WSOP 2018
2018 World Series of Poker

Kassouf will Spaß nach Prag bringen

Will Kassouf

Ein Jahr später ist Will Kassouf an den Ort seines größten Erfolges zurückgekehrt. Wie es sich für Kassouf gehört, hatte er damals einige Leute verärgert.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat er sich beim European Poker Tour Prague €10.300 High Roller durch ein Teilnehmerfeld mit 407 Entrys bis ins Heads-Up mit Patrick Serda gekämpft. Die beiden trafen eine Deal-Vereinbarung, bei der kontrovers diskutiert wurde, was es eigentlich bedeutet, ein Turnier zu gewinnen.

Kassouf, der deutlich weniger Chips als sein Gegner hatte, wollte unbedingt EPT High Roller-Champion werden und die prestigeträchtige Trophäe mit nach Hause nehmen. Also handelte er den Titel als Bedingung aus, dafür überließ er Serda einen Großteil des Geldes, das ihm zugestanden hätte. Für den gesprächigen Engländer gab es €532.000, Serdas „zweiter“ Platz war €719.000 wert.

„Ich muss mich bei den Hatern fürs Haten bedanken.“

Manche Leute verspotteten Kassoufs Sieg und beschuldigten ihn, die Trophäe gekauft zu haben. Wieder andere bestanden darauf, dass Verhandlungsgeschick bei Deals zum Spiel dazugehören würde. Kassouf selbst behauptet, dass er lediglich eine Abmachung getroffen hat, die ihm sinnvoll erschien.

„Unternehmerisch hatte ich mehr Interesse daran, den Titel und die Trophäe zu bekommen“, gab er während einer Pause bei der €1.100 PokerStars Championship Prague National Championship zu. „Für Endosement-Deals, Sponsorenverträge und so weiter war es sinnvoll – ich musste die Trophäe haben, um das Jahr abzurunden.“

Tatsächlich ist Kassouf seither bei jedem Turnier mit Aufnähern zu sehen. Das Geld kann ihm aber auch nicht egal gewesen sein – vor allem, da es Kassouf gelungen war, sich für €1.500 zu qualifizieren.

„Und das an meinem Geburtstag“, sagte er nach dem Erfolg. „Es war ein toller Sieg. Ich war auch noch short am Final Table. Kann mich nicht beschweren.“

Will Kassouf
Will Kassouf

Serda erzählte PokerNews früher in diesem Jahr, dass er froh war, €10.000 mehr bekommen zu haben, als ihm nach einem Chip-Chop-Deal zugestanden hätten. Er war der Meinung, dass der Deal für beide Spieler von Vorteil war, um ihre Poker-Ziele zu erreichen.

Als wir ihn auf die Deal-Reaktionen der Pokerwelt angesprochen haben, grinste Kassouf und antwortete auf die für ihn typische Art und Weise.

„Hater werden ihrem Hass immer freien Lauf lassen“, sagte Kassouf. „Ich muss mich bei den Hatern fürs Haten bedanken.“

Der offene Brite, der es niemandem übelnimmt, der ihn mit Verachtung straft, hat Gefallen an den Kontroversen gefunden. Das Spiel würde keinen Spaß machen, wenn alle gleich spielen würden, und die Welt wäre langweilig, wenn die Leute keine widersprüchlichen Ansichten hätten – so Kassouf.

Kassouf freute sich vor allem über die Umfrage, die PokerStars Team Pro Daniel Negreanu auf Twitter initiiert hatte – der berühmte Kanadier fragte seine Follower, ob sie Kassouf lieben oder hassen. Das Ergebnis der Umfrage war gespalten und Kassouf erinnert sich, dass nur knapp zu seinen Gunsten entschieden worden war, und das ist völlig in Ordnung für ihn.

Außerdem glaubt er, dass seine Verhaltensweise am Tisch langfristig gut für Poker sei.

„Poker braucht Charaktere“, sagte er. „Es ist ein Spiel, das sterben wird, wenn die Leute Hoodies und Kopfhörer tragen und 12 Stunden lang kein Wort sprechen.“

„Es ist gut, den unterhaltsamen Aspekt zurückzuholen.

Unabhängig davon, ob man den ersten Platz von Kassouf als Sieg oder Nicht-Sieg einstuft, ist das Erreichen des Heads-Ups in einem EPT €10K ein respektabler Erfolg. Kassouf konnte sich endlich beweisen und der Welt zeigen, dass sein 17. Platz beim 2016 World Series of Poker Main Event, kein glücklicher Zufall gewesen war.

Hier in Prag geht es für ihn bei der National Championship um eine Siegprämie von €338.000 – abgesehen von Kassouf sind noch weniger als 200 Spieler übrig, zu Beginn war das Teilnehmerfeld 2.117 Spieler groß. Auch wenn das Preisgeld ansprechend ausfallen würde und er beim anstehenden €10K seinen Titel verteidigen könnte, will Kassouf vor allem das Main Event gewinnen.

Völlig egal, welche Events er spielt, darf er nicht unachtsam werden. Die relativ neue Rolle als Poker-Bekanntheit und seine große Klappe haben ihn zum Ziel gemacht.

„Viele Leute versuchen, mich mit ‚nine high like a boss’ zu bluffen“, sagte er mit einem Lächeln und bezieht sich damit auf seine bekannte Line von der WSOP 2016. „Ich begrüße das, ich liebe es. Es ist gut für Poker, Freizeitspieler an den Tisch zu bekommen, die Spaß beim Spielen haben.“

„Es ist nicht gut, wenn ein Haufen Nits einwandfreies Poker spielt und niemand irgendetwas sagt. Es ist gut, den unterhaltsamen Aspekt zurückzuholen.“

William Kassouf - EPT Prague 2016 €10,300 High Roller Winner
William Kassouf - EPT Prague 2016 €10,300 High Roller Sieger

Noch keinen PokerStars Account? Machen Sie noch heute einen PokerStars Download mit dem Marketingcode "PNEWS6" und genießen Sie die Action.

Sie finden de.PokerNews auch auf Twitter und Facebook.

Bekanntgabe: The Stars Group hält einen Großteil an iBus Media

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Was denken Sie?
Registrieren Sie sich um einen Kommentar zu hinterlassen oder loggen Sie sich mit Facebook ein

MEHR ARTIKEL

Weitere Artikel