WSOP 2018
2018 World Series of Poker

Sam Greenwood gegen deutsche Spieler wegen Tournament Scouting

Stefan Schillhabel, Koray Aldemir, Steffen Sontheimer, Sam Greenwood

Gleich nachdem er das A$50.000 High Roller bei den Aussie Millions gewonnen hatte – das Teilnehmerfeld bestand nur aus vier Spielern –, meldete sich Sam Greenwood auf Twitter zu Wort. Er beschwerte sich über das Verhalten einiger nicht angemeldeter Spieler, die sich im Turnierbereich aufgehalten hätten, um das Teilnehmerfeld der (Super) High Roller-Turniere auszukundschaften.

Greenwood, selbst ein Regular auf dem High Roller-Circuit mit Live-Turniergewinnen von $7.336.466, ging mit seinen Profi-Kollegen hart ins Gericht. Sie wären „im Turnierraum herumgeschlendert“ und hätten „darauf gewartet, ob das High Roller ‚gut’ werden würde.“

Die Problematik bei High Roller-Turnieren

Ein Pokerturnier kann nur gestartet werden, wenn sich genügend Spieler eingekauft haben. Falls ein Turnier startet, ohne dass sich genug Spieler angemeldet haben, kann das Turnier in manchen Fällen vorbei sein, bevor die verspätete Anmeldung zu Ende ist. Bei den meisten Turnieren ist das kein großes Problem, da sich mehr als genug Spieler angemeldet haben, bevor das Turnier beginnt. Bei Events mit größeren Buy-ins, an denen naturgemäß weniger Spieler teilnehmen, ist das nicht immer der Fall. Daher erfolgt der Startschuss bei Super High Roller-Events oft erst später als eigentlich geplant.

„Wer im Turnierraum herumschlendert und darauf wartet, ob das High Roller ‚gut wird’, sollte dazu gezwungen werden, in einem ‚Pen of Shame’ zu warten.“

Spieler, die darüber nachdenken, sich in Events mit großen Buy-ins einzukaufen, wollen vorher häufig wissen, mit wem sie spielen werden, bevor sie ihr Geld riskieren. Da diese Spieler aber gar nicht an den Tischen sitzen, weil das Turnier noch nicht begonnen hat, starten manche Events überhaupt nicht.

In seinem verärgerten Tweet trat Greenwood dafür ein, einfach mit dem Spielen anzufangen, statt darauf zu warten, wer sich noch so anmelden wird. Damit bezog er sich nicht nur auf das Aussie Millions-Event, an dem nur Jan-Eric Schwippert, Alex Foxen, Koji Fujimoto und er teilgenommen hatten, sondern er verwies auch auf eine ähnliche Situation in Prag. Auch dort wurde das Event verzögert, bis es schließlich mit Timothy Adams, Daniel Dvoress, Christopher Kruk, Orpen Kisacikoglu, Jean Ferreira und Sam Greenwood an den Tischen begann.

25 Twitter-Nutzer setzten ein Like unter Greenwoods Tweet, drei von ihnen sandten einen Retweet ab. Zu letzteren gehörten WSOP Main Event-Champion Joe McKeehen und UKIPT Edinburgh 2010 Side Event-Champion Niall Farrell. Greenwood verfasste auch noch einen zweiten Tweet, in dem er erklärte: „Und wenn man nicht gewillt ist, Spiele zu starten oder rechtzeitig aufzutauchen, gehört man nicht zu den Besten der Welt.“ Am Ende der Nachricht war ein Emoticon der deutschen Flagge zu sehen, für diesen Tweet gab es weitere 29 Likes.

Die Deutschen melden sich zu Wort

Die deutsche Flagge am Ende seines zweiten Tweets machte klar, wer der Adressat seiner Twitter-Standpauke war. Die deutschen High Stakes-Spieler, über die wir vor kurzem ausführlich berichtet haben, reagierten in Windeseile auf die Anschuldigungen.

Koray Aldemir erklärte, dass einige der deutschen High Roller-Spieler gar nicht in Prag waren. Die beiden, die im Turnierraum gewartet haben, hätten Probleme mit einer Banküberweisung gehabt und kein Interesse daran gehabt, das Teilnehmerfeld auszukundschaften.

Steffen Sontheimer, Stefan Schillhabel und Dietrich Fast, allesamt deutsche Regulars auf dem High Roller-Circuit, antworteten ebenfalls auf Greenwoods Tweet:

Auch wenn es für Poker-Fans, Turnierveranstalter und Spieler ärgerlich ist, wenn Events nicht wie geplant starten, bleibt die Frage offen, ob es die Situation verbessern würde, wenn die deutschen Spieler von Anfang an den Tischen sitzen würden. Wie Stevan Chew anmerkt, wirken die Turniere dadurch erst recht nicht einladend und der positive Effekt, den sich Greenwood erhofft, tritt nicht ein.

Die Debatte geht online munter weiter – und wahrscheinlich auch im echten Leben, wenn sich die High Roller beim nächsten großen Event gegenübersitzen. Die A$100.000 Challenge steht im Laufe der Woche noch bei den Aussie Millions ins Haus. Und auf der anderen Seite der Erdkugel steht die US Poker Open in den Startlöchern. PokerNews wird bei beiden Events vor Ort sein, um vom ersten Flop bis zum letzten River über alles Wissenswerte live zu berichten.

Laden Sie 888poker über PokerNews herunter und Sie bekommen $88 in Form von Echtgeld und Turniertickets gutgeschrieben – einfach so, weil Sie einen kostenlosen Account erstellt haben. Wenn Sie Ihre erste Einzahlung vornehmen, wird Ihnen ein 100-Prozent-Bonus bis zu $888 gewährt.

Sie finden de.PokerNews auch auf Twitter und Facebook.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Was denken Sie?
Registrieren Sie sich um einen Kommentar zu hinterlassen oder loggen Sie sich mit Facebook ein

MEHR ARTIKEL

Weitere Artikel