main Event53rd$137,300
2017$1,675WSOP Circuit LA2nd$134,145
2010£1,100UKIPT London1st$105,474
2014$4,400WPT Merit North Cyprus4th$102,820
Melbourne Skyline - Yarra River

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