Geschichte der WSOP Europe Teil I: Annette Obrestad betritt die Poker Szene

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Vom 19. Oktober bis 10. November werden im King’s Casino im tschechischen Rozvadov einige der besten Spieler zusammenkommen, um bei der World Series of Poker Europe mitzumischen. Die Series feiert ihr 10-jähriges Jubiläum in Europa und elf goldene Bracelets warten darauf, verteilt zu werden.

Bei den Events werden über die Preispools mindestens €18 Millionen ausgeschüttet – zudem wird sich in den nächsten drei Wochen entscheiden, wer WSOP Player of the Year 2017 sein wird. Der Spieler des Jahres wird im nächsten Jahr kostenlos am $10.000 WSOP Main Event in Las Vegas teilnehmen können.

Die WSOPE hat im Laufe der Jahre mehrmals den Spielort gewechselt, aber genauso wie Poker selbst ist auch die Series in Europa stetig größer geworden. Heute ist die Series das größte Poker-Festival Europa und genau wie in Las Vegas hat sich PokerNews dazu verpflichtet, die offizielle Live-Berichterstattung für die Turnierserie zu übernehmen. Im folgenden Artikel blicken wir auf die Highlights der letzten Jahre zurück.

2007 London

2007 erfolgte der Startschuss für die WSOPE – zu dem Zeitpunkt, als der Poker-Boom gerade seinen Zenit erreicht hatte. Die Series hatte sich das Ziel gesetzt, ihre Reichweite zu erhöhen und die immer größer werdende Zielgruppe in Europa war für die Verantwortlichen die logische Wahl. Die WSOP tat sich mit Betfair zusammen, um im Casino at the Empire am Leicester Square in London das erste Event auf die Beine zu stellen.

Das Event bot drei Turniere, eines davon war ein Championship-Turnier. Thomas Bihl konnte das erste WSOPE-Bracelet gewinnen und £70.875 mit nach Hause nehmen – gespielt wurde ein £2.500 H.O.R.S.E.-Event, 105 Spieler hatten das Buy-in entrichtet. Der Deutsche musste sich im Heads-Up gegen Jennifer Harman durchsetzen, um den Titel zu erlangen. Auch beim zweiten Event setzte sich ein europäischer Spieler durch: Dario Alioto aus dem italienischen Palermo spielte beim £5.000 Pot-Limit Omaha-Event 164 andere Spieler aus – sein Sieg war £234.390 wert.

Das £10.000 No Limit Hold’em Main Event schaffte es in die Schlagzeilen, nachdem die 18-jährige Annette Obrestad gewonnen hatte. 362 Spieler hatten sich für das Event angemeldet, der Preispool war £3,7 Millionen groß. Die junge Norwegerin nahm £1 Million mit nach Hause und sicherte sich das allererste WSOPE Main Event-Bracelet.

„Die jüngste Gewinnerin und eine Frau zu sein – das ist ziemlich krass“, sagte sie nach ihrem Sieg.

2008 London

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Im Folgejahr begann der Spaß im Casino at the Empire von Neuem – ein zusätzliches Event wurde dem Spielplan hinzugefügt. Jesper Hougaard aus Dänemark setzte sich im neuen £1.500 No-Limit Hold’em-Event gegen 409 andere Spieler zur Wehr und gewann £144.218. Hougaard erlebte einen verrückten Run, da er im gleichen Jahr in Vegas bereits ein $1.500 No-Limit Hold’em-Event für sich entschieden hatte – dafür gab es sogar $610.304. Hougaard war der erste Spieler, der bei beiden Events erfolgreich war.

Im Event 2: £2.500 H.O.R.S.E. war der afghanische Geschäftsmann Sherkhan Farnood für £76.999 erfolgreich, der Sieg beim Event 3: £5.000 Pot-Limit Omaha ging für £218.626 an den Dänen Theo Jørgensen.

Am £10.000 Main Event versuchten sich wieder 362 Spieler und endlich war ein Amerikaner in der Lage, ein Bracelet auf europäischem Boden zu gewinnen. Nach einem 22-stündigen Final Table hatte sich John Juanda aus Kalifornien sein viertes von fünf Bracelets für £868.800 gesichert.

„Es hätte nicht besser sein können“, sagte Juanda nach seinem Sieg. „Damit hat sich einer meiner Poker-Träume erfüllt. Die World Series of Poker Europe war ein Turnier, das ich wirklich gern gewinnen wollte. Es fühlt sich wirklich richtig toll an.“

Ein Highlight des Main Events war auch Ivan Demidov, der es als erster Spieler geschafft hatte, den Final Table des WSOP und WSOPE Main Events zu erreichen. Für ihn war erst auf dem dritten Platz Schluss.

2009 London

2009 feierte die WSOPE abermals ihre Rückkehr ins Casino at the Empire. Wieder standen vier Bracelet-Events auf dem Spielplan, aber es gab auch ein paar Änderungen. Das H.O.R.S.E.-Event war gestrichen und gegen ein £2.500 Pot-Limit Hold’em/Omaha ausgetauscht worden. Dem Engländer J. P. Kelly sollte ein weiterer WSOP-Doppelerfolg gelingen: Nachdem er im gleichen Jahr bereits ein Bracelet in Las Vegas gewonnen hatte, schnappte er sich auch beim Event 1: £1.000 No-Limit Hold’em ebenfalls den Sieg für £136.803.

