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Steffen Sontheimer räumt beim Poker Masters ab

steffen sontheimer

Vor der ersten Auflage der Poker Masters im ARIA Resort and Casino hatten wenige Leute von Steffen Sontheimer gehört. Für die meisten war er bloß ein weiterer Spieler aus der deutschen Clique, womöglich sogar der unbekannteste aus ihrem Umkreis. Jetzt ist der Mann, der vor weniger als einer Woche seinen Geburtstag gefeiert hat, das Stadtgespräch und kurz davor, der erste „Master of Poker“ zu werden.

Sontheimer, der von seinen Freunden „Goose“ genannt wird und bei Twitter als @RunGo0seRun unterwegs ist, wird für einige Leser ein unbeschriebenes Blatt sein, aber seine Poker-Resultate sprechen für sich. Tatsächlich hatte er im Vorfeld der Poker Masters bereits Live-Turniergewinne von $3.551.390 angesammelt – die Geldsumme hatte er seit Juni 2015 angehäuft.

Fedor Holz sagt Sontheimers Durchbruch voraus

Sontheimers erster Live-Turnier-Cash stammt aus dem Juni 2015, als er bei einem WSOP $1.500 Six-Handed-Event 25. für rund $11.000 geworden war – das ist etwas länger als zwei Jahre her. Das Preisgeld war in diesem Jahr sein einziger Cash und 2016 kamen 11 weitere für einen Gesamtgewinn von $485.856 dazu.

Sontheimer hatte sich aber erst warm gemacht. Auch wenn er es geschafft hatte, lange Zeit unter dem Radar der Pokerwelt zu fliegen, wurde seine aktuelle Leistung bei den Poker Masters endlich bemerkt. Sein deutscher High Roller-Kollege Fedor Holz prophezeite, dass Sontheimer 2017 den „Durchbruch“ schaffen würde – wahrscheinlich hatte er Insider-Informationen, aber er veröffentlichte seine Vorhersage bei Twitter:

Wie sich zeigt, hatte Holz den richtigen Riecher. Vor den Poker Master hatte Sontheimer 2017 schon mehr als $3 Millionen bei Live-Turnieren eingespielt – und der Deutsche hat noch mehr als drei Monate, um diese Resultate zu übertrumpfen. Die letzten fünf Monate verliefen ziemlich gut für den jungen Deutschen.

Im April erreichte er beim PokerStars Championship Monte Carlo €100.000 Super High Roller den 6. Platz für $415.348. Im Mai sahnte Sontheimer beim ARIA Super High Roller 19 $100.000 Super High Roller seinen bis dato höchsten Gewinn ab: Zwar verlor er das Heads-Up gegen seinen Landsmann Christian Christner, aber die Runner-Up-Platzierung war trotzdem $1.223.264 wert. Im Juli gewann Sontheimer das Bellagio $25.000 High Roller-Turnier für $111.648 und auch den Poker EM €25,000 Super High Roller 2017 für $501.183 – zwischen den beiden Resultaten liegt ein 6. Platz bei der Triton Super High Roller Series Budva für weitere $313.423.

Machen Sie sich folgendes bewusst: Vor den Poker Masters hatte Sontheimer 27 dokumentierte Live-Turnier-Preisgelder; 14 davon stammen aus High Roller-Events.

Sontheimer räumt bei den Poker Masters ab

In der vergangenen Woche konnte Sontheimer weitere $1.221.000 gewinnen: Beim Poker Masters Event #1 war er 4. für $204.000 geworden, das Event #2 konnte er am Folgetag für $900.000 für sich entscheiden und beim Event #4 wurde er 5. für $117.000. Im Event #3 erreichte er den Final Table (jedoch nicht den TV-Finaltisch), musste sich aber auf dem 8. Platz vor Erreichen einer Preisgeld-Platzierung verabschieden. Mit seinen drei bisherigen Cashes hat er sich verdientermaßen an die Spitze der Poker Masters gesetzt.

Falls Sie sich erinnern: Der Spieler, der nach den fünf Poker Masters-Turnieren (vier $50.000 Buy-in-Turniere, gefolgt von einem $100.000 Freezeout-Finale) die besten Resultate (das höchste Preisgeld insgesamt) vorweisen kann, gewinnt die Poker Masters Purple Jacket™.

