Daniel Negreanu über die Änderungen bei PokerStars Events

Daniel Negreanu

Der Trailer zur PokerStars Players No Limit Hold’em Championship beginnt mit den Worten: „Ein Pokerturnier ist der ultimative Spieler-Wettstreit.“

Mit der letzten Ankündigung hat PokerStars unter Beweis gestellt, dass der Anbieter seinen Spielern Gehör schenkt. Zum einen kommen die beliebtesten Poker-Touren wieder zurück, zusätzlich hat PokerStars die PokerStars Players Championship ins Leben gerufen, die im Januar 2019 zum ersten Mal stattfinden wird.

Frank Op de Woerd von PokerNews hat ein Gespräch mit Daniel Negreanu geführt, um zu erfahren, was der Team PokerStars-Profi von den Änderungen hält und wie er zu den Mitbewerbern steht, die sich im Live-Turnier-Bereich breitgemacht haben.

Am Freitag gab es zwei große Ankündigungen: Die extrem beliebten regionalen Touren EPT, LAPT und APPT sind ab nächstem Jahr wieder am Start. Außerdem wurde die PokerStars Players Championship angekündigt.

Negreanus Meinung

„Das wird glaube ich fantastisch. Wenn man aus Spielersicht darüber nachdenkt, was wünscht man sich von einem Turnier?“, fragte Negreanu. „Value! Spieler wollen wissen, dass es ein gutes Turnier sein wird. Und genau das bekommen sie, da PokerStars acht Millionen Dollar beisteuern wird – für 300 Seats und eine Million als Siegprämie für den Erstplatzierten extra obendrauf. Und es wird kein Rake erhoben, selbst wenn man sich direkt für $25K einkauft.“

Na gut, zugegeben: Das ist Value!

Es ist positiv, dass PokerStars zwischen der Ankündigung und dem Stattfinden der ersten Players Championship über ein Jahr verstreichen lässt. So haben Spieler Planungssicherheit – und Zeit, um Geld für das Buy-in zu beschaffen oder herauszufinden, welche Events sie wann spielen müssen, um sich einen Platinum Pass zu verdienen.

PokerStars hat ebenfalls mehr Zeit, um ein spektakuläres Event auf die Beine zu stellen. „Wir wollen es anders angehen als jedes andere Pokerturnier“, erklärte Negreanu. „Wir wollen den roten Teppich ausrollen und zeigen, dass PokerStars seine Community nicht verlassen hat. Wir hatten in der letzten Zeit ein turbulentes Miteinander, die Änderungen und das Turnier sind eine Möglichkeit, um die Leute wissen zu lassen, dass wir unsere Ursprünge nicht vergessen haben. Dies ist ein guter Weg. Warum sollte man das Turnier schließlich nicht spielen wollen?“

„Wir wollen es anders angehen als jedes andere Pokerturnier.“

Negreanu ist von den Änderungen sichtlich begeistert. Da er „bloß“ Mitglied des PokerStars Team Pros bleibt die Frage offen, wie viel er mit den Änderungen zu tun hatte.

„Als wir den Namen geändert haben, war für mich klar, dass viele Leute enttäuscht waren, weil die EPT eine langjährige Geschichte hatte“, sagte Negreanu, als er zu seiner Rolle bei den Änderungen gefragt wurde. „Hatte die neue Marke wirklich einen positiven Effekt? Ehrlich gesagt hat es sich nicht so angefühlt, als ob es Auswirkungen hatte. Eine Möglichkeit, den Spielern 2018 zu zeigen, dass PokerStars die Spieler am Herzen liegen, ist, ihnen die EPT zurückzugeben, die LAPT zurückzugeben, und die APPT. Was mich betrifft, war das eine recht klare Entscheidung. Für die Durchführung war nur ein bisschen logistische Arbeit erforderlich.“

Die Reaktionen auf die Ankündigungen fiel bisher positiv aus:

Ähnliche Tweets lassen sich in den Timelines vieler anderer Spieler, bei Poker-Medien und Poker-Fans finden.

Ein noch nie dagewesenes $25K

Es ist fast unvorstellbar, dass 300 zufällige Spieler die Gelegenheit bekommen werden, bei einem High Roller-Turnier mitzumischen – bei einem Event, das normalerweise nur reichen und/oder sehr talentierten Pokerspielern vorbehalten ist.

Negreanu wurde gefragt, was er davon hält, dass die PokerStars Players Championship vor allem der High-Stakes-Community zugutekommt, da 300 Spieler, die normalerweise keine $25K-Turniere spielen, plötzlich gegen die besten und erfahrensten Spieler auf dem Planeten antreten müssen.

„Ja, ich denke, dass diese Spieler davon profitieren werden. Die Besten der Besten werden am meisten Value abbekommen“, sagte Negreanu. „Aber ich sehe das ein bisschen anders und würde sagen, dass Spieler, die keine $25Ks spielen – $5K-Grinder zum Beispiel –, wegen des zusätzlichen Values Action verkaufen können, um das Turnier zu spielen. Ich glaube, dass wir viel mehr Spieler sehen werden, die keine High Rollers oder Super High Rollers spielen, aber zu den Circuit-Grindern gehören und im Laufe des Jahres einen Weg finden werden, Geld zur Seite zu legen oder Anteile zu verkaufen, um dieses Turnier spielen zu können.“

Negreanu geht fest davon aus, dass das Teilnehmerfeld sehr groß ausfallen und aus High- und Mid-Stakes-Grindern sowie Low-Stakes-Spielern bestehen wird. Und bei anderen Turnieren mit großen Teilnehmerfeldern haben wir bereits gesehen, dass alles möglich ist. Ist das nicht der Grund, warum Spieler mit Blick auf die Siegprämie Shots wagen?