Beim neuen Pot-Limit Hold’em/Omaha-Event hatte der Kanadier Erik Cajelais Fortuna auf seiner Seite – für den Sieg gab es sein erstes Bracelet und £104.677. Das Event 3: £5.000 Pot-Limit Omaha ging an den Finnen Jani Vilmunen für £204.048. Full Tilt Poker-Gründer und Vorstandsmitglied Howard Lederer, der sich zu dieser Zeit deutlich größerer Beliebtheit erfreute, wurde Runner-Up für £126.134.

Beim Main Event 2009 hatten sich 346 Spieler eingekauft und es sollte ein Final Table werden, an den wir uns noch lange zurückerinnern werden. Unter anderem hatten die Bracelet-Gewinner Daniel Negreanu, Barry Shulman (CEO des CardPlayer-Magazins), Praz Bansi, Jason Mercier, Chris Björin und Matt Hawrilenko am Tisch Platz genommen. Diese Spieler konnten zusammengenommen 10 Bracelets auf sich vereinen, dazu gesellten sich die November Niner James Akenhead und Antoine Saout.

Nach sechs Tagen Poker konnte Shulman Negreanu im Heads-Up bezwingen – damit sicherte er sich sein zweites Bracelet und £801.603. Finanziell gesehen war es ein gutes Jahr für die Familie Shulman – Barrys Sohn Jeff hatte im Sommer beim Main Event in Las Vegas den fünften Platz für fast $2 Millionen erreicht. Ein paar Monate später gewann Barry einen weiteren siebenstelligen Betrag – für den dritten Platz im PokerStars Caribbean Adventure gab es $1,35 Millionen.

Ärgerlich für Negreanu, dem sein fünftes Bracelet verwehrt wurde, nachdem er sechs Spieler am Final Table eliminiert hatte. Aber der Erfolg bei der WSOP Europe sollte sich noch einstellen – und auch in Australien war noch ein Bracelet für ihn vorgesehen.

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2010 London

2010 war das letzte Jahr der Series in England – diesmal standen fünf Bracelet-Events auf dem Plan. Schon beim Event 1: £2.650 Six-handed No-Limit Hold’em konnte einer der größten Namen in der Pokerwelt zuschlagen und sich sein erstes Bracelet holen: Phil „The Unabomber“ Laak.

„Das erste Bracelet war eher für meine Ehrenrettung gedacht. Antonios ständige Spitzen hätten niemals aufgehört, wenn ich nicht etwas unternommen hätte“, scherzte Laak über seinen Freund Antonio Esfandiari. „‚Hey, Phil, wie fühlt es sich an, dass deine Freundin besser Poker spielt als du? Hey, Phil, wie findest du es, dass deine Freundin ein Bracelet hat und du nicht?’ Und endlose Variationen des gleichen Witzes.“

Laaks Freundin Jennifer Tilly hatte 2005 ein Bracelet gewonnen. Er kündigte an, dass sie bei der WSOP Europe nicht mitspielen würden, aber es kam anders und heute schaut er gerne auf seinen Run in England zurück.

„Es war schön, das geschafft zu haben“, sagte er über den Gewinn seines Bracelets. „Es hat fünf Jahre gedauert, aber es war trotzdem sehr schön. Wie auch immer – da ich das Bracelet zu meiner Ehrenrettung jetzt habe, wäre es gut, noch ein paar mehr an mich zu reißen.“

Der Gewinn des Bracelets ist eine verdiente Erwähnung im Resümee eines Spielers, der in den 2000er Jahren eine wichtige Rolle beim TV-Poker gespielt hat und selbst heute noch bei großen Spielen zu finden ist.

Beim Event 2: £5.250 Pot-Limit Omaha konnte sich Jeffrey Lisandro sein fünftes von sechs Bracelets schnappen und £159.514 einheimsen. Scott Shelley gewann das dritte Event (£1.075 No-Limit Hold’em) für £133.857 – das Teilnehmerfeld war mit 544 Spielern das größte der Series.

Die WSOPE hatte sich bei der vierten Auflage um ein neues Event bemüht – ein £10.350 No-Limit Hold’em High Roller Heads-Up, das vor dem Main Event stattfinden sollte. Wie Laak konnte der dreimalige World Poker Tour-Champion Gus Hansen hier zum ersten Mal triumphieren und sein erstes Bracelet für £288.409 gewinnen. Beim Main Event war der Engländer James Bord erfolgreich – ihm wurden £830.401 ausgezahlt, nachdem er die anderen 345 Spieler hinter sich gelassen hatte.

Nach vier Jahren WSOPE in England war die Series bereit, größere Veränderungen vorzunehmen – so zeichnete sich Frankreich als neuer Spielort ab. Und obwohl die Poker-Popularität in Europa im Laufe der Jahre auf einem ähnlichen Niveau blieb, wurde die WSOPE kontinuierlich größer – was die Anzahl der Spieler wie die Anzahl der Events betrifft. Nach vier Main Events konnten sich die Spieler aus den USA auf die Schulter klopfen, da sie den Europäern zwei Titel weggeschnappt hatten.

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