Derzeit ist Sontheimer der Favorit, aber seine Kontrahenten sind ihm dicht auf den Fersen: Bryn Kenney, der Event #3 für sich entscheiden konnte, hat Gewinne von $1,085 Millionen auf der Habenseite und Event #1-Sieger Nick Schulman hockt mit immerhin $918.000 auf dem dritten Platz. Brandon Adams ($819,000) und Doug Polk ($612,000) runden die Top 5 ab.

Zu den anderen Spielern, die Sontheimer noch gefährlich werden könnten, gehören seine Freunde und Kollegen aus Deutschland, Holz und Stefan Schillhabel, die Gewinne von $550.000 bzw. $306.000 verbuchen konnten. Die Deutschen Dominik Nitsche ($178.500) und Koray Aldemir ($153.000) haben ebenfalls noch eine Chance.

Schauen Sie sich im Folgenden die Platzierungen vor dem letzten Event im Überblick an:

RankPlayerCountryWinsCashesTV Final TablesFinal TablesEvents PlayedWinnings
1Steffen SontheimerGermany13344$1,221,000
2Bryn KenneyUSA12224$1,085,000
3Nick SchulmanUSA11114$918,000
4Brandon AdamsUSA11113$819,000
5Doug PolkUSA 2224$612,000
6Erik SeidelUSA 1124$576,000
7Matt HymanUSA 1113$561,000
8Fedor HolzGermany 1114$550,000
9Jake SchindlerUSA 2224$409,500
10Stefan SchillhabelGermany 1114$306,000
11Tom MarcheseUSA 1113$300,000
12Adrian MateosSpain 2224$277,500
13David PetersUSA 1114$273,000
14Phil HellmuthUSA 1114$200,000
15Dan SmithUSA 1114$192,000
16Dominik NitscheGermany 1114$178,500
17Justin BonomoUSA 1114$175,500
18Christian ChristnerGermany 1124$175,000
19Koray AldemirGermany 1114$153,000
20Cary KatzUSA 1114$120,000
21Daniel NegreanuCanada 1014$102,000
22Dan ShakUSA 1012$100,000
23Sergio AidoSpain 1114$96,000
24Zach ClarkUSA 0111$0
25Sean WinterUSA 0014$0
26Stephen ChidwickUK 0014$0

Sontheimer hat $50k von Negreanu im Visier und frustriert Hellmuth

Sontheimer, der inzwischen in Brighton in England lebt, könnte zusätzliche $50.000 erhalten, da er einer der Spieler ist, die mit Daniel Negreanu gewettet haben, dass sie die Poker Masters gewinnen würden. Negreanu, der auf Grund seiner Sidebets über $1 Million gewinnen würde, wenn er die Poker Masters für sich entscheiden sollte, hat erst in einem Event für $102.000 cashen können (8. Platz im Event #1). Falls er sich noch Chancen ausrechnen will, die zusätzliche Million zu gewinnen, müsste er sehr wahrscheinlich das $100.000-Finale gewinnen und darauf hoffen, dass die Spieler mit vorherigen Erfolgen frühzeitig aus dem Turnier fliegen.

In der Zwischenzeit hat Sontheimer erst einmal bewiesen, dass er Phil Hellmuth ein Dorn im Auge ist.

Bei einer Hand am 1. Spieltag des Events #4 raiste Christner Under the Gun auf 11.000 und wurde von Sontheimer im Small Blind und Hellmuth im Big Blind gecallt. Der {8-Clubs}{3-Clubs}{3-Hearts} Flop wurde aufgedeckt und Christner spielte eine Continuation-Bet von 13.000. Sontheimer machte den Call und Hellmuth check-raiste auf 35.000. Christer warf seine Karten in den Muck, aber Sontheimer blieb standhaft und callte.

Der Turn brachte die {2-Hearts} und beide Spieler checkten, am River vervollständigte die {10-Spades} das Board. Wieder checkten beide Spieler und Sontheimer deckte {6-Hearts}{6-Clubs} auf. Hellmuth konnte die Hand nicht schlagen, foldete seine Karten, brummte in seinen Bart und monierte, wie schlecht „diese jungen Kids“ spielen würden.

Sontheimer konnte die Spitzen der „Poker Brat“ ertragen und gehört jetzt zur Schar deutscher Spieler, die Hellmuth die Series über geärgert haben. Sontheimer, der gelegentlich auch auf Twitter austeilt, lässt am Tisch seine Entscheidungen für sich selbst sprechen.

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