„Ich hätte lieber weniger Events, würde diese aber groß, besonders und gut machen.“

Negreanu wurde gefragt, ob er mehr Details als die Ankündigung preisgeben kann, was die Vergabe der Passes betrifft. Anscheinend winken einige Passes bei Turniersiegen als Belohnung, andere sollen zufällig verlost werden.

Negreanu führt das Ganze näher aus: „Es wird viele verschiedene Wege geben, wie man sich qualifizieren kann, und Skill spielt nicht immer die Hauptrolle. Manche Packages werden vergeben, weil man ein Turnier gewonnen hat. Oft wird man einen Seat bekommen, weil man etwas gewonnen hat, aber nicht immer. Manchmal wird es ausreichen, einfach nur teilzunehmen.“

Für den Platinum Pass bei Teilnahme hat Negreanu ein Beispiel parat: Demnach würde PokerStars am 2. Spieltag eines Turniers einen zufälligen Tisch auswählen und den Platinum Pass bei einer bestimmten Hand vergeben. Der Gewinner des Pots erhält den Pass. Negreanu geht von einer 50:50-Verteilung aus – die Hälfte der Passes gibt es für Turniersiege und andere Promotions, bei denen das Spielgeschick von Bedeutung ist, die andere Hälfte wird verlost.

Die EPT aus der Vergangenheit hatte 13 Events, dieses Jahr fanden sieben Championships statt. Die neue und verbesserte EPT sieht allerdings nur noch vier Events vor, als Spielorte wurden bereits Sotschi, Monte Carlo, Barcelona und Prag ausgewählt.

Negreanu geht auf die Verringerung ein: „Vier sind weniger. Insgesamt haben wir aktuell viele Events, wir liegen glaube ich bei etwa 90, was meiner Meinung nach viel zu viel ist. Ich hätte lieber weniger Events, würde diese aber groß, besonders und gut machen. Anstatt jede Menge Events zu haben, die alle in Ordnung sind, ist es viel wichtiger, Stops zu haben, die einfach großartig sind. Wir sind derzeit übersättigt, es gibt nicht nur uns, sondern auch Wettbewerb unter den Touren. Die Leute haben nur ein begrenztes Budget, um Turniere zu spielen.“

Der Wetteifern der Touren

Negreanu hat den Wettbewerb der Poker-Touren erwähnt. Tatsächlich stellt sich die Frage, ob die Änderungen nur eine Reaktion auf die steigende Popularität von partypoker-Live-Events sind, die inzwischen große Teilnehmerfelder anziehen.

Negreanu liebt den Wettbewerb und glaubt, dass dies für alle Seiten von Vorteil ist. „Ehrlich gesagt bin ich begeistert und glücklich, dass es den Wettbewerb gibt, weil ich glaube, dass es für die Spieler besser ist, wenn sie die Möglichkeit haben, eine breite Auswahl Events zu spielen. Es zwingt alle Turnierveranstalter dazu, besser zu werden und den Spielern mehr zu bieten.“

Er fügt hinzu, dass er froh ist, dass andere Unternehmen Geld und Zeit darauf verwenden, zum Poker-Wachstum beizutragen – etwas, was PokerStars selbst seit dem Black Friday tun würde.

„Deshalb gefällt mir die Tatsache, dass es Wettbewerb gibt. Ich denke, das hat [diese Änderungen] angestoßen und ich glaube, die Spieler werden zukünftig mehr Auswahl haben.“

„Wenn man wirklich darüber nachdenkt, gibt es seit dem Black Friday eine und nur eine Organisation, die in Poker investiert. Poker befindet sich im Online-Gaming-Bereich auf dem absteigenden Ast. Und niemand gibt so viel Geld aus wie PokerStars. Andere haben ihre Marketing-Budgets komplett gestrichen und sich drangehangen, was auch okay ist. Deshalb gefällt mir die Tatsache, dass es Wettbewerb gibt. Ich denke, das hat [diese Änderungen] angestoßen und ich glaube, die Spieler werden zukünftig mehr Auswahl haben.“

Und Negreanu geht felsenfest davon aus, dass die Spieler auch dann gewinnen, wenn die Konkurrenz obsiegt. „Ich drücke ihnen die Daumen. Ich hoffe, dass andere Organisationen ihre Qualität so stark anheben, dass wir uns das irgendwann anschauen und sagen: ‚Wie können wir uns verbessern?’ Und wer gewinnt dann? Die Spieler gewinnen.“

Ryan Riess, der WSOP Main Event 2013-Champion hat bei Twitter das geschrieben, was alle denken: „Willkommen zurück, PokerStars.“

Laura Cornelius von PokerNews hat sich am Freitag ebenfalls mit Negreanu zusammengesetzt, um die großen Ankündigungen zu diskutieren. Schauen Sie sich das komplette Video unten an.